Nobelpreis 2019 08.10.2019, 10:43 Uhr

Der Medizin-Nobelpreis geht an Zellforscher aus USA und Großbritannien

Der Nobelpreis für Medizin oder Physiologie geht 2019 an 2 Amerikaner und einen Briten. William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Großbritannien) und Gregg Semenza (USA) erhielten für ihre Entdeckung molekularer Mechanismen, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen, den Nobelpreis. Diese Verleihung ist der Auftakt der Nobelpreis-Woche.

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Die Nobelpreis-Woche 2019 beginnt.

Foto: panthermedia.net/vladislavgajic

3 Zellforscher können sich über die berühmte Auszeichnung freuen. Kaelin, Semenza und Ratcliffe haben untersucht, wie Zellen Sauerstoffmengen erkennen und sich daran anpassen. Der Nobelpreis für Medizin ist mit 9 Millionen schwedische Kronen, umgerechnet 830.000 Euro, dotiert. Ihre Entdeckung ist bahnbrechend: Sie fanden molekulare Mechanismen, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt registrieren. Kaelin arbeitet an der Universität Harvard, Semenza ist an der John Hopkins University tätig und Ratcliffe forscht an der Universität Oxford.

Entdeckung hilft Patienten mit Sauerstoffarmut

Sauerstoff ist zwingend notwendig für Menschen und Tiere. Unser Körper braucht Sauerstoff, um ihn bei der Verbrennung von Nahrungsstoffen einzusetzen und Energie zu gewinnen. Eine zu große Sauerstoffmenge kann aber auch schädlich sein, da die Lebensluft durchaus aggressiv ist.

Die ausgezeichneten Wissenschaftler haben erforscht, wie Zellen Sauerstoff messen und auf verschiedene Mengen reagieren. Zusätzlich analysierten sie, welche molekularen Mechanismen dafür verantwortlich sind. Die Entdeckung kann bereits heute erfolgreich in der Medizin angewendet werden. Patienten mit Sauerstoffarmut profitieren genauso wie Menschen mit anderen Erkrankungen. Die Forschungen sind also von hoher klinischer Relevanz.

Gregg Semanza untersuchte zum Beispiel das Gen, das den Bauplan für das Hormon Erythropoietin an die Zellen liefert. Diesen Wachstumsfaktor nennt man Epo. Er fördert die Bildung von roten Blutkörperchen. Ratcliffe setzte hier an und forschte an dem Epo-Gen. Er fand heraus, wie das Gen auf unterschiedliche Sauerstoffmengen im Blut reagiert. Beide Forscher erkannten im Gewebe biologische Sauerstoffsensoren. Der Krebsforscher Kaelin untersuchte währenddessen, welche Rolle Sauerstoff bei der Entstehung der Krankheit spielt. Gewisse Krebstumoren fördern das Wachstum von Blutgefäßen. Gefäße, die im Tumor selbst sprießen, versorgen sich selbst mit Sauerstoff und wachsen stetig weiter. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler können nun in Krebsmedikamente einfließen und Tumore zum Absterben bringen. Die 3 Gewinner sind froh und stolz, sich den Preis teilen zu können, so das Karolinska-Institut.

Astronomen räumen Nobelpreis für Physik ab

Der Physik-Nobelpreis geht 2019 an 3 Astronomen. Sie haben einen erdähnlichen Planeten entdeckt. James Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz nennen sich die glücklichen Gewinner. Der Preis ist auch hier aufgeteilt. Der amerikanisch-kanadische Astronom James Peebles wird für theoretische kosmologische Entdeckungen geehrt. Michel Mayor und Didier Queloz aus der Schweiz bekommen den Nobelpreis für die Entdeckung eines Exoplaneten, der um einen sonnenartigen Stern kreist. Die Forscher an der Universität Genf hatten bereits 1995 den ersten Exoplaneten gesichtet, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist. Bis heute wurden mehr als 2.000 solcher Planeten entdeckt.

Nobelpreis: Weitere Auszeichnungen folgen

Bis Ende der Woche folgen die weiteren Auszeichnungen in Chemie, Literatur und Frieden. Am 14. Oktober wird schlussendlich noch der Wirtschaftsnobelpreis vergeben. Offiziell geehrt werden die Preisträger am 10. Dezember 2019. Das ist der Todestag des Stifters Alfred Nobel.

2018 gewannen ebenfalls Krebsforscher den Nobelpreis für Medizin. Die Immunologen James Allison und Tasuku Honjo erhielten für die Entwicklung spezieller Krebstherapien den Nobelpreis in der Kategorie Physiologie oder Medizin.

Seit 1901 wird der Nobelpreis in Stockholm und Oslo vergeben. Laut Alfred Nobels Testament aus 1895 sollen Menschen den nach ihm benannten Preis erhalten, “die der Menschheit im vergangenen Jahr den größten Nutzen erwiesen haben”. 904 Auserwählte und 24 Organisationen haben bislang den Nobelpreis in den Kategorien Medizin/Physiologie, Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften bekommen. 52 Mal wurden konnten sich Frauen über den Nobelpreis freuen, darunter zweimal Marie Curie.

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