30 Ebenen 04.05.2017, 07:29 Uhr

Elon Musk will Verkehr in riesigen Röhren unter die Erde legen

Elon Musk hat mal wieder eine völlig abgefahrene Idee: Der Mann, der den Mars besiedeln will, macht sich jetzt auch im Untergrund zu schaffen. Musk will ein riesiges unterirdisches Verkehrsnetz bauen. Über 30 Ebenen tief soll es sich in der Erde erstrecken. Von seiner Vision hat Musk sogar ein Video drehen lassen. 

Elon Musk will Verkehr in riesigen Röhren unter die Erde legen
Im Tunnel angekommen: The Boring Company, von Elon Musk im Dezember 2016 gegründet, hat ein Mobilitäts-Konzept vorgestellt, das auf einem unterirdischen Tunnelsystem basiert.
Foto: The Boring Company
Elon Musk will Verkehr in riesigen Röhren unter die Erde legen
Auf der Plattform sollen die Autos mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h befördert werden.
Foto: Das Tunnelsystem soll über 30 Ebenen verlaufen
Elon Musk will Verkehr in riesigen Röhren unter die Erde legen
Das Tunnelsystem soll über 30 Ebenen verlaufen.
Foto: The Boring Company
Elon Musk will Verkehr in riesigen Röhren unter die Erde legen
Im Aufzug wird die Plattform samt Auto in das Tunnelsystem befördert.
Foto: The Boring Company
Elon Musk will Verkehr in riesigen Röhren unter die Erde legen
Ausgeschert: Am Fahrbahnrand befinden sich parkplatzgroße elektrische Plattformen, auf die Autos auffahren und so einen Stau umfahren können
Foto: The Boring Company
Elon Musk will Verkehr in riesigen Röhren unter die Erde legen
Strom erhalten die Plattformen ähnlich wie eine U-Bahn über eine Mittelschiene.
Foto: The Boring Company
Elon Musk will Verkehr in riesigen Röhren unter die Erde legen
Eingecheckt: Auf dieser Plattform geht es in den Untergrund.
Foto: The Boring Company

Dass es bei Tesla-Chef und SpaceX-Gründer Elon Musk, der auch schon über die Gründung von Großstädten auf dem Mars und der Zukunft des Menschen als Cyborg philosophiert hat, nicht nur bei diesem Filmchen bleibt – davon ist auszugehen. Ohnehin gibt es für dieses Projekt auch schon eine Firma: „The Boring Company“.

Mitte Dezember 2016 hatte Musk getwittert: „Der Verkehr macht mich verrückt. Ich werde eine Tunnelbohrmaschine bauen und einfach losgraben.“ Hört sich spaßig an, war aber ernst gemeint.

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Noch im gleichen Monat  gründete der milliardenschwere Unternehmer The Boring Company. Und im Februar machten Bilder von einer Testbohrung auf dem Gelände von Musks Weltraumfirma SpaceX die Runde.

Statt Schritttempo bis zu 200 km/h

Nun der nächste Schritt: das Video. Gezeigt werden oberirdisch fahrende Autos im dichten Verkehr. Am Fahrbahnrand befinden sich parkplatzgroße elektrische Plattformen, auf die Autos auffahren können. Und von dort in einem Aufzug in die Tiefe gebracht werden.

Unter der Erde wird die Plattform, die an den Unterbau eines Autoscooters erinnert, zum autonomen Transporter und befördert das Auto mit bis zu 200 km/h zum Ziel. Strom erhalten die silbernen Flitzer ähnlich wie eine U-Bahn über eine Mittelschiene. Ein weiterer Aufzug bringt das Auto am Ziel dann wieder ans Tageslicht.

Sechsmal schneller am Ziel

Wo Musk das Tunnelsystem bauen will? Zum Beispiel von Westwood in Los Angeles bis zum Los Angeles Airport. Und diese Strecke könnte man laut Musk dann in nur fünf bis sechs Minuten zurücklegen – statt wie heute in rund 30 Minuten im überirdischen Verkehr. Auf verstopften Straßen.

Wann es soweit sein wird? Das kann dauern. Laut Musk nimmt das Tunnelbohrprojekt aktuell nur etwa zwei oder drei Prozent seiner Zeit ein. Was das unterirdische Shuttlesystem kosten würde? Dazu gibt es noch keine Angaben. Etwa zehn Meilen lang müsste es sein und dann auf 30 Ebenen gebaut werden. Sehr teuer also. Aber Elon Musk müsste nicht mehr im Stau stehen – und viele andere genervte Autofahrer auch nicht.

Schnelligkeit verspricht Musk übrigens auch für die Bauarbeiten, sollten sie denn eines Tages beginnen: Heute zumindest bewegt sich Bohrer „Gary“ 14 Mal schneller als bisherige Tunnelbaumaschinen.

Vision Hyperloop wird Realität

Von Elon Musk stammt auch die Idee, Menschen in einer Unterdruckröhre mit Überschallgeschwindigkeit zu transportieren – ähnlich wie in einer Rohrpost. Und seit April ist sie fertig, die erste Teststrecke von Hyperloop One. Mitten in der Wüste Nevadas, umgeben von Bergen und Stoppelgras, steht die 500 m lange weiße Röhre. Künftig wollen Ingenieure hier Passagierkapseln für den Überschallzug testen. 

Interesse an der Hyperloop-Technologie hat übrigens auch die Deutsche Lufthansa. Mit Geschwindigkeiten von über 1.200 km/h wäre der Hyperloop auf manchen innerdeutschen Verbindungen wesentlich schneller als ein Flugzeug. Von München nach Berlin ließe es sich damit in einer halben Stunde reisen.

Ein Beitrag von:

  • Martina Kefer

    Diplom-Medienpädagogin und Ausbildung zur Journalistin beim Bonner General-Anzeiger

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