Ranking 20.05.2019, 11:45 Uhr

Die 10 größten Fabriken der Welt

Von unternehmenseigenen Unterkünften über Häfen bis hin zu eigenen Krankenhäusern: Arbeiten ist nicht mehr einfach nur arbeiten. Manche Fabriken auf dieser Welt sind so groß wie eine Kleinstadt. Die größte Produktionsstätte steht mit 6,5 Millionen Quadratmetern sogar in Deutschland. Ingenieur.de mit den Top 10 der größten Fabriken der Welt.

Roboter der Smart Automation Industrie

Foto: panthermedia.net/Alexander kirch

Sie sind gewaltig und beschäftigen mehrere tausend Mitarbeiter: Die größten Fabriken der Welt. Nicht nur das, manche von ihnen bieten neben Wohnraum ihre eigene Infrastruktur zu Wasser und zu Land, einen Stadtkern, medizinische Einrichtungen sowie eine eigene Feuerwehr. So bilden die Produktionsstätten der Superlative teilweise eine autarke Kleinstadt, in der es sich arbeiten und leben lässt.

Die Bündelung aller existierenden Produktionsschritte eines Unternehmens auf einen zentralen Punkt bietet einem Unternehmen große logistische Vorteile. An der Effizienz der Produktion lässt sich die Qualität des Produktes messen. Diesem Grundsatz sind die 10 größten Fabriken der Welt gefolgt. Darunter befinden sich vor allem Großkonzerne aus der Automobil- und Technikbranche. Die effizienten und hochautomatisierten Produktionsanlagen sprechen für sich. So fließen im größten Werk der Welt etwa 3.800 Autos pro Tag vom Band.

Das weltweit führende Unternehmen für stationäre Gebrauchtmaschinen Machineseeker Group GmbH hat die größten Produktionsstätten der Welt recherchiert.

10. Samsung (Noida, Indien)

Das Unternehmen Samsung eröffnete letztes Jahr die größte Smartphone-Fabrik der Welt. Sie liegt in Noida, einer Stadt mit rund 640.000 Einwohnern, südwestlich der 25 Kilometer entfernten indischen Hauptstadt Neu-Delhi. Bereits seit 2007 ist Samsung mit der Mobiltelefonherstellung in der Industriestadt vertreten, aber produzierte dort hauptsächlich für den indischen Markt. Mit der Expansion auf 140.000 m² hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, bis 2020 auf die jährliche Gesamtproduktion von rund 70 auf bis zu 120 Millionen Geräte zu steigern. Neben günstigen Modellen sollen natürlich auch Exportschlager, wie das Galaxy S10 produziert werden. Durch das neue Werk hat Samsung nicht nur dazu beigetragen, die Exportwirtschaft Indiens anzukurbeln, sondern auch den inländischen Smartphone-Markt stärker zu erschließen. An der Eröffnungszeremonie haben unter anderem der indische Ministerpräsident Narendra Modi und der südkoreanische Präsident Moon Jae teilgenommen. Weiterhin ist bekannt, dass der Hersteller mit der indischen Regierung zusammenarbeitet.

9. Rivian (Normal, USA)

Mit fast 242.000 m² besitzt das Startup Rivian Automotive LLC die neuntgrößte Fabrik der Welt. Der innovative Elektroautohersteller kaufte im Jahr 2016 die ehemalige Produktionsstätte des Automobil-Giganten Mitsubishi Motors. Die Bevölkerung des Standorts Normal, Illinois in den Vereinigten Staaten, musste wegen der Schließung des Mitsubishi-Werks einen Stellenabbau von 2.000 Mitarbeitern verzeichnen. Die Übernahme der Fabrik durch Rivian verhalf der Kleinstadt allerdings zu neuem wirtschaftlichen Aufschwung. Das Unternehmen, welches sich auf elektrische Pickup-Trucks und SUV spezialisiert hat, wurde 2009 gegründet und möchte die ersten produzierten Modelle aus Normal voraussichtlich gegen Ende 2020 an den Endkunden ausliefern. In den Staaten gilt gerade der Pickup als Kassenschlager und laut Angaben des Unternehmens liegen bereits mehrere 10.000 Vorbestellungen vor. Der Hauptsitz und die internen Entwicklungseinrichtungen des Tech-Startups liegt allerdings in Plymouth, Michigan (USA). Insgesamt beschäftigt Rivian 750 Mitarbeiter. Große Konzerne, wie Ford und Amazon investieren in das Vorhaben.

8. Fiat Chrysler (Belvidere, USA)

Chrysler ist eine amerikanische Traditionsmarke. Im ersten Quartal des  letzten Jahres konnte das Unternehmen einen Überschuss von 951 Millionen Euro erwirtschaften. Im ersten Quartal 2019 fiel dieser Wert auf 508 Millionen Euro. Die Firmenleitung begründet die Einnahmeeinbußen mit einem Wechsel der Modellpalette und Änderungen im Europageschäft. Das Montagewerk des Autoherstellers Chrysler in Belvidere, Illinois, auf Platz 8 dieser Rangliste, wurde bereits 1965 erbaut. Nach der Fusion mit Fiat wurde es im Jahr 2016 komplett saniert. Auf einer Fläche von 464.000 m², größer als die Vatikanstadt, wird seither der Jeep Cherokee produziert. Er ist eines der populärsten und absatzstärsten Modelle des Konzerns in den USA.

7. Tesla (Fremont, USA)

Der Konzern Tesla setzt auf Elektromobilität im Premiumsegment. Dementsprechend ist das Vorzeigewerk des Konzerns mit exklusiver Arbeitsumgebung und einem breiten Angebot für die Mitarbeiter ausgestattet. Es befindet sich in Fremont (Kalifornien) und setzt ganz neue Maßstäbe in Sachen Größe und Modernität. Das große Werk umfasst 1,5 km² Fläche und wurde 1962 von General Motors errichtet und nach der Übernahme durch Tesla 2010 gründlich umgebaut. Helle Fußböden und Dachflächenfenster, ein Sanitätszentrum, Cafeteria, Fitnesshalle und Schulungszentrum sollen zum positiven Arbeitsumfeld beitragen. Auf dem 150 Hektar großen Gelände werden die Tesla-Modelle S, X und 3 durch gut 10.000 Mitarbeiter gefertigt. Tesla plant das Werk, trotz Umsatzeinbußen, in den kommenden Jahren mit weiteren Produktionslinien zu bestücken. Dann soll womöglich auch das neue Tesla-Modell Y hier gefertigt werden. Damit würden weitere tausende Arbeitsplätze geschaffen. Tesla ist schon jetzt mit den insgesamt 45.000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Kalifornien.

Wie gut kennen Sie eigentlich Tesla? Erfahren Sie es in unserem Quiz.

6. Daikin (Waller, USA)

Auf Platz 6 des Rankings befindet sich der Daikin Texas Technologie Park mit einer erstaunlichen Gesamtfläche von 2 km². Der Park befindet sich in Waller, in der Nähe der texanischen Hauptstadt Houston in den USA. Daikin ist die drittgrößte Produktionsstätte in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das japanische Unternehmen hat sich auf Klimatisierungssysteme spezialisiert. Eröffnet wurde das Werk im Mai 2017 und verschlang bei seiner Errichtung rund 275.000 Kubikmeter Beton sowie knapp 6.000 Tonnen Stahl. In der Fabrik selbst befindet sich ein hochmodernes Produktionssystem, welches eine modulare Produktionslinie nutzt. Darüber hinaus gibt es 315 Versand- und Empfangsstellen sowie eine Entwicklungsabteilung mit 19 eigenen Laboren. Daikin beschäftigt derzeit mehr als 6.500 Mitarbeiter mit steigendem Wachstum. Außerdem hat das Werk eine eigene medizinische Versorgungseinrichtung, die sich aus einem lokalen Netzwerk von Ärzten bedient.

5. Boeing (Everett, USA)

Etwa 50 Kilometer nördlich von Seattle, in Everett, Washington (USA), befindet sich das gigantische Werk des Luft- und Raumfahrtkonzerns Boeing. Es wurde 1968 zur Montage der Boeing 747 errichtet. Um 3 neue Flugzeugmodelle fertigen zu können, die Boeing 767, 777 und 787, wurde das Werk 1993 erweitert und umfasst jetzt 2,8 km² bebaute Fläche und 68 Hektar Fahr- und Rollflächen. Die große Fertigungshalle mit 399.480 m² und 13.385.378 m³ ist, nach dem New Century Global Center in Chengdu, das zweitgrößte Gebäude der Welt. Die Fabrik steht sogar für Touristen zur Besichtigung zur Verfügung. Auf der 1,5 stündigen, geführten Tour erleben die Besucher die Entstehung eines Flugzeuges in den verschiedenen Fertigungsstadien und können sich anschließend im firmeneigenen Museum über die Geschichte und Zukunft der Luft- und Raumfahrt informieren. Boeing beschäftigt auf dem Gelände etwa 30.000 der insgesamt 150.000 weltweit agierenden Mitarbeiter. Boeing konnte im Jahr 2018 insgesamt 806 Flugzeuge ausliefern, Tendenz steigend.

4. Foxconn (Loghua, China)

Foxconn besitzt 25 Werke, 20 davon sind allein in China. Außerdem ist das Unternehmen einer der größten Apple Zulieferer mit dem viertgrößten Werk der Weltrangliste im Stadtbezirk Loghua in der südchinesischen Metropole Shenzhen. Die 3 km² umfassende Fabrik wird auch gern Foxconn City genannt. Vor Ort beschäftigt das Unternehmen etwa eine halbe Million Angestellte, die am Standort arbeiten und leben.

3. Nasa (New Orleans, USA)

Das 3,4 km² große Gelände der Michoud Assemly Factory der Nasa, östlich von New Orleans (USA), ist das Mekka der Raumfahrtindustrie. In der ehemaligen Kriegsproduktionsstätte wird seit September 1961 an Projekten der Nasa gearbeitet. Vor allem die Fertigung von Raketenteilen gehört zu den Hauptaufgaben der Fabrik. Hier wird auch das Space Launch System gefertigt, das etwa 2021 zur Erforschung des Weltalls beitragen soll. Dafür wurde die Michoud Assembly Factory 2014 mit einer komplett neuen und der größten Reibschweißanlage der Welt ausgerüstet, die hochwertigere und haltbarere Raketenteile fertigen kann. 3.500 Personen arbeiten hier im Auftrag vom Hauptbetreiber Boeing, den Partneruniversitäten und der amerikanischen Regierung.

Die Nasa hat 2019 eine Studie herausgebracht, welche Auswirkungen das All auf den menschlichen Körper hat. Wir haben die Studienergebnisse hier zusammengefasst.

2. Hyundai (Ulsan, Südkorea)

Auf 5,5 km² schmiegen sich 5 Fabriken zu einer massiven Gigafactory zusammen. Alle 10 Sekunden verlässt ein Auto das Band. Der erste hier produzierte Wagen war ein Ford Cortina im Jahr 1968. Seither hat sich die Produktion auf inländische Wagen der Hyundai Kia Motor Group verlagert. Das Hyundai Werk in Ulsan, Südkorea, produziert in jüngster Zeit jährlich etwa 1,53 Millionen Fahrzeuge. Dabei kratzt diese Zahl noch nicht mal ansatzweise an den Kapazitäten der Fertigungsanlagen, wohl aber an denen des firmeneigenen Hafens, der 24/7 Handelsschiffe belädt. Die Bänder stehen nämlich für circa 6 Stunden über Nacht, an den Wochenenden und während des Betriebsurlaubs im Sommer still. Auf dem Gelände befinden sich neben den Fertigungsanlagen auch ein eigenes Krankenhaus, Feuerwehren, ein Park, 24 Restaurants mit freien Mitarbeiteressen und die Löhne der Region sind die höchsten des ganzen Landes. 34.000 der 660.000 Hyundai-Angestellten der Region arbeiten im Werk in 2 Schichten.

1. Volkswagen (Wolfsburg, Deutschland)

Den 1. Platz des Rankings belegt tatsächlich der Automobilkonzern Volkswagen mit seinem Stammwerk in Wolfsburg im Osten des Bundeslandes Niedersachsen. Die 6,5 km² große Fabrik wurde ab 1930 errichtet. Auf dem Gelände befinden sich aufgrund des Alters Areale, die unter den Industriedenkmalschutz gestellt wurden. Die Produktionsstätte wurde durch eine weitreichende Geschichte geprägt. Ende der 30er wurde der Betrieb unter der Leitung des österreichischen Rechtsanwalts Anton Piëch, der Schwiegersohn von Ferdinand Porsche, im Werk aufgenommen. Erst lange nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Kultfahrzeuge Käfer, Golf und der Bully (VW Bus T1) für die Bevölkerung unter dem Namen Volkswagen hergestellt. Heute ist das Werk nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern hochtechnologisch ausgestattet. 50.000 Angestellte beschäftigt der Konzern allein am Standort Wolfsburg, in etwa so viel Menschen, wie in einer Kleinstadt leben. Dabei rollen pro Tag etwa 3.800 Fahrzeuge vom Band. Die geländeeigene Infrastruktur umfasst ein 75 km langes Straßen- und 70 km langes Schienennetz.

Volkswagen setzt derzeit stark auf die Produktion von E-Autos. Für das Elektroauto ID.3 gab es über 10.000 Reservierungen – und das in 24 Stunden. Das E-Auto wird erst Mitte 2020 auf den Markt kommen. Warum das Modell so beliebt ist, lesen Sie hier.

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Von Silvia Hühn

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