Moskau - Petersburg 02.06.2016, 14:11 Uhr

Russland will Überschallzug Hyperloop für Warentransport nutzen

In Russland könnten Waren zukünftig mit über 1200 km/h von Stadt zu Stadt rasen. Denn das Land plant den Bau eines Überschallzugs – frei nach der Hyperloop-Vision von Elon Musk. Eine erste Strecke soll St. Peterburg und Moskau verbinden.

Russland plant den Bau einer 700 km langen Hyperloop-Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg. Die Überschallzüge sollen Waren transportieren ­– später auch in abgelegene Landesteile.

Russland plant den Bau einer 700 km langen Hyperloop-Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg. Die Überschallzüge sollen Waren transportieren ­– später auch in abgelegene Landesteile.

Foto: Hyperloop Transportation Technologies

Mit einer Fläche von über 17 Millionen km2 ist Russland das größte Land der Erde – weit größer als Kanada und die USA, die es beide auf rund 10 Millionen km2 bringen. Entsprechend groß sind die Abstände zwischen den Städten. Für die 9288 km von Moskau zum südlichsten Punkt in Wladiwostok braucht die Transsibirische Eisenbahn beispielsweise 144 Stunden.

In Zukunft könnte das deutlich schneller gehen. Denn Russland plant, für den Warentransport Überschallzüge einzusetzen. Eine erste 700 km lange Hyperloop-Strecke wird St. Petersburg und Moskau verbinden, berichten russische Medien. Langfristig soll die Technik auch zum Einsatz kommen, um den abgelegenen Osten und Süden besser zu erschließen.

Russische Wissenschaftler bringen Gewichte zum Schweben

Um die Machbarkeit des Projekts auszuloten, hat die russische Staatsbahn RZD laut Zeitung Wedomosti eine Arbeitsgruppe mit Hyperloop One gebildet. Das US-amerikanische Start-up hat Mitte Mai einen rudimentären Prototyp des Überschallzugs in der Wüste Nevadas bei Las Vegas auf 160 km/h beschleunigt. Im Herbst will es eine 3 km lange Teststrecke mit einer Passagierkapsel testen. Die Arbeitsgruppe wird den Test anschließend auswerten und entscheiden, ob die Technologie für die RZD tatsächlich in Frage kommt.

Mit dem Überschallzug Hyperloop will Russland künftig auch Waren über große Strecken transportieren.

Mit dem Überschallzug Hyperloop will Russland künftig auch Waren über große Strecken transportieren.

Quelle: Hyperloop Transportation Technologies

Derweil sind russische Wissenschaftler aber nicht untätig. Sie haben beliebige Gewichte mit der Hyperloop-Technologie der magnetischen Levitation zum Schweben gebracht, zitiert die russische Zeitung RBC den Chef des Zentrums für die Entwicklung des Schienenpersonenverkehrs, Anatoly Zaitsev. Er verrät auch, wie teuer die Strecke zwischen St. Petersburg und Moskau sein soll: zwischen 12 und 13 Milliarden $.

Hyperloop: Menschen reisen wie in einer Rohrpost

Die Hyperloop-Idee ist bislang eigentlich für den Personentransport gedacht. Hinter der Vision, Menschen wie in einer Rohrpost zu befördern, steckt Elon Musk, der milliardenschwere Tesla-Gründer.

Russland will Überschallzug Hyperloop für Warentransport nutzen

Nur 1,9 Sekunden dauerte der erste Test des Hyperloops in der Wüste Nevadas in der Nähe von Las Vegas Kalifornien. Wichtigstes Ergebnis: Die Antriebstechnik funktioniert.

Foto: Hyperloop One

Russland will Überschallzug Hyperloop für Warentransport nutzen

Später wird der Hyperloop in einer Vakuumröhre zwischen Los Angeles und San Francisco fahren.

Foto: Hyperloop One

Russland will Überschallzug Hyperloop für Warentransport nutzen

Die Hyperloop-Tests der Antriebstechnik werden bis Jahresende dauern.

Foto: Hyperloop One

Russland will Überschallzug Hyperloop für Warentransport nutzen

Hyperloop One entwickelt auch die Vakuumröhren für den Überschallzug. 2019 will das Unternehmen mit dem Gütertransport starten. 

Foto: Hyperloop One

Russland will Überschallzug Hyperloop für Warentransport nutzen

Schon 2021 will Hyperloop One Passagiere mit dem Überschallzug befördern. Sie rasen dann wie in einer Rohrpost mit über 1200 km/h durch eine Vakuumröhre. 

Foto: Hyperloop One

Er ist allerdings mit anderen Projekten beschäftigt, unter anderem mit der Besiedlung des Mars. Also hat er das Hyperloop-Projekt als Open-Source-Projekt freigegeben. Seitdem versuchen sich Unternehmen wie Hyperloop One und Hyperloop Transportation Technologies (HTT) an der Umsetzung.

In der Röhre, die sich zwischen Los Angeles und San Francisco über 600 km erstrecken soll, wird Vakuum herrschen, in dem dann die Kabinen mit den Passagieren mit 1235 km/h hin und her rasen sollen.

In der Röhre, die sich zwischen Los Angeles und San Francisco über 600 km erstrecken soll, wird Vakuum herrschen, in dem dann die Kabinen mit den Passagieren mit 1235 km/h hin und her rasen sollen.

Quelle: Hyperloop

Das Prinzip: In der schmalen Transportröhre herrscht ein Teilvakuum. Die Passagierkapseln erzeugen mit Pressluft ein Luftkissen, auf dem sie wenige Millimeter hoch schweben. Magnetschwebetechnik sorgt dann für eine Vorwärtsbewegung bis zu 1235 km/h. Dabei verbraucht die Kapsel dank des niedrigen Luftdrucks wenig Energie.

Doch viele Fragen sind ungeklärt. Wie etwa muss die Außenhaut der Kapseln beschaffen sein, damit sie der Wärmeentwicklung standhält? Wie reagiert der Körper auf eine derart hohe Beschleunigung? Und welche Sicherheitssysteme greifen, wenn plötzlich der Strom ausfällt?

Auch die Slowakei prüft den Bau einer Hyperloop-Strecke

Auch andere Länder interessieren sich für die Hyperloop-Technologie. Die slowakische Regierung hat HTT zufolge im März eine schriftliche Vereinbarung getroffen, die Machbarkeit einer 400 km langen Strecke zwischen Bratislava und dem östlichen Košice zu prüfen. Pendler würden sie mit dem Überschallzug in nur 25 Minuten zurücklegen – bislang brauchen sie mit dem Auto gut viereinhalb Stunden. Die Strecke lässt sich leicht bis Wien verlängern.

Hyperloop One baut derzeit eine 3 km lange Teststrecke für eine Passagierkapsel. Eine Arbeitsgruppe mit der russischen Staatsbahn RZD wird die Tests anschließend auswerten.

Hyperloop One baut derzeit eine 3 km lange Teststrecke für eine Passagierkapsel. Eine Arbeitsgruppe mit der russischen Staatsbahn RZD wird die Tests anschließend auswerten.

Quelle: Hyperloop One

 

Von Patrick Schroeder

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