Vierbeinige Kollegen 03.04.2024, 12:30 Uhr

Hund im Büro: Wie Unternehmen reagieren

Bürohunde am Arbeitsplatz werden immer beliebter, da sie Stressabbau, verbessertes Wohlbefinden der Mitarbeitenden, Förderung der sozialen Interaktion und Teamarbeit sowie eine erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung bieten.

Bürohund

Ein Hund am Arbeitsplatz - Der perfekte Begleiter für produktive und glückliche Mitarbeiter?

Foto: PantherMedia / AndreyPopov

Die COVID-19-Pandemie hat eine Welle von Haustieradoptionen ausgelöst, viele Menschen nutzten die Zeit zu Hause, um sich zum Beispiel einen Hund als treuen Begleiter anzuschaffen. Jetzt kehren immer mehr Menschen zurück ins Büro und stehen vor der Herausforderung, ihren geliebten Vierbeiner tagsüber gut unterzubringen. Nun entsteht die berechtigte Frage „Wohin mit dem Tier?“. Die Antworten darauf beschäftigen viele Hundebesitzer und erfordern eine sorgfältige Planung.

Markus Beyer, der Vorsitzende des Bürohunde-Verbands, berichtete  von einer starken Zunahme der Anfragen seit dem Ende der Pandemie, insbesondere von Unternehmen, darunter auch viele multinational tätige Konzerne. Er erklärte in einem dpa-Bericht, dass dieser Anstieg auch auf den Arbeitskräftemangel zurückzuführen ist und dazu führt, dass Unternehmen ihre Einstellungen überdenken. „Die Personalabteilungen haben registriert, dass die Genehmigung, den eigenen Hund mitzubringen, hilfreich bei der Mitarbeiterbindung und beim Recruiting sein kann“.

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In einigen Unternehmen besteht die Möglichkeit, den Hund mit ins Büro zu bringen. Aber ein Hund im Büro? Das mag für einige zunächst ungewöhnlich klingen, doch immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile, die ein vierbeiniger Kollege mit sich bringt. Bürohunde wurden in den letzten Jahren immer beliebter und haben sich zu einem Trend entwickelt, der das Arbeitsumfeld positiv verändert.

Mehr Akzeptanz von Hunden am Arbeitsplatz

Laut Markus Beyer, dem Vorsitzenden des Bundesverbandes Bürohunde, zeigt sich in Deutschland ein wachsendes Interesse von Unternehmen am Thema Hund am Arbeitsplatz. Gegenüber der dpa berichtete er, dass allein in den letzten drei Jahren die Anfragen dazu vervierfacht hätten. Seit seiner Gründung im Jahr 2014 engagiert sich der Verband aktiv für eine erleichterte Akzeptanz von Hunden am Arbeitsplatz. Als gemeinnütziger Verein hat der BVBH das vorrangige Ziel, die Vorteile von Bürohunden für Unternehmen und deren Mitarbeiter bekannt zu machen. Dabei unterstützt er sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber dabei, einen Bürohund auf eine Weise zu integrieren, die für alle Beteiligten gewinnbringend ist. Durch seine Arbeit trägt der Bundesverband Bürohund e. V. dazu bei, die positive Wirkung von Bürohunden im Unternehmensalltag bekannter zu machen und eine harmonische Koexistenz von Mensch und Hund zu fördern.

Diese Entwicklung ist nicht nur auf den Wunsch zurückzuführen, den Mitarbeitenden Anreize zu bieten, sondern auch auf die Erkenntnis, dass Hunde einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und die Arbeitsatmosphäre haben können. Es gibt derzeit keine genauen Erhebungen darüber, wie viele Unternehmen bereits Tiere in ihren Räumen zulassen. Aber wie es aussieht (auch wenn man die Jobanzeigen liest), ist die Tendenz steigend.

Der Deutsche Tierschutzbund sieht Vorteile für die Tiere selbst. Durch die Anwesenheit im Büro müssen Hunde nicht stundenlang alleine zu Hause warten. Dies verringert das Risiko, dass Hunde aufgrund von Zeitmangel im Tierheim abgegeben werden. Es wird deutlich, dass die Integration von Hunden am Arbeitsplatz nicht nur den Mitarbeitenden zugutekommt, sondern auch positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Betreuung der Tiere hat.

Welche Vorteile hat ein Bürohund für Unternehmen?

Die Anwesenheit eines Hundes im Büro bietet eine Vielzahl von Vorteilen für Mitarbeiter und Unternehmen.
Stressreduzierung: Es ist bekannt, dass Hunde den Stress reduzieren, die Stimmung verbessern und das allgemeine Arbeitsklima positiv beeinflussen können. Denn: Hunde sind bekannt dafür, Stress abzubauen und eine beruhigende Wirkung zu haben.

Positive Arbeitsatmosphäre: Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein kurzer Spaziergang mit dem Bürohund eine willkommene Abwechslung vom Arbeitsalltag bietet und zu neuen Energiequellen führt. Außerdem haben die vierbeinigen Kollegen die erstaunliche Fähigkeit, die Stimmung zu heben und eine positive Atmosphäre zu schaffen. Die spielerische Natur von Hunden bringt oft ein Lächeln auf die Gesichter der Mitarbeitenden und kann dazu beitragen, eine angenehme und entspannte Arbeitsumgebung zu schaffen.

Teambuilding: Ein weiterer Vorteil von Bürohunden besteht darin, dass sie das soziale Miteinander fördern. Hunde sind tolle Eisbrecher und, wie bereits geschrieben, schaffen sie eine entspannte Atmosphäre. Kollegen, die sich normalerweise nicht viel zu sagen haben, finden oft gemeinsame Gesprächsthemen rund um den Hund. Dies verbessert die Kommunikation und den Teamgeist im Büro.

Mitarbeiterzufriedenheit: Die Anwesenheit eines Hundes kann zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit führen, da sich die Mitarbeitenden wertgeschätzt und umsorgt fühlen. Das Zulassen von Hunden am Arbeitsplatz zeigt den Mitarbeitenden, dass ihre Bedürfnisse und ihr Wohlbefinden geschätzt werden. Die Möglichkeit, den eigenen Hund mit zur Arbeit bringen zu können, vermittelt ein Gefühl der Wertschätzung und Fürsorge seitens des Arbeitgebers. Dies kann die Mitarbeiterbindung stärken und das Engagement für das Unternehmen erhöhen.

Work-Life-Balance: Die Möglichkeit, den Hund mit zur Arbeit zu nehmen, ermöglicht es Mitarbeitenden, Arbeit und persönliche Verantwortung besser zu vereinbaren. Sie können sich sicher sein, dass ihr geliebter Vierbeiner nicht alleine zu Hause warten muss und in ihrer Nähe ist. Dies kann zu einer verbesserten Work-Life-Balance führen und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden steigern.

„War for talents“: Mag sein, dass es komisch klingen mag, aber auch im Kampf für die Fachkräfte, könnte ein Bürohund eine entscheidende Rolle spielen. Viele suchen aktiv nach Jobs, bei denen ein „Bürohund“ unter „Benefits“ angegeben wird. Deshalb ist ein zusätzlicher Vorteil im “War for talents” für das Unternehmen auch wichtig.

Was ist bei einem Bürohund zu beachten?

Bevor man seinen eigenen Hund mit ins Büro bringt, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Hier sind einige Aspekte, die vor der Integration eines Bürohunds sorgfältig überlegt werden sollten.

  1. Richtlinien und Zustimmung: Es sollten klare Richtlinien und Regeln für die Anwesenheit von Hunden am Arbeitsplatz aufgestellt werden. Alle Mitarbeiter sollten über die Einführung eines Bürohundes informiert werden. Es ist zudem wichtig, die Meinungen und Bedenken der Kollegen zu berücksichtigen. Einige Menschen können allergisch gegen Hunde sein oder haben möglicherweise Angst vor ihnen.
  2. Hundegerechte Umgebung: Ein sicherer und angenehmer Ort für den Hund im Büro sollte eingerichtet werden. Dies beinhaltet bequeme Liegeplätze, ausreichend Wasser und Futter, sowie genügend Möglichkeiten für kurze Gassirunden.
  3. Hygiene: Regelmäßige Reinigungsmaßnahmen sind entscheidend, um ein sauberes und hygienisches Arbeitsumfeld zu gewährleisten. Hundehaare sollten entfernt und Reinigungsprotokolle aufgestellt werden, um allergische Reaktionen bei Mitarbeitern zu minimieren.
  4. Training und Verhalten: Es ist wichtig, dass der Bürohund gut erzogen ist und grundlegende Gehorsamsregeln kennt. Ein Hundetraining vor der Einführung in das Büro kann dazu beitragen, mögliche Probleme zu lösen.

Wenn der Bürohund nervt…

Wenn der Bürohund nervt, müssen Unternehmen auch darüber nachdenken, wie sie mit dieser Herausforderung umgehen. Es ist wichtig, klare Richtlinien und Regeln für das Verhalten von Hunden am Arbeitsplatz aufzustellen. Dazu gehören beispielsweise Schulungen für Hundebesitzer, um sicherzustellen, dass ihre Tiere gut erzogen sind und keine Belästigung für andere Mitarbeiter darstellen. Darüber hinaus sollten Unternehmen auch alternative Lösungen anbieten, wie zum Beispiel spezielle Ruhezonen oder flexible Arbeitsbereiche für Mitarbeiter, die sich durch Hunde gestört fühlen.

Schließlich besteht kein automatischer Anspruch darauf, den eigenen Hund mit ins Büro zu bringen. Markus Beyer empfiehlt, dass eine Betriebsvereinbarung getroffen werden sollte, wenn Vorgesetzte und das Team zustimmen. Diese Vereinbarung sollte die Rechte und Pflichten aller Beteiligten klar definieren. Zudem ist es wichtig, wie bereits erwähnt, eine hundefreie Zone für Mitarbeiter einzurichten, die Angst vor Hunden haben oder an Allergien leiden. Eine weitere Empfehlung ist die Ernennung eines „Chief Dog Officers“, der als Hauptverantwortlicher für alle Angelegenheiten rund um Hunde im Unternehmen fungiert.

Offene Kommunikation und individuelle Lösungen

Aber so schön alles klingen mag, gibt es auch Nachteile, wenn ein Hund im Büro präsent ist. Es ist wichtig, diese potenziellen Nachteile zu berücksichtigen und individuelle Lösungen zu finden, um sicherzustellen, dass die Integration eines Bürohunds für alle Beteiligten positiv verläuft. Einige Mitarbeiter können allergisch auf Hundehaare oder -speichel reagieren, was zu Unwohlsein oder allergischen Reaktionen führen kann. Dies kann die Arbeitsleistung beeinträchtigen und zu Konflikten zwischen Mitarbeitern führen. Es ist wichtig, die Gesundheit aller Mitarbeiter zu berücksichtigen und möglicherweise alternative Lösungen zu finden. Außerdem hat nicht jeder Mitarbeiter die gleiche Einstellung zu Hunden oder fühlt sich wohl in ihrer Anwesenheit. Dies kann zu Meinungsverschiedenheiten oder Spannungen im Büro führen. Auch aggressive Hunde haben im Büro nichts zu suchen. Deshalb ist eine offene Kommunikation zu fördern und individuelle Lösungen zu finden. Nur so kann man sicherstellen, dass die Integration eines Bürohundes für alle Beteiligten positiv verläuft.

Wie die dpa noch Ende 2023 berichtete, prüft z .B. Siemens  derzeit an verschiedenen Standorten in Deutschland das Thema. Es gibt eine gestiegene Nachfrage der Mitarbeitenden nach der Möglichkeit, ihre Hunde mit ins Büro zu bringen. Als mögliche Lösungen werden unter anderem die Schaffung eines Hunde-Büros, in dem Angestellte Arbeitsplätze sowohl für sich selbst als auch für ihre Hunde reservieren könnten, sowie die Einrichtung einer Hundetagesstätte erwogen.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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