Coradia iLint 13.07.2021, 14:55 Uhr

Wasserstoff-Zug: Weltweit größte Flotte entsteht in Deutschland

Wo bislang Dieselschwaden in die Luft stiegen, entweicht nun Wasserdampf dem Auspuff der weltweit ersten Wasserstoffzug-Flotte. Coradia iLint erreicht eine Reichweite von 1.000 Kilometern. Welche Stadt die größte Flotte baut.

Ab 2022 soll in Hessen die größte Wasserstoffzug-Flotte weltweit starten. 27 Züge des neuen Fahrzeugtyps Coradia iLint der Firma Alstom werden im Industriepark Höchst in Frankfurt am Main mit Wasserstoff betankt – dieser fällt dort als Abfallprodukt an.

Coradia iLint ist der erste Wasserstoff-Zug der Welt, der den Linienverkehr aufnimmt. Bis 2021 will Hersteller Alstom 14 weitere Züge an die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachen liefern.

Foto: Alstom

Coradia iLint ist der erste Wasserstoff-Zug der Welt, der den Linienverkehr aufnimmt. Bis 2021 will Hersteller Alstom 14 weitere Züge an die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachen liefern.

Foto: Alstom

Coradia iLint ist der erste Wasserstoff-Zug der Welt, der den Linienverkehr aufnimmt. Bis 2021 will Hersteller Alstom 14 weitere Züge an die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachen liefern.

Foto: Alstom

Seit Montag ist der Coradia iLint im Linienverkehr in Niedersachsen unterwegs. Seit 2017 fuhr er im Testbetrieb.

Foto: Alstom

Coradia iLint ist der erste Wasserstoff-Zug der Welt, der den Linienverkehr aufnimmt. Bis 2021 will Hersteller Alstom 14 weitere Züge an die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachen liefern.

Foto: Alstom

Viel Platz bietet der Wasserstoffzug seinen Fahrgästen.

Foto: Altstom

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Hemer-Firmenlogo
Architekt/in bzw. Ingenieur/in (w/m/d) für unseren Hochbau in Vollzeit oder Teilzeit Stadt Hemer
Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende-Firmenlogo
Projektingenieur:in Brückenbau Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Hamburg Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Fachgruppenleiter / Fachgruppenleiterin (w/m/d) Klimatechnik im Gebäudemanagement Baden-Baden SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Baden-Baden Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Office Group Planen & Bauen GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Office Group Planen & Bauen GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Bauleitung und Bauüberwachung von Autobahnprojekten Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Kölner Verkehrs-Betriebe AG-Firmenlogo
Bauleiter*in Tiefbau / Fahrleitung Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Maschinenbau Silberhorn GmbH-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) (Sonder-)Maschinenbau Maschinenbau Silberhorn GmbH
Parsberg (Lupburg) Zum Job 
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Schöpflin Stiftung-Firmenlogo
Head of Operations (m/w/d) Schöpflin Stiftung
Lörrach Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Technischer Angestellter (m/w/d) Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Hochbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr-Firmenlogo
Bauingenieur - Sachgebietsleitung Kreisstraßenmanagement (w/m/d) Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6-Firmenlogo
Ingenieur*in Nachrichtentechnik (m/w/d) Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Straßenplanung und Entwurf Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Zweigniederlassungsleiter Großprojekte West (m/w/d) über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Nordrhein-Westfalen Zum Job 

Die Wasserstoffzüge werden auf den Taunus-Linien RB 11, RB 12, RB 15 und RB 16 fahren. Das Ziel: Die nachhaltigen Züge sollen die bisher eingesetzten Dieselzüge ersetzen. Coradia iLint ist bereits zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude unterwegs.

Klimafreundliche Alternative zu Dieselzügen

Herz des Wasserstoffantriebs ist eine Brennstoffzelle. Sie wandelt Umgebungsluft und Wasserstoff in Wasser um. Bei dieser exothermen Reaktion entsteht Strom, der Lithium-Ionen-Akkus im Fahrzeugboden auflädt. So steht genügend Energie für den Elektromotor zur Verfügung, der den Zug auf eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h beschleunigt. Und dank eines sogenannten Rekuperationssystems lässt sich auch aus der Bremsenergie Strom für die Akkus gewinnen.

Deutz stellt Wasserstoffmotor vor: Eine Besonderheit überrascht

Die CO2-Emissionen liegen bei Null, sofern der Wasserstoff mit Hilfe erneuerbarer Energien hergestellt wurde. Aus dem Auspuff strömt lediglich harmloser Wasserdampf. „Die emissionsfreie Antriebstechnologie des Coradia iLint bietet eine klimafreundliche Alternative zu konventionellen Dieselzügen, gerade auf nichtelektrifizierten Strecken“, unterstreicht Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann.

Eine Wasserstoff-Füllung reicht für 1.000 km

Derzeit ist der Zug auf eine mobile Tankstelle angewiesen, die neben den Gleisen zum Beispiel im Bahnhof Bremervörde steht. Sie pumpt gasförmigen Wasserstoff aus einem 12 m langen Stahlcontainer in einen Tank auf dem Dach des Zuges. Mit einer Füllung fährt Coradia iLint 1000 km weit und ist somit den ganzen Tag im Elbe-Weser-Netz einsatzfähig. 2021 will die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachen (LNVG) eine festinstallierte Wasserstoff-Tankstelle in Betrieb nehmen, um dann 14 weitere Wasserstoffzüge zu versorgen, die Alstom in drei Jahren liefern wird.

Funktionsweise des Zugs: Der gasförmige Wasserstoff ist in Tanks auf dem Dach gespeichert. Eine Brennstoffzelle lässt den Wasserstoff mit der Umgebungsluft reagieren. Dabei entsteht Strom, der Akkus im Fahrzeugboden auflädt.

Funktionsweise des Zugs: Der gasförmige Wasserstoff ist in Tanks auf dem Dach gespeichert. Eine Brennstoffzelle lässt den Wasserstoff mit der Umgebungsluft reagieren. Dabei entsteht Strom, der Akkus im Fahrzeugboden auflädt.

Quelle: Alstom

Nun können die Wasserstoff-Züge auch bundesweit zum Einsatz kommen. „Wasserstoff ist eine echte emissionsarme und effiziente Alternative zum Diesel“, ist Enak Ferlemann überzeugt, Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr. Insbesondere auf Nebenstrecken, an denen Oberleitungen unwirtschaftlich sind, könnten die Züge sauber und umweltfreundlich unterwegs sein. „Deshalb unterstützen und fördern wir diese Technologie, auch um sie weiter in die Fläche zu bringen.“ Im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) werden aktuell noch rund 30 bis 35 Prozent aller Strecken mit Dieselloks befahren – doch das Ende naht. Außerdem sollen die Fahrten mit den Wasserstoffzügen geräuscharmer sein.

Nicht nur Züge können ihren Strom aus Wasserstoff mit Hilfe von Brennstoffzellen selbst erzeugen. Tesla bringt einen Wasserstoff-Truck auf den Markt, mit Brennstoffzellen-Technik von Bosch.

Bombardier, die TU Berlin und lokale Verkehrsbetriebe arbeiten derweil noch an einer anderen Idee, dem Batteriezug. Er soll kürzere Strecken ohne Oberleitung mit einem eigenen Akku überbrücken.

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitete während seines Studiums der Kommunikationsforschung bei verschiedenen Tageszeitungen. 2012 machte er sich als Journalist selbstständig. Zu seinen Themen gehören Automatisierungstechnik, IT und Industrie 4.0.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.