Neues Raumfahrzeug 01.10.2019, 07:01 Uhr

Elon Musk stellt Prototyp „SpaceX Starship“ vor

Der CEO von Tesla will mit dem Bau eines Raumschiffs, angetrieben von einer Superschwerlastrakete, eine Vision in die Tat umsetzen: den Beginn der kommerziellen Raumfahrt. Sein Ziel ist es, auf dem schnellstem Weg zum Mars zu kommen.

Raumfähre für Touristen umkreist die Erde

Geht es nach Elon Musk, startet der Weltraumtourismus bereits in naher Zukunft.

Foto: panthermedia.net/DanieleGay

Für Elon Musk, der sicherlich zu den visionärsten, aber auch umstrittensten Unternehmern unserer Generation gehört, ist die Zeit auf der Erde gezählt. Seiner Ansicht nach wird die Sonne immer heißer und größer. Damit würde sie auch ohne die Erderwärmung eines Tages unseren Planeten überhitzen. Der Erde blieben laut Musk nur noch einige Millionen Jahre. Mit seinem Unternehmen SpaceX versucht er deshalb, die kommerzielle Raumfahrt voranzutreibenden. Sein Ziel: eine Stadt auf dem Mars aufzubauen. Den Startschuss für die Kolonialisierung sollen seine Raumschiffe liefern, indem sie die Menschen auf schnellstem Weg dort hinauf bringen.

Platz für 100 Passagiere

Am Wochenende hat Elon Musk nun den ersten Prototyp seines „SpaceX Starship“ vorgestellt. Angetrieben von einer sogenannten Superschwerlastrakete sei das Raumschiff sehr schnell wiederverwendbar, sodass Starship theoretisch tausendmal pro Jahr fliegen könnte. Das rund 50 Meter hohe Raumschiff mit einem Durchmesser von neun Metern soll insgesamt bis zu 100 Passagieren Platz bieten. Hergestellt ist es hauptsächlich aus rostfreiem Stahl, beziehungsweise einer Legierung aus Chrom, Nickel und Mangan. Laut Musk spare man damit vor allem eine Menge Karbonfaserstoff ein – bei vergleichbaren Eigenschaften. Ein Raumschiff muss vor allem hitze- und kältebeständig sein, ebenso spielt das Gewicht eine Rolle.

Dieser erste Prototyp wiegt rund 200 Tonnen. Bis zur Serienproduktion soll das Gewicht auf 120 Tonnen oder sogar etwas weniger sinken. Zum Vergleich: Die Space Shuttle, die seit den 1970er-Jahren für etliche Weltraummissionen eingesetzt wurden, hatten eine Startmasse von 109 Tonnen. In den Tanks ist Platz für 1.200 Tonnen Treibstoff. Das reiche aus, um 150 Tonnen Fracht ins All zu befördern und 50 Tonnen wieder zurück zur Erde zu bringen. Die Menge ist erst einmal auf den Flug zum Mars ausgelegt. Will man andere Planeten ansteuern, müsste im All aufgetankt werden. Auch dafür erarbeitet das amerikanische Raumfahrtunternehmen eine Lösung: Geplant ist, dafür zwei Starships zu koppeln, damit der Treibstoff von einem ins andere Raumschiff gepumpt werden kann. Allerdings seien für eine Tankfüllung mehrere Tankvorgänge nötig oder sogar ein größeres Raumschiff, das rein als Raumtanker fungiere. Elon Musk ist der Meinung, so ein Andockmanöver sei einfacher als die, die man aktuell an der Internationalen Raumstation ISS regelmäßig erlebt.

Erste Testflüge noch im Oktober 2019

Die ersten Testflüge des Starship sind schon für diesen Monat geplant – nahe Boca Chica im Süden Texas, wo das Raumschiff auch gebaut wird. Angepeilt sind 20 Kilometer, womit man die höheren Schichten der Atmosphäre erreichen würde. Die Triebwerke zeigte Musk bei der Präsentation am Wochenende noch nicht. Er erklärte, sechs Raptor-Triebwerke sollen Starship den nötigen Schub geben: Drei Triebwerke sind dabei optimiert für den Betrieb auf Meereshöhe, drei für den Betrieb im Vakuum des Weltalls.

Der Unternehmer geht davon aus, dass durch den Schub sogar die Fenster von Gebäuden in der Umgebung bersten könnten. Deshalb habe SpaceX den Hausbesitzern des Ortes Boca Chica angeboten, ihre Häuser für das Dreifache des üblichen Marktpreises zu kaufen. Wer sich für den Verkauf entscheide, könne zudem an zukünftigen VIP-Startpartys teilnehmen, obwohl diese normalerweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfänden.

In ein bis zwei Jahren bemannte Flüge

Elon Musk hat sich schon oft mit seinen Visionen zeitlich verkalkuliert und musste Ankündigungen bereits mehrfach revidieren. Trotzdem kündigte er einen Flug des Starship in die Erdumlaufbahn an, den er in weniger als sechs Monaten erreichen wolle. Bereits in ein bis zwei Jahren soll ein bemannter Testflug möglich sein. Ob Musk dies einhalten kann, bleibt abzuwarten. Aktuell kämpft SpaceX mit den Folgen eines Unfalls im April – im Rahmen eines anderen Projekts, der Entwicklung der „Crew Dragon“. Das mit Steuergeldern finanzierte Raumschiff soll Astronauten von den USA zur ISS bringen. Der erste Flug hätte längst stattfinden sollen, der Unfall dämpfte diese Ambitionen.

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