Neue Idee von Elon Musk 13.03.2018, 13:17 Uhr

Jetzt sollen autonome Busse durch unterirdische Tunnel rasen

Elon Musk hat sein Herz für Fußgänger und Radfahrer entdeckt. Mit seiner Firma The Boring Company will er diesen nun den Vorrang beim Transport durch unterirdische Tunnelsysteme einräumen. Und hat dazu ein erstes Video mit einem transparenten Konzeptbus präsentiert. Dieser soll 200 km/h schnell sein.

Elon Musk will künftig in unterirdischenTunnelsystemen vorrangig Fußgänger und Radfahrer in einer busähnlichen Transportkaspel befördern.

Elon Musk will künftig in unterirdischenTunnelsystemen vorrangig Fußgänger und Radfahrer in einer busähnlichen Transportkaspel befördern.

Foto: The Boring Company

Wollte Musk, bekannt für seine hochfliegenden Pläne wie die Besiedelung des Mars, zunächst Autos durch riesige Röhren unter der Erde transportieren, sollen nun Busse Vorfahrt haben: „Wenn sich jemand kein Auto leisten kann, sollte er zuerst dran sein“, so Musk auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Die vorgesehenen Haltestationen seien nicht größer als normale Parkplätze.

Die Boring Company unternimmt bereits Probebohrungen in Hawthorne (Kalifornien) auf dem Grundstück von Musks Raketenfirma Space X. Und auch an vereinzelten Standorten hat das Unternehmen für sein Tunnelsystem bereits Baugenehmigungen erhalten oder Grundstücke erworben, jedoch noch nicht mit Arbeiten begonnen.

 Wer wenig Geld hat wird bevorzugt befördert

Am Hyperloop als Transportsystem für Autos hat Elon Musk wohl inzwischen das Interesse verloren. Interesse verloren. Die mehr als 1.000 km/h erreichende Rohrpost für Autos wird von anderen Unternehmen vorangetrieben. Der umtriebige Unternehmer und Erfinder, der Elektroautos, Raketen und Tunnelbohrmaschinen produziert, will nun lieber ein völlig neues Nahverkehrsmittel auf die Beine stellen.

Man könnte sagen, es ist ein 200 Kilometer pro Stunde schneller, autonomer elektrischer Bus, der zwischen Tunneln und Aufzügen hin- und her wechselt“, sagt Musk. Menschen, die sich kein Auto leisten könnten, sollen zuerst befördert werden.

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Kleinbus versinkt im Untergrund

Fußgänger und Radler sollen die Kleinbusse oberirdisch barrierefrei besteigen können. Wenn die Türen geschlossen sind wird die Transportkapsel per Aufzug nach unten befördert. Nach einigen Metern erreicht sie das Röhrensystem. Auf einer Beschleunigungsspur steigert sie ihr Tempo, bis sie sich gefahrlos in den Hauptfahrweg einreihen kann, auf dem zahlreiche Kapseln unterwegs sind.

Am Ziel angekommen wird der Kleinbus wieder ausgekoppelt, rollt bis zur Station und wird sanft an die Erdoberfläche gehievt. Die Stationen sollen oberirdisch nicht mehr Platz wegnehmen als ein leicht überdimensionierter Parkplatz.

Tausende Stationen sollen gebaut werden

Die neuen Pläne hat Musk höchstpersönlich vorgestellt. Auf Twitter. „Alle Tunnel und Hyperloops werden Fußgänger gegenüber Autos bevorzugen“, zwitscherte er. Und schrieb, dass sein Tunnelbohrunternehmen Boring Tausende Stationen bauen wolle. Das würde extrem viel Platz unter der Erde erfordern. Schließlich sind längere Be- und Entschleunigungsstrecken nötig – selbst wenn man mehrere nahe beieinanderliegende Stationen zusammenfasst, also alle Fahrzeuge auf einer Sammelstrecke auf Tempo bringt, ehe sie in die Hauptfahrbahn eingekoppelt werden.

Untertunnelung birgt Gefahren

Kritiker glauben, dass die Kosten so gigantisch sind, dass ein solches System niemals realisiert werden könnte. Außerdem bringt die Untertunnelung einer Stadt große Gefahren mit sich, erst recht, wenn die Röhren nahe beieinander verlaufen. Die Kölner können davon ein Liedchen singen: Beim Bau einer U-Bahn-Röhre brach 2009 das Stadtarchiv zusammen.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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