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Hyperloop: Deutschland nimmt Fahrt auf

15. März 2025

Hyperloop
Eröffnung der Teststrecke am 26.7.2023 auf dem Campus Ottobrunn / Taufkirchen. (v.l.n.r.): Domenik Radeck, Technischer Leiter TUM Hyperloop, Markus Blume, Bayerischer Staatminister für Wissenschaft und Kunst, Dr. Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident.
Foto: Andreas Heddergott / TUM
Seit 2023 gibt es in München eine Hyperloop-Teststrecke. In Emden wurde eine weitere Strecke eröffnet, die Tests in der Röhre erlaubt.
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Stellen Sie sich vor, Sie werden mit unglaublichen 900 Stundenkilometern durch luftleere Röhren von einer Stadt in die andere befördert – und das in einem geräumigen Fahrzeug mit bequemen Sitzen, WLAN und sogar Pflanzen, die für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Klingt nach Science-Fiction? Tatsächlich tüfteln Wissenschaftler auf der ganzen Welt an diesem Konzept. Gerade wurde in Emden eine Teststrecke eröffnet, bereits seit 2023 gibt es in Ottobrunn eine solche Strecke der TU München.

Inhaltsverzeichnis

Update 15. Märze 2025: Teststrecke in Emden eröffnet

In Emden wurde eine neue Hyperloop-Teststrecke eingeweiht. Forschende der Hochschule Emden/Leer entwickeln dort das Konzept weiter. Könnte der Hyperloop bald eine Alternative zum Zug- oder Flugverkehr sein?

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Das Prinzip erinnert an eine moderne Rohrpost. Kapseln, sogenannte Pods, bewegen sich durch eine weitgehend luftleere Röhre. Dadurch verringert sich der Luftwiderstand, und hohe Geschwindigkeiten werden mit geringem Energieaufwand möglich. Angetrieben werden die Kapseln durch Magnetschwebetechnik.

„Hyperloop ist eine ganz tolle Technologie, wo wir ganz viel Energie sparen können und trotzdem komfortabel und auch zügig ans Ziel kommen“, erklärt Thomas Schüning, Professor am Hyperloop-Institut der Hochschule Emden/Leer.

Die neue Testanlage

Auf dem Campus der Hochschule Emden/Leer wurde nun eine 27 Meter lange Hyperloop-Teströhre installiert. Sie besteht aus Stahl, ist gerade gebaut und an beiden Enden mit Hubtoren versehen. Laut Walter Neu, ebenfalls Professor am Hyperloop-Institut, handelt es sich um die längste Testanlage dieser Art in Deutschland.

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Höchstgeschwindigkeiten lassen sich in dieser kurzen Röhre zwar nicht erreichen. Doch die Anlage ermöglicht es, verschiedene technische Komponenten zu erproben. Die Forschenden untersuchen Antriebssysteme, Materialeigenschaften und Vakuumtechnologien. Der Fokus liegt zunächst auf dem Warentransport.

Hyper4Rail: Ein europäisches Projekt

Die Hochschule Emden/Leer ist in ein europäisches Netzwerk eingebunden. Vor wenigen Monaten haben sich Forschende mit weiteren Hyperloop-Entwicklern, Bahnbetreibern und Ingenieurbüros aus 13 Ländern zusammengeschlossen. Das Projekt mit dem Namen „Hyper4Rail“ soll die Grundlagen für eine industrielle Nutzung der Technologie bis in die 2030er Jahre legen.

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Der Weg zum kommerziellen Einsatz ist noch weit. Während der Warentransport innerhalb von fünf Jahren realistisch erscheint, dürfte es beim Transport von Passagieren länger dauern. „Wenn wir über Personentransport sprechen, sind wir eher bei einer Zeitskala von zehn Jahren“, sagt Neu.

Entscheidend für die Weiterentwicklung ist eine größere Teststrecke. Zwar gibt es ähnliche Anlagen in München und den Niederlanden, doch sie sind alle linear aufgebaut. Eine Kreisstrecke wäre für Dauertests erforderlich. Immer wieder wird die stillgelegte Transrapid-Teststrecke in Lathen ins Gespräch gebracht. „Wir könnten da 24/7 im Kreis fahren“, erklärt Schüning.

Meldung vom Juli 2023: Markus Söder eröffnet Teststrecke in Ottobrunn

Kürzlich eröffnete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in Ottobrunn bei München Europas erste TÜV-geprüfte Teststrecke in Originalgröße für den Passagierbetrieb an der Technischen Universität München (TUM). Die Teststrecke ist zunächst nur 24 Meter lang, weshalb das futuristische Fahrzeug mit fünf Passagierplätzen vorerst nur Schrittgeschwindigkeit erreicht. Geplant ist aber eine ein Kilometer lange Teststrecke, auf der auch die Öffentlichkeit den Hyperloop ausprobieren kann. Die TUM ist mit sechs Lehrstühlen aus verschiedenen Fakultäten an dem Projekt beteiligt.

Das Grundprinzip des Hyperloops beruht darauf, dass den Röhren mit Hilfe von Vakuumpumpen Luft entzogen wird, so dass sich der Pod, die Kapsel des Hyperloops, mit minimalem Luftwiderstand fortbewegen kann. Die Magnetschwebetechnik ermöglicht es den Pods, reibungsarm durch die Röhren zu gleiten und hohe Geschwindigkeiten zu erreichen.

Manche sehen den Hyperloop als möglichen Nachfolger der Magnetschwebebahn Transrapid, die allerdings nur zwischen Shanghai und dem Flughafen Pudong in China verkehrt und ansonsten wenig erfolgreich war.

Erfolgreiche Testfahrt

Bei einer ersten Testfahrt am 10. Juli 2023 wurde die volle Funktionsfähigkeit des TUM Hyperloop-Testsegments unter Beweis gestellt. Die Jungfernfahrt fand mit einer Passagierkapsel in der Vakuum-Teströhre statt.

Eine entscheidende Voraussetzung für den Passagierbetrieb war die Zertifizierung des Demonstrators für den Passagierbetrieb durch den TÜV Süd. Dank der umfangreichen Abnahme durch diesen Prüfdienstleister kann nun ein sicherer Betrieb der Anlage gewährleistet werden.

Demonstator besteht aus drei Hauptelementen

Der Hyperloop-Demonstrator der TUM besteht aus drei Hauptelementen. Das augenfälligste Element ist die 24 Meter lange Betonröhre mit einem Durchmesser von rund vier Metern. Sie beherbergt neben einer Plattform auch wesentliche Teile der Technik, die für das Schweben und den Antrieb der Passagierkapsel notwendig sind.

Die Passagierkapsel selbst ist sehr ansprechend gestaltet und verfügt über ein vollwertiges Interieur, das bis zu fünf Passagieren eine angenehme Reise ermöglichen soll. Speziell für den Einsatz im Vakuum optimiert, garantiert das Passagiermodul höchste Effizienz und Sicherheit während der Reise.

Die dritte und nicht minder wichtige Komponente des Demonstrators ist die Betriebsleitzentrale. Hier laufen alle Fäden zusammen, denn sie dient nicht nur der Steuerung des Gesamtsystems, sondern beherbergt auch wichtige Komponenten wie die leistungsstarken Vakuumpumpen.

Bereits im 19. Jahrhundert gab es ähnliche Ideen

Die Idee des Hochgeschwindigkeitstransports in luftleeren Röhren ist nicht neu. Bereits im 19. Jahrhundert hatte der Erfinder Alfred Ely Beach die Vision, das Prinzip der Rohrpost auch für den Personenverkehr zu nutzen. In New York wurde damals ein 95 Meter langer Tunnel gebaut, in dem ein Wagen mit Hilfe von Druckluft fuhr. Ähnliche Ideen gab es auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts, etwa das Schweizer Projekt Swissmetro, das ebenfalls auf Vakuumtunnel setzte.

Inzwischen hat das Unternehmen Virgin Hyperloop One bereits 2020 eine erste bemannte Testfahrt mit 172 Stundenkilometern auf einer eigenen Strecke in der Wüste von Nevada unternommen. Der Fokus liegt jedoch auf dem Transport von Gütern.

TU München mit eigenem Hyperloop-Programm

Die Technische Universität München hat sich intensiv mit der Hyperloop-Technologie beschäftigt und durchaus bereits Erfolge erzielt. Ihre Teams haben bei den von Elon Musk organisierten Wettbewerben für Studierende aus aller Welt stets den ersten Platz belegt. Im Jahr 2018 erreichten sie beeindruckende 470 Stundenkilometer, allerdings ohne Menschen an Bord.

Nun hat die TUM ein eigenes Hyperloop-Programm gestartet und ist zuversichtlich, dass die Zeit reif ist, diese revolutionäre Technologie in die Realität umzusetzen. Der Hyperloop wird elektrisch angetrieben und ist damit emissionsfrei, möglicherweise sogar klimaneutral. Er soll nicht mehr Energie verbrauchen als ein ICE-Zug und nicht teurer zu bauen sein – auch wenn konkrete Zahlen noch ausstehen.

In Ottobrunn wird nun weiter an der Technologie geforscht, unter anderem an der Abdichtung der Betonröhre, an der Kapsel, an der Sicherheit und dem Wohlbefinden der Passagiere sowie an der Steuerung und dem Antrieb. Die Vision hat durchaus etwas für sich: Eine Reise von München nach Berlin oder von Los Angeles nach San Francisco könnte in rund 40 Minuten möglich sein. Doch anders als der Transrapid eignet sich der Hyperloop nicht für die Verbindung vom Münchner Hauptbahnhof zum Münchner Flughafen, weil die Strecke zu kurz ist, wie Projektleiter Gabriele Semino erklärt.

(mit dpa)



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