Hyperloop

Hyperloop

Foto: panthermedia/malpetr

Seit Elon Musk vor einigen Jahren seine Idee für den schnellen Transport in einem Vakuum-Tunnel, den Hyperloop vorstellte, hat das Konzept weltweit eine große Community begeistern können. Hier blicken wir auf die Entwicklung der Hyperloop-Technologie, Vor- und Nachteile und wie es um eine Einführung in Deutschland steht.

Hyperloop Entwicklung

Die grundlegende Idee zur schnellen Reise in einem Vakuum-Tunnel geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die konkrete Entwicklung von Hyperloop begann jedoch damit, dass Elon Musk mit der Entwicklung des California-High-Speed-Rail-Projekts unzufrieden war. So seien die Kosten im Vergleich zu Sicherheit und Geschwindigkeit zu hoch. Musk schwebte eine andere Lösung vor. Das Konzept zu Hyperloop wurde bis August 2013 bei Space X und Tesla entwickelt und anschließend präsentiert. Im Gegensatz zur klassischen Projektentwicklung sollte Hyperloop durch Ideen aus der Community entwickelt und verbessert werden. Musk selbst verglich das Konzept mit der Weiterentwicklung quelloffener Software. Um diese Kollaboration voranzutreiben, wurden Wettbewerbe ins Leben gerufen, die Teams aus der ganzen Welt die Möglichkeit bieten, ihr Konzept vorzustellen. Der erste dieser Wettbewerbe, die SpaceX Hyperloop Pod Competition, fand 2016 statt. Ziel war die Entwicklung neuer Konzepte für Transportkapseln. In einem weiteren Test standen dann weniger die Konzepte selbst, sondern die Hyperloop Geschwindigkeit im Mittelpunkt. Bei beiden Tests gewann das „WARR Hyperloop Team“ der technischen Universität München in Sachen Geschwindigkeit.

Bekannte Hyperloop Unternehmen

Zur Realisierung von Hyperloop-Projekten wurde eine Reihe von Unternehmen gegründet. 2013 startet Hyperloop Transportation Technologies (HTT) und ein Jahr später Hyperloop One, welches sich inzwischen Virgin Hyperloop nennt. Beide Unternehmen agieren unabhängig von Elon Musk und beschäftigen sich mit der Entwicklung, Weiterentwicklung und Vermarktung der Hyperloop-Technologie. Die 2016 von Elon Musk gegründete Boring Company beschäftigt sich hingegen mit dem Bau von Tunneln, die unter anderem für Hyperloop-Strecken genutzt werden sollen. Doch wie genau funktioniert Hyperloop?

Hyperloop kurz erklärt

Wie eingangs erwähnt setzt Hyperloop auf die Fahrt von Transportkapseln durch Vakuum-Tunnel. Diese werden als Röhren in der Erde eingegraben oder auf Stelzen gestellt. Die Art des Aufbaus ist abhängig von den jeweiligen Gegebenheiten des Standortes. Der fehlende Luftwiderstand und die nicht vorhandenen Berührungspunkte der Kapseln mit der Strecke ermöglichen hohe Geschwindigkeiten. Denn im Konzept ist vorgesehen, dass die Kapseln entweder auf einem Luftpolster schweben oder mithilfe eines Magnetfeldes bewegt werden. Während der Fahrt soll diese bei 1.200 km/h liegen. Dies soll dem Fahrgast durch eine besonders ruhige Fahrt nicht bewusst sein. Was klingt wie die perfekte Transportlösung für die Zukunft, hat allerdings nicht nur Vorteile.

Die Vor- und Nachteile des Hyperloop-Projekts

Hyperloop hat eine Reihe von Vorteilen. Das beginnt bei den Betriebskosten, die mit denen anderer Schnellzugsystemen vergleichbar sein sollen, während die Fahrgeschwindigkeiten deutlich höher sind. Das in Sachen Geschwindigkeit vergleichbare Flugzeug hingegen ist gegen Hyperloop vor allem im Hinblick auf CO2-Emissionen und andere Luftschadstoffe im Nachteil. Durch die Lagerung der Röhren, welche die Strecke ausmachen, sollen Züge außerdem gegen äußere Einflüsse wie Wetter und beispielsweise Erdbeben geschützt werden. Theoretisch ist die Fahrt also sehr sicher. Allerdings liegt hier auch die Herausforderung. Viele Eckdaten von Hyperloop, abgesehen davon, dass es grundsätzlich funktioniert, liegen nur theoretisch vor. Und viele Konflikte, vor allem bei Bau und Finanzierung stehen dem Projekt noch bevor.

Die größten Probleme des Projekts sind wirtschaftlicher und politischer Natur. Denn egal wie langsam oder unzuverlässig konventionelle Verkehrsmittel wie Bus, Bahn und Auto sein mögen, ihre Nutzung ist vergleichsweise günstig und gesellschaftlich akzeptiert. Hyperloop baut hingegen auf ein völlig neues Konzept, dessen langfristige Kosten und Funktionalität noch nicht erwiesen sind. Es ist dementsprechend unwahrscheinlich, dass es öffentliche Gelder für den Bau einer großen Infrastruktur gibt. Statt einer groß angelegten Einführung des Systems käme also ein Start in kleinem Rahmen infrage. Beispielsweise die Verbindung von Terminals an Flughäfen oder der Transport von Passagieren und Gütern auf vergleichbaren kleinen Strecken. Daneben bestehen weitere bürokratische Hürden die Zulassung betreffend, die bisher noch nicht genommen wurden. So könnten sich die Kosten für den Bau, selbst bei kleinen Strecken deutlich anders entwickeln, als bei den Prognosen angenommen. Schließlich übersteigen Bauvorhaben häufig den geplanten Rahmen und es ergeben sich neue Konflikte bei ausgewählten Standorten, die bei der theoretischen Planung nicht bedacht worden sind. Und trotzdem gibt es inzwischen erste Projekte, die über eine frühe Planungsphase hinaus sind.

Der aktuelle Stand von Hyperloop

Aktuell hat das System bereits eine Reihe von Tests hinter sich bringen können, welche die generelle Umsetzbarkeit und mögliche Geschwindigkeiten ausgelotet haben. Eine neue Teststrecke wurde in Toulouse in Südfrankreich gebaut. Dort sollen Tests im Originalmaßstab stattfinden können, um kommerzielle Strecken so schnell wie möglich vorantreiben zu können. Planungen für erste Strecken laufen bereits. Derzeit bekanntestes Beispiel ist eine Strecke zwischen Dubai und Abu Dhabi, die passend zur Expo 2020 fertiggestellt werden soll. Die Fahrt zwischen Anfang und Ende soll rund 12 Minuten dauern. Der Bau der Strecke soll zwischen 20 und 40 Millionen US-Dollar pro Kilometer kosten und in Abschnitten stattfinden. Auch in Deutschland gibt es inzwischen Pläne für den Einsatz des Transportsystems. Erster Standort: Hamburg. In den Niederlanden ist das Start up Hardt derzeit am weitesten. Eine Teilstrecke des Tunnels wurde 2019 veröffentlicht. Somit ist Europas erster Hyperloop fertiggestellt.

Hyperloop in Deutschland

Mit dem Transrapid blickt Deutschland bereits auf ein gescheitertes Projekt für einen modernen Hochgeschwindigkeitszug zurück. Entsprechend zögerlich sind die Reaktionen auf Elon Musks Transportsystem. Skepsis, beispielsweise beim Thema Sicherheit und Umsetzbarkeit überwiegt derzeit noch. Trotzdem wurde im Dezember eine Kooperation zwischen der Hamburger Hafen und Logistik AG und Hyperloop Transportation Technologies angekündigt. Im Hamburger Hafen soll das System zum automatisierten Transport von Containern errichtet werden. Viele Details zu diesem Projekt liegen derzeit allerdings noch nicht vor. Trotz des Mangels an fertigen Projekten wird die Hyperloop-Technologie als Zukunft des Transports gesehen. Nachfolgend eine kurze Zukunftsprognose.

Die Zukunft von Hyperloop

Die Zukunft von Hyperloop ist derzeit noch ziemlich offen. Befürworter des Projekts sehen darin die Zukunft des Transportwesens. Vor allem im Hinblick auf Energieverbrauch und Kosten für den Aufbau neuer Strecken könnte das System Maßstäbe setzen. Demgegenüber stehen allerdings viele offene Fragen, welche die technische Umsetzbarkeit und die Sicherheit betreffen. So ist zum Beispiel noch nicht geklärt, wie Passagiere bei einem Unfall aus dem luftleeren Tunnel evakuiert werden können. Auch die Abführung der möglicherweise entstehenden Wärme war bisher noch nicht Thema.

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