Tesla

Logo auf einer Ladesäule von Tesla
Foto: panthermedia.net/swisshippo

Das Unternehmen Tesla hat die Automobilbranche in den letzten Jahren mit innovativen Elektroautos herausgefordert und seit seiner Gründung 2009 dafür gesorgt, dass Elektroautos zu einer ernstzunehmenden Alternative zum Benziner werden konnten. Dass darin einmal die Zukunft stecken würde, war zur Gründungszeit von Tesla alles andere als offensichtlich. Denn die Geschichte des modernen Elektroautos begann mit seinem Ende.

GM zerstört das Elektroauto

In den 90er Jahren entschloss sich Kalifornien Gesetze auf den Weg zu bringen, die Hersteller zum Bau sogenannter „Zero emission vehicles“ zwingen sollten. Dahinter steckte unter anderem General Motors. Denn das Unternehmen bereitet den EV1 vor: einen schicken elektrischen Zweisitzer. Der EV1 ist schnell (bis zu 130 km/h), kommt 160 Kilometer weit und ist leise und komfortabel. Dem Auto nützten seine Qualitäten am Ende jedoch nichts. 2002 nimmt GM fast alle Fahrzeuge aus dem Markt und lässt diese in der Wüste verschrotten. Die Gründe sind vielfältig und reichen vom Lobbyismus der Ölindustrie bis zum finanziellen Unwillen von General Motors das unprofitable Elektroauto weiterhin herzustellen und mit neuen Teilen zu versorgen. Das Elektroauto war am Ende und hier kommt Tesla ins Spiel.

Die Gründung von Tesla

Am 01. Juli 2003 fällt in San Carlos, Kalifornien der Startschuss für Tesla. Martin Eberhard und Marc Tarpenning rufen das Unternehmen Tesla als Reaktion auf die Vernichtung fast aller EV1 ins Leben. Beide finanzierten die Firma bis zur ersten Finanzierungsrunde selbst. Im gleichen Jahr kommen Elon Musk und JB Straubel hinzu. Musk zuerst als Investor und Vorsitzender des Verwaltungsrates. Erst nach dem Weggang der beiden ursprünglichen Gründer im Jahr 2008 nimmt Elon Musk den Chefposten ein und ist maßgeblich für die aktuelle Ausrichtung des Unternehmens verantwortlich.

Heute hat das Unternehmen rund 38.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von rund 21,5 Milliarden US-Dollar. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich heute in Palo Alto. Die erste Fabrik, die „Tesla Factory“ befindet sich in Fremont, Kalifornien. Zusätzlich besitzt das Unternehmen sogenannte Gigafactories, die Akkus für die Fahrzeuge und Solarsysteme herstellen.

Nikola Tesla – Der Ursprung des Firmennamens

Seinen Namen hat das Unternehmen von Nikola Tesla (1856-1943). Der Elektroingenieur und Physiker ist heute vor allem für die Entdeckung des Prinzips des Zweiphasenwechselstroms im Jahr 1882 bekannt. Der spätere Bau eines entsprechenden Zweiphasenmotors durch die Westinghouse Electric Corporation ebnete den Weg für die Verwendung von Wechselstrom mit 60 Hertz im amerikanischen Stromnetz.

Teslas Zielsetzung

Die Ziele des Unternehmens waren von Beginn an klar abgesteckt: Zuerst sollte ein elektrischer Sportwagen gebaut werden, der sich an Enthusiasten richtet. Mit der Zeit sollten günstigere Modelle folgen, die den Kundenkreis sukzessive erweitern. Musk setzte sich im weiteren Verlauf stark für massenmarkttaugliche Fahrzeuge ein. Trotzdem sollte das erste in Serie gefertigte Fahrzeug von Tesla jener hochpreisige Sportwagen werden, der auf den Namen Roadster hört. Dieser wurde zusammen mit Lotus entwickelt und profitierte bei Konstruktion und Produktion vom Know-how des bekannten britischen Automobilbauers. Dessen Handschrift ist der Gestaltung des Fahrzeuges deutlich anzusehen.

Welche Tesla Modelle gibt es?

Der originale Roadster gehört heute nicht mehr zum Repertoire von Tesla. Allerdings bereitet sich das Unternehmen derzeit auf eine neue Variante des schicken Sportwagens vor. Die soll im Jahr 2020 auf den Markt kommen und laut Herstellerangaben das schnellste Auto der Welt sein. Bis es so weit ist, haben Kunden bei Tesla derzeit die Auswahl aus drei unterschiedlichen Modellen in verschiedenen Ausführungen.

Tesla Model S

Das älteste noch erhältliche Tesla-Fahrzeug ist das Model S. Im Jahr 2012 konnten die ersten Kunden die Limousine in Empfang nehmen, die sich ähnlich wie der Roadster an gut betuchte Kunden richtet. Anders als der Roadster bietet das Model S jedoch deutlich mehr Stauraum und Sitzplätze. So findet sich Platz für Gepäck und Einkäufe sowohl im Kofferraum als auch in der Front des Fahrzeugs. Schließlich befinden sich die Antriebe an den jeweiligen Achsen. Seit 2014 ist eine Version mit Allradantrieb verfügbar. Zusätzlich zu den fünf normalen Sitzen lassen sich im Kofferraum zwei zusätzliche Sitzplätze für Kinder ausklappen, die entgegen der Fahrtrichtung ausgerichtet sind. Wer sein Model S bis 2016 gekauft hat, der kann an den Superchargern des Unternehmens kostenlos aufladen. Neukäufer zahlen in Deutschland 34 Cent bei einer Ladeleistung von mehr als 60 Kilowatt und 17 Cent bei einer Ladeleistung von bis zu 60 Kilowatt. Außerdem sind ab Oktober 2016 produzierte Model S mit Sensoren und Kameras ausgestattet, die teilautomatisiertes Fahren ermöglichen. Der sogenannte Autopilot lässt sich bei der Bestellung des Fahrzeugs zubuchen.

Tesla Model X

Seit Ende 2015 steht für Tesla-Kunden der erste SUV des Unternehmens zur Verfügung. Das Model X bietet wie das Model S bis zu sieben Sitzplätze und kommt mit Flügeltüren für die hintere Sitzreihe.  Außerdem sind hier, wie beim Model S zwei Stauräume für Gepäck vorhanden. Gemeinsam haben die beiden Fahrzeuge auch einen Allradantrieb, der durch die Verwendung von zwei Motoren ermöglicht wird. Wie es sich für einen SUV gehört, ist eine Anhängerkupplung integriert, die durch Software-Unterstützung erkennen soll, wenn der angehängte Anhänger schlingert. Außerdem bietet sie die einzige Möglichkeit, einen Fahrradträger am Model X anzubringen, da die Flügeltüren eine Anbringung auf dem Dach verhindern.

Tesla Model 3

Der aktuellste Tesla ist das Model 3. Erst Mitte 2017 konnten die ersten Kunden ihr Fahrzeug in Empfang nehmen. Ähnlich wie beim Model S handelt es sich um eine Limousine und wie alle anderen Tesla-Fahrzeuge sind Sensoren an Bord, die das Autopilot-Feature ermöglichen. Deutsche Kunden haben hier allerdings das Nachsehen, da eine Genehmigung für die Technik in Europa derzeit noch fehlt.

Preise und Reichweite der Tesla Modelle

Teslas bisherige Fahrzeuge sind allesamt in der oberen Preisklasse angesiedelt. Das Model S ist in Deutschland beispielsweise ab 108.420 Euro (UVP) zu haben. Die 100D-Version bietet den Allradantrieb und laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 632 Kilometern. Für 145.420 Euro steht die Version P100D zur Verfügung, die leistungsfähiger ist und besser beschleunigt. Hier wird eine mögliche Reichweite von bis zu 613 Kilometern angegeben.

Noch etwas teurer startet das Model X. Interessierte müssen hier mindestens 115.000 Euro auf den Tisch legen und bekommen im Gegenzug einen Elektro-SUV mit einer Reichweite von bis zu 565 Kilometern, der in 4,9 Sekunden von null auf hundert beschleunigt und bis zu 250 km/h Spitzengeschwindigkeit erreicht.

Für 156.900 Euro ist wie beim Model S ein Beschleunigungs-Upgrade an Bord, das den Wagen in 3,1 Sekunden von null auf hundert Kilometer pro Stunde beschleunigt. Das geht allerdings auch hier zulasten des Akkus und senkt die maximale Reichweite auf 542 Kilometer. In der größeren Konfiguration sind außerdem mehr Sitzplätze enthalten. Bis zu sieben Erwachsene sollen dann einen Platz im Model X finden.

Mit dem Model 3 wagt Tesla den Sprung zu etwas bezahlbareren Fahrzeugen. Der Startpreis liegt bei 55.400 Euro. Mit der angebotenen Variante „Langstreckenbatterie“ ist eine Reichweite von bis zu 560 Kilometern zu erwarten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 233 km/h, während das Model 3 in 4,8 Sekunden von null auf hundert beschleunigt. Wer mehr Leistung möchte, greift zur „Performance“-Ausstattung und zahlt rund 10.000 Euro mehr. Für 66.100 Euro liegt die Höchstgeschwindigkeit dann bei 250 km/h und auf hundert wird in 3,5 Sekunden beschleunigt. Dafür liegt die Reichweite des Performance-Modells bei bis zu 530 Kilometern.

Neben seinen Elektrofahrzeugen hat sich Tesla außerdem auf die Gewinnung und Speicherung von Solarenergie spezialisiert. Besonders hervorzuheben ist dabei die Powerwall.

Was ist die Tesla Powerwall?

Die Powerwall ist Teslas Energiespeicher für Zuhause. Sie wird derzeit bereits in der zweiten Generation angeboten und besitzt eine Kapazität von 13,5 Kilowattstunden (kWh). 4,6 kW können dauerhaft abgerufen werden, die maximale Belastung liegt bei 7 kW. Tesla selbst gibt außerdem an, dass die Energieeffizienz der Powerwall bei 90 % liegt und eine hundertprozentige Entladung möglich ist. Zwar ist nicht bekannt, wie viele Ladezyklen möglich sind, Tesla gibt Käufern aber 10 Jahre Garantie. Durch ein eigenes Steuer- und Verbindungssystem lassen sich bis zu 10 Powerwalls miteinander verbinden. So kann eine Kapazität von bis zu 135 kWh erreicht werden. Diese Kapazität lässt sich beispielsweise einsetzen, um Solar- oder Netzstrom zu speichern und im Fall eines Netzausfalls weiterhin mit Strom versorgt zu sein. Die intelligente Technologie erlaubt außerdem die Verbindung mit dem Smart Home und die Einbindung eines Tesla-Fahrzeuges als Teil des intelligenten Stromnetzes. Die Powerwall kann wahlweise innen oder außen installiert werden.

Das könnte sie auch interessieren

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.