Jobwechsel 26.08.2023, 12:34 Uhr

Kündigung in der Probezeit: Wenn man den neuen Job schmeißt

Wenn der erst vor kurzem angetretene Job nicht den Erwartungen entspricht, stehen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vor der Herausforderung, eine kluge Entscheidung über einen möglichen schnellen Berufswechsel zu treffen. Eine Kündigung in der Probezeit kann viele Konsequenzen haben.

Kündigung in der Probezeit

Kündigung in der Probezeit: Wenn Erwartungen enttäuscht werden und der Neustart lockt.

Foto: PantherMedia / littlekzaka@gmail.com

Der Moment, in dem man sich für einen neuen Job entscheidet, ist oft von Aufregung, Hoffnung und Erwartungen geprägt. Doch manchmal stellt sich nach kurzer Zeit heraus, dass die Realität nicht mit den Vorstellungen übereinstimmt. Die Erwartungen werden nicht erfüllt und eine Änderung scheint nicht in Sicht zu sein. In solchen Fällen kann die Kündigung in der Probezeit in Erwägung gezogen werden. Doch welche Gründe können dazu führen und wie geht man am besten damit um?

Wie oft kommt eine Kündigung in der Probezeit vor?

Etwa 75 Prozent der Personen in Deutschland haben bereits Erfahrungen mit Unzufriedenheit in einem neuen Job gemacht. Zudem hat jeder zweite Deutsche (50 Prozent) als Konsequenz davon schon einmal innerhalb der Probezeit oder innerhalb des ersten Jahres einen neu angenommenen Job eigenständig gekündigt. Diese Erkenntnisse stammen aus der aktuellen Umfrage des beruflichen Netzwerks XING, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt wurde.

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Interessant ist, dass Männer öfter vorzeitig den neuen Job verlassen als die Frauen. Und vor allem die sogenannte Generation Y tendiert dazu, innerhalb der ersten 12 Monate den Job zu kündigen, wenn etwas ihrer Vorstellungen nicht passt. Generell sind jüngere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mutiger in dieser Hinsicht als ihre älteren Kollegen.

Was sind die häufigsten Auslöser für die Kündigung in der Probezeit?

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum Angestellte bereits nach wenigen Monaten im neuen Job zur Kündigung neigen. In der Studie wurden die Gründe genannt, warum Beschäftigte, nach einer kurzen Zeit im neuen Job wieder kündigen:

  • Als zu niedrig empfundenes Gehalt (43 Prozent)
  • Unzufriedenheit mit der Führungskraft (43 Prozent)
  • Unpassende bzw. schlechte Teamkultur (34 Prozent)
  • Unzufriedenheit mit den Arbeitsaufgaben (34 Prozent)
  • Zu hohes Stresslevel (30 Prozent)
  • Zu viele Überstunden (26 Prozent)

„Aus den Ergebnissen geht hervor, dass es meist ein Zusammenspiel aus mehreren Gründen ist, die Beschäftigte dazu bringen nach nur kurzer Zeit einen neuen Job zu kündigen – die Befragten gaben durchschnittlich drei Gründen an“, kommentiert XING Arbeitsmarktexperte Dr. Julian Stahl die Ergebnisse der Studie.

Schade um den Job?

Wenn Beschäftigte sich nach nur wenigen Monaten im neuen Job dazu entscheiden zu kündigen, bereuen sie diese Entscheidung in der Regel nicht. Für sie war es ein falscher Job. Etwa achtzig Prozent der Umfrageteilnehmer empfanden ihre Entscheidung nicht als voreilig. Besonders Frauen sind in ihrer Überzeugung stark (85 Prozent im Vergleich zu 75 Prozent der Männer). Die Tatsache, dass ein erneuter Wechsel für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die richtige Wahl ist, wird auch durch die Tatsache unterstrichen, dass 91 Prozent der Befragten angeben, im nachfolgenden Job zufriedener zu sein.

Job-Suche immer wieder aufs Neue

Die beträchtliche Anzahl von vorzeitigen Kündigungen in neuen Anstellungsverhältnissen führt zu Konsequenzen, die sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber suboptimal sind. Eine hohe Fluktuationsrate in einem Unternehmen lässt Zweifel an der Attraktivität als Arbeitgeber aufkommen. „Ein erneuter Recruiting- und Onboarding-Prozess ist für beide Seiten mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden. Die Reibungsverluste durch Fehleinstellungen bedeuten im volkswirtschaftlichen Sinne einen Schaden, der sich verhindern lässt“, erklärt XING Arbeitsmarktexperte Dr. Julian Stahl. „Je konkreter Job-Suchende wissen und vor allem auch kommunizieren, was ihnen bei einem potenziellen Arbeitgeber wichtig ist, desto besser passen sie mit ihren Vorstellungen sowohl fachlich als auch kulturell zusammen“, sagte Stahl.

Für diese Online-Umfrage befragte Appinio im Juli 2023 insgesamt 1.000 Personen über 18 Jahre in Deutschland. Darunter waren Berufstätige in Voll- oder Teilzeit, Personen in Umschulung sowie vorübergehend Arbeitslose und Arbeitssuchende.

Wie man eine Kündigung in der Probezeit vorbereitet

Eine Kündigung in der Probezeit sollte gut überlegt und professionell durchgeführt werden. Hier sind einige Schritte, die man beachten kann:

  • Selbstreflexion: Bevor man eine Entscheidung trifft, sollte man sich selbst fragen, ob die Gründe für die Kündigung wirklich unüberwindbar sind. Manchmal können Konflikte doch gelöst und Probleme angegangen werden.
  • Kommunikation: Es ist wichtig, offen mit dem Arbeitgeber zu kommunizieren. Ein ehrliches Gespräch über die Gründe für die vorzeitige Kündigung kann zur Klärung beitragen und möglicherweise Lösungen aufzeigen.
  • Kündigungsfrist einhalten: Die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist sollte respektiert werden, es sei denn, es gibt außergewöhnliche Umstände, die eine sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfordern.
  • Schriftliche Kündigung: Die Kündigung sollte schriftlich eingereicht werden und alle relevanten Informationen enthalten, wie z.B. das Kündigungsdatum und eine kurze Begründung.
  • Netzwerk pflegen: Eine vorzeitige Kündigung muss nicht zwangsläufig negative Auswirkungen auf die berufliche Zukunft haben. Es ist wichtig, professionelle Kontakte zu pflegen und möglicherweise ehemalige Kollegen oder Vorgesetzte auch nach dieser kurzen Zeit um Referenzen zu bitten.
  • Daraus lernen: Eine vorzeitige Kündigung kann eine wertvolle Lektion sein. Man kann daraus lernen, was man in einem Job sucht und welche Aspekte für die eigene Zufriedenheit am Arbeitsplatz wichtig sind.

Auswirkungen der Kündigung in der Probezeit auf den Lebenslauf

Die Kündigung in der Probezeit eines Arbeitsverhältnisses kann große Auswirkungen auf den Lebenslauf der Arbeitnehmenden haben. Eine solche Kündigung kann Brüche im beruflichen Werdegang hinterlassen, die bei potenziellen Arbeitgebern Fragen aufwerfen könnten. Dies könnte die Wahrnehmung von beruflicher Stabilität und Entschlossenheit beeinträchtigen und somit den beruflichen Fortschritt negativ beeinflussen.

Darüber hinaus könnten häufige Jobwechsel oder vorzeitige Kündigungen dazu führen, dass Arbeitgeber zögern, jemanden einzustellen, der in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatte, langfristige Arbeitsverhältnisse aufrechtzuerhalten. Dafür gibt es nun ein Begriff – Jobhopping. Das Fehlen positiver Referenzen oder die Unfähigkeit, Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten aufzubauen, können sich negativ auf die zukünftigen Bewerbungen auswirken.

Die persönliche Unsicherheit und der Selbstzweifel, die mit Kündigungen in der Probezeit einhergehen können, würden in einigen Fällen zu einer beeinträchtigten beruflichen Zufriedenheit und einem geringeren Selbstvertrauen führen. Ein solcher Verlauf führt dazu, dass man sich bei der Suche nach neuen Jobs weniger zuversichtlich und engagiert fühlt und die eigene Motivation verliert.

Schritt zu einer besseren beruflichen Perspektive

Die Auswirkungen der vorzeitigen Kündigung hängen jedoch auch von der Art der Arbeit, der Branche und den individuellen Umständen ab. Deshalb muss man nicht alles unbedingt so negativ sehen. In einigen Fällen kann eine Kündigung den Weg zu besseren beruflichen Möglichkeiten ebnen, wenn sie als Schritt zu einer besseren beruflichen Perspektive oder als Gelegenheit zur Entwicklung neuer Fähigkeiten angesehen wird.

Es ist entscheidend, wie man mit der Situation umgeht, wie man sie in Bewerbungen darlegt und wie man sich in der Folgezeit beruflich weiterentwickelt. Entscheidend ist auch, wie man bei den künftigen Vorstellungsgesprächen so eine vorzeitige Kündigung begründet. Ist diese Entscheidung gut nachvollziehbar, steht der neuen beruflichen Perspektive nichts im Wege.

Konsequenzen und Aspekte beim Arbeitsamt nach Kündigung in der Probezeit

Bei einer vorzeitigen Kündigung und der daraus resultierenden Arbeitslosigkeitssituation (falls man keine neue Stelle gefunden hat) können verschiedene Konsequenzen und Aspekte beim Arbeitsamt oder Arbeitsvermittlungsdienst relevant sein:

  • Sperrfrist: In einigen Fällen könnte das Arbeitsamt eine Sperrfrist verhängen, während der kein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht. Diese Sperrfrist wird normalerweise verhängt, wenn die Kündigung aus eigenem Verschulden erfolgt ist, beispielsweise bei einem Fehlverhalten am Arbeitsplatz oder einer wiederholten frühzeitigen Kündigung.
  • Arbeitslosengeldanspruch: Ob und wie viel Arbeitslosengeld gezahlt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Dauer der vorherigen Beschäftigung und die individuellen Versicherungszeiten. Frühzeitige Kündigungen könnten den Anspruch auf Arbeitslosengeld beeinflussen.

Bewertung des Arbeitgebers nach Kündigung in der Probezeit

Ob man nach einer Kündigung eine Bewertung des Arbeitgebers schreiben sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier sind einige Überlegungen:

Pro:

  • Transparenz: Eine ehrliche Bewertung kann anderen potenziellen Mitarbeitern helfen, sich ein realistisches Bild von der Arbeitsumgebung und Kultur zu machen.
  • Feedback: Die Rückmeldung, die man gibt, kann dem Arbeitgeber helfen, Schwachstellen zu erkennen und möglicherweise Änderungen vorzunehmen, um die Situation für zukünftige Mitarbeiter zu verbessern.
  • Bewusstsein schaffen: Durch die öffentliche Bewertung könnte das Bewusstsein für bestimmte Probleme oder Bedenken geschärft werden, die in der Organisation existieren.

Contra:

  • Persönliche Konsequenzen: Eine kritische Bewertung könnte Auswirkungen auf das Verhältnis zum ehemaligen Arbeitgeber haben, vor allem wenn man weiterhin in der Branche oder Region arbeiten möchte. Oder wenn man trotz Umstände auf ein gutes Arbeitszeugnis hofft.
  • Eigene Verantwortung: Es ist wichtig, sich darüber bewusst zu sein, welche Rolle man selbst bei den Problemen gespielt hat. Eine Bewertung sollte fair und ausgewogen sein.
  • Rechtliche Aspekte: In einigen Fällen könnten negative Bewertungen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn sie als diffamierend oder unwahr angesehen werden.

Wenn man sich dazu entscheidet, eine Bewertung abzugeben, sollte man sicherstellen, dass diese konstruktiv und sachlich ist. Statt persönliche Angriffe zu veröffentlichen, könnte man sich darauf konzentrieren, die Erfahrungen objektiv zu beschreiben und Feedback zu geben, das für andere nützlich sein wird. Es kann auch hilfreich sein, die eigene emotionale Reaktion auf die Situation zu überdenken und sicherzustellen, dass die Bewertung nicht impulsiv oder negativ motiviert ist.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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