Per Kapsel durch Europa 03.07.2019, 10:03 Uhr

Europas erster Hyperloop ist fertig

Das niederländische Start-up Hardt hat das erste funktionstüchtige Hyperloop-System in Europa entwickelt. Nach einer zweijährigen Testphase ist nun ein 30 Meter langes Teilstück des Systems fertiggestellt. Aus der Hyperloop-Verbindung zwischen Amsterdam und Paris wird aber vorerst nichts.

Abbildung des Hyperloop-Tunnels mit Kapsel

So wird der Hardt Hyperloop aussehen, wenn er komplett fertiggestellt ist.

Foto: Hardt

Bei einer groß aufgezogenen Enthüllungsveranstaltung in Delft präsentierte Hardt Hyperloop die Fortschritte der Technologie. Das niederländische Start up wird von EIT Inno-Energy gefördert. Unter der sogenannten HLS-Technologie (Hyperloop Lane Switch) versteht man eine Spurwechseltechnologie. Mit dieser können Hyperloop-Kapseln ohne eine bewegliche Komponente die Spur wechseln. Die Beförderungskapseln können das Netz befahren oder es verlassen. Die Geschwindigkeit bleibt dabei immer gleich. Der erfolgreiche Abschluss des ersten Teilstücks ist ein großer Schritt in Richtung Hyperloop-Tunnelsystem in Europa.

Die erste Testphase bestand aus der Auswertung der grundlegenden Hyperloop-Technologie. Dazu zählten:

  • magnetisches Schweben
  • Niederdruckumgebungen
  • Antriebssystem
  • Simulation von Fracht- und Passagierbeförderung
  • Spurwechsel

Jacob Ruiter erklärte auf der Eröffnungsfeier: „Der Abschluss der Tests ist ein Meilenstein für die gesamte Hyperloop-Technologie. Ist diese Technologie erst einmal marktreif, wird sich unsere Art der Fortbewegung grundlegend verändern.“ Der CEO von Inno-Energy Benelux führte weiter aus, dass so eine nachhaltige Alternative zu Kurzstreckenflügen oder Zugfahrten geschaffen werden würde.

Die erste Demo des europäischen Hyperloop-Tunnels zeigt dieses Video:

So funktioniert die Hyperloop-Technologie

Das System der Niederländer setzt sowohl Magnete wie auch Elektromagnete ein. Mit dieser Kombination kann mehr Gewicht als das eines Autos gehoben werden. Das Start up achtet darauf, so wenig Energie wir möglich für diesen Prozess aufzuwenden. Nach eigenen Angaben wird eine Energiemenge zum Einschalten einer Glühbirne verwendet. Die Teststrecke in Toulouse besteht aus Stahl. Angetrieben wird das Fahrzeug lediglich mit eleketrischer Energie. Vorstellen kann man sich das Fahren wie auf einer Magnetwelle. Hat der Elektromotor das Fahrzeug erst einmal auf die gewünschte Reisegeschwindigkeit gebracht, benötigt er nur noch einen Bruchteil der Energie, um im gleichen Tempo weiter zu reisen. Die hohen Geschwindigkeiten werden durch die Kombination von Levitation und einer Umgebung ohne Luftwiderstand erreicht. Die Umgebung wird mit einer Vakuumpumpe geschaffen.

Sehen kann man die Kapseln im Inneren nicht, denn sie werden durch verdeckte Rohre geleitet. Das innovative Fahrzeug ist mit einem Oberlicht ausgestattet, welches die Wahrnehmung des Tunnels erweitert. Das Dach der Kapseln ist ein weiteres technisches Highlight: Es zeigt die aktuelle Tageszeit und das Wetter des Standorts. Fahrgästen soll so eine besonders komfortable Reise ermöglicht werden.

Die nächsten Hyperloop-Phasen

In Phase 2 soll eine 3 km lange Strecke gebaut werden, auf der verschiedene Hyperloop-Unternehmen ihre Kapseln testen können. Das gigantische Röhrenprojekt, das ursprünglich der Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk erdacht hat, nimmt also Gestalt an. Letztes Jahr hatte das Start up noch ambitioniertere Ziele als ein Teilstück des Tunnelsystems fertigzustellen. Eine Hyperloop-Verbindung zwischen Amsterdam und Paris sollte bis 2021 befahrbar sein. Von diesem Plan hat sich das Start up verabschiedet. Ursprünglich sollten die Kapseln mit Waren oder Personen innerhalb von 30 Minuten am Ziel sein. Eine kommerzielle Strecke sollte zudem in den Emiraten entstehen.

Stattdessen wird in den nächsten 2 Jahren ein Forschungs- und Entwicklungszentrum mit einem 3 Kilometer langen Testtunnel aufgebaut. Das Zentrum soll „European Hyperloop Centre“ heißen.  Am Start up Hardt sind Großkonzerne wie die Deutsche Bahn, Continental und Tata Steel interessiert. Des Weiteren ist die Technologie für Flughäfen spannend. Flughäfen von Amsterdam und Frankfurt haben bereits ihr Interesse bekundet, eine Schnellverbindung via Hyperloop innerhalb von 30 Minuten zwischen den beiden Flughäfen zu schaffen.

Die Kapseln in den Tunneln sollen zukünftig eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 1.200 Kilometern pro Stunde erreichen. Bisher liegt der Rekord bei 457 Kilometern pro Stunde.

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