Von Stockholm nach Helsinki 08.07.2016, 07:29 Uhr

Mit dem Hyperloop in einer halben Stunde durch die Ostsee

Künftig von Stockholm nach Helsinki in 28 Minuten für 20 €? Wo heute die Fähre 17 Stunden und 30 Minuten benötigt? Ja, das würde gehen. Mit dem Überschallzug Hyperloop One. Und dem Bau eines der weltweit längsten Seetunnel. Ob das Projekt Realisierungschancen hat?

Mit einer Hyperloop-Strecke würden Helsinki und Stockholm enger aneinander rücken: Nur 28 Minuten Reisezeit lägen dann noch zwischen den beiden Hauptstädten in Finnland und Schweden.  

Mit einer Hyperloop-Strecke würden Helsinki und Stockholm enger aneinander rücken: Nur 28 Minuten Reisezeit lägen dann noch zwischen den beiden Hauptstädten in Finnland und Schweden.  

Foto: Hyperloop One

500 Kilometer müssten Reisende in den Hyperloop-Kapseln zurücklegen, mit bis zu 1225 km/h durch die Vakuum-Röhre rasen, um von Stockholm in 28 Minuten Helsinki zu erreichen. Um die Strecke zwischen der finnischen und der schwedischen Hauptstadt zu realisieren, ist nach einer jetzt vorgelegten Studie jede Menge Geld nötig: Laut Berechnungen des Konsortiums FS Links und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG soll das gesamte Projekt 19 Mrd. € kosten. Dafür soll eine Hyperloop-Strecke gebaut werden, die unterirdisch, oberirdisch auf Pylonen und für den Teil durch die Ostsee unter Wasser verläuft. Unter Wasser würde einer der längsten Seetunnel der Welt entstehen.

8,21 Mrd. € veranschlagt KPMG für den Bau der Unterseeverbindung durch den Bottnischen Meerbusen über die Åland-Inseln. Weitere 4,49 Mrd. € entfallen auf die Teilstrecke in Schweden zwischen Stockholm, dem Flughafen Arlanda, Uppsala und Norrtälje. In Finnland müssten 6,3 Mrd. € für die Strecke zwischen Helsinki, dem Flughafen Vantaa, Espoo, Lohja, Salo und Turku investiert werden.

Investoren rechnen mit Bauzeit von zwölf Jahren

In acht Jahren könnten laut FS Link und Hyperloop One die Teilstrecken in Schweden und Finnland fertiggestellt werden. Reine Bauzeit. Genehmigungsverfahren, Klärung von Sicherheitsfragen etc. sind dabei nicht enthalten. Für den Bau der Unterseeverbindung benötige man insgesamt zwölf Jahre. Geschaffen würde durch die schnelle Verbindung eine länderübergreifende Metropolregion.

Die geplante Hyperloop-Verbindung soll von Helsinki über Marienhamn auf den Åland-Inseln bis nach Stockholm reichen.

Die geplante Hyperloop-Verbindung soll von Helsinki über Marienhamn auf den Åland-Inseln bis nach Stockholm reichen.

Quelle: FS Links

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Als Geldgeber im Visier haben die Planer deshalb nicht nur lokale Behörden und private Investoren, sondern auch die EU. Mit Ticketverkäufen sollen laut Studie innerhalb von zehn Jahren bis zu einer Milliarde Euro erwirtschaftet werden – dafür müssten 42,7 Millionen Passagiere den Hyperloop nutzen.

Die Hyperloop-Technik steckt noch im Entwicklungsstadium

Dabei befindet sich die Technik noch im Entwicklungsstadium. Nur 800 m lang ist die Teststrecke in der Wüste Nevadas. Doch Ingenieure glauben an das neue Transportsystem. Auch in Deutschland. An Hyperloop One als Projektpartner ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn beteiligt: die DB Engineering & Consulting, eine Ingenieursparte des Konzerns. Und Russland plant den Bau einer 700 km langen Hyperloop-Strecke zwischen Moskau und Sankt Petersburg. Die Überschallzüge sollen Waren transportieren ­– später auch in abgelegene Landesteile.

So stellt Hyperloop One die Unterwasser-Verbindungen dar.

So stellt Hyperloop One die Unterwasser-Verbindungen dar.

Quelle: Hyperloop One

Die Idee des Hyperloop geht auf den Visionär und Unternehmer Elon Musk zurück, der unter anderem die Unternehmen Tesla und SpaceX gegründet hat. Die erste Strecke soll zwischen San Francisco und Los Angeles gebaut werden.

Und wer will die Hyperloop-Strecke durch die Ostsee durchsetzen? Hinter dem Konsortium FS Links stecken Unternehmen und Regionen wie das finnische Turko, bekannt für seine Werftindustrie, der finnische Unternehmensverband Yrittäjät, in dem 115.000 Unternehmen zusammengeschlossen sind, sowie mehrere Beratungs- und Ingenieurunternehmen aus Schweden, Finnland und Großbritannien wie Ramboll, Volterra, Setterwalls, The Railway Consultancy, KPMG und Salo.

 

Ein Beitrag von:

  • Martina Kefer

    Diplom-Medienpädagogin und Ausbildung zur Journalistin beim Bonner General-Anzeiger

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