324 km/h schnell 29.08.2017, 13:32 Uhr

Hyperloop: Münchner Studenten schaffen Tempo-Weltrekord in den USA

Der aktuell schnellste Hyperloop kommt von der TU München. Die angehenden Ingenieure haben beim zweiten Test in den USA mit 324 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Ausrichter Elon Musk hat den Münchnern per Twitter gratuliert. Das zweite deutsche Team aus Emden und Leer kam wegen einer Panne nicht ins Finale, bekam aber einen Innovationspreis.

Mit 324 km/h erreichte die Hyperloop-Kapsel der TU München die höchste Geschwindigkeit beim jüngsten Wettbewerb auf dem SpaceX-Testgelände in Kalifornien.

Foto: TU München

Die Hyperloop-Kapsel der Universität Emden/Leer erhielt einen Innovationspreis, durfte aber nicht im Finale starten.

Foto: Universität Emden/Leer

Einführen der Kapsel der TU München in die Teströhre auf dem SpaceX-Gelände in den USA. Nach dem Verschließen wird die Luft aus der Röhre herausgepumpt.

Foto: TU München

SpaceX- und Tesla-Chef Elon Musk gratulierte den Studenten der TU München persönlich zum Sieg. Ihre Kapsel war die schnellste aller 24 Teilnehmerteams.

Foto: TU München

Letzte Vorbereitungen vor dem Start.

Foto: TU München

SpaceX-Chef Elon Musk schaut durchs Guckloch: Der Milliardär war beim jüngsten Wettbewerb persönlich dabei.

Foto: TU München

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Foto: TU München

Foto: TU München

Foto: TU München

Foto: TU München

Foto: TU München

Foto: TU München

Foto: TU München

Im Finale mit drei Teams erreichte die Kapsel der TU München mit 324 km/h das mit Abstand höchste Tempo in der weitgehend leergepumpten, 1,25 km langen Teströhre in Hawthorne in Kalifornien. Das unten eingebettete Video von der Siegesfahrt zeigt nicht nur die enorme Beschleunigung der Kapsel, sondern auch das Abbremsen in Sekundenbruchteilen auf Null. Beeindruckend.

Die neue Münchner Kapsel war mehr als dreimal so schnell wie die erste Kapsel, mit der die Münchner im Januar am gleichen Wettbewerb teilgenommen hatten. Das zweitplatzierte Team aus Kanada kam auf nur knapp über 100 km/h. Das zweite Team aus Deutschland, Studenten der Hochschule Emden/Leer, schaffte dagegen keinen gültigen Versuch. Allerdings nicht aus eigener Schuld, sondern weil es technische Probleme mit der Unterdruckröhre gab.

Dennoch kam das Team aus Norddeutschland auf Rang 6 von 24 Teams aus der ganzen Welt, die jetzt in den USA am Start waren. Und die Studenten erhielten für ihr Sicherheits- und Bremskontrollsystem einen von drei Innovationspreisen.

Elon Musk griff Schweizer Idee auf

Der Hyperloop-Wettbewerb beruht auf einer Idee von Elon Musk, dem Gründer des Elektroautoherstellers Tesla, der auch Chef des Raumfahrtunternehmens SpaceX ist. Er hatte eine Idee aufgegriffen, die bereits in der Schweiz gedanklich umgesetzt worden war. Unterirdische Röhren, in denen ein niedriger Luftdruck herrscht, sollten die wichtigsten Städte des Alpenlandes miteinander verbinden. Darin sollten spezielle Personenzüge mit einem Tempo von 500 km/h verkehren. Das Projekt wurde 2009 wegen finanzieller Probleme aufgegeben.

Studenten bauen die ersten Hyperloops

Musk entwickelte die Idee weiter. Sein Hyperloop sollte in einer Röhre verkehren, in der der Luftdruck nahe bei Null liegt. Das würde den Widerstand auf ein Mindestmaß reduzieren. Damit wäre der Energiebedarf trotz hoher Geschwindigkeiten gering. Weil der Multiunternehmer für die Umsetzung seiner Idee keine Zeit hat, schrieb er den Wettbewerb aus und ließ in Kalifornien auf dem SpaceX-Gelände eine Vakuumröhre bauen.

Angesprochen fühlten sich Studententeams aus aller Welt, darunter die Münchner und das Team aus Emden und Leer.

Parallel dazu gibt es zwei Unternehmen, die im Hyperloop-Geschäft mitmischen, mit denen der schillernde Unternehmer aber nichts zu tun hat: Hyperloop Transportation Technologies und Hyperloop One, beide aus den USA. Hyperloop One kann bereits mit Hardware aufwarten. Im Mai 2016 ließ das Unternehmen einen Schienenwagen durch Nevada flitzen, um das geplante Antriebssystem zu testen.

Noch weit entfernt von der Traumgeschwindigkeit

Die Studenten sind längst weiter. Zumindest einige Teams haben bereits Kapseln entwickelt, die den Vorstellungen von Musk entsprechen, allerdings noch zu klein sind, um Menschen zu transportieren.

Der Hyperloop der Münchner wird von einem Elektromotor angetrieben, der eine Leistung von 50 kW hat. Damit er nicht abhebt, haben die Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt (WARR) eine Vorrichtung installiert, die das Fahrzeug gegen die Leitschiene drückt, damit die Räder stets eine gute Bodenhaftung haben. Das ist nötig, weil das Fahrzeug sehr leicht ist. Es besteht weitgehend aus faserverstärktem Kunststoff.

Von der Geschwindigkeit, von der Elon Musk träumt, ist die Münchner Rekordkapsel noch weit entfernt. Sie liegt bei 1.200 Kilometern pro Stunde, das entspricht fast der Schallgeschwindigkeit.

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