Crew Dragon fliegt Puppe ins All 28.02.2019, 11:12 Uhr

SpaceX schickt erstmals seine bemannbare Raumkapsel zur ISS

Wenn SpaceX am Samstag mit einer Puppe zur ISS startet, beginnt ein neues Kapitel in der Raumfahrt. Denn sollte der Flug problemlos verlaufen, werden noch in diesem Jahr die ersten Astronauten mit einer privaten Raumkapsel ins All befördert.

SpaceX-Raumkapsel Crew Dragon und die Falcon 9 Rakete stehen nebeneinander im Hangar

Die SpaceX-Raumkapsel "Crew Dragon" wird am Samstag, den 2.3., erstmals zur ISS fliegen.

Foto: SpaceX

Das amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX hat sich binnen weniger Jahre zu einem der wichtigsten und anerkanntesten Dienstleister im Weltraumtransportbusiness entwickelt. Nun hat Firmengründer und Geschäftsführer Elon Musk erstmals von der Nasa die Erlaubnis erhalten, seine bemannbare Raumkapsel „Crew Dragon“ zur ISS starten zu lassen. Bereits am 2. März soll der Testflug stattfinden. Mit an Bord: eine lebensgroße Puppe, die als Testdummy fungieren soll.

SpaceX setzt bei Raumkapsel „Crew Dragon“ auf Effizienz

Insbesondere mit Blick auf die Technik hat es sich SpaceX bei der Entwicklung seiner Raumkapsel zur Aufgabe gemacht, effizient und nachhaltig zu arbeiten. Auf diese Weise sollen nicht nur die Kosten für künftige Missionen deutlich reduziert werden. Vielmehr dürfte auch die Umwelt durch unterschiedliche Neuerungen geschützt werden.

Auffällig ist in erster Linie, dass die „Crew Dragon“ einen vielfältigen Funktionsumfang besitzt. Sie kann so umgebaut werden, dass sie bei bemannten Weltraumflügen bis zu 7 Astronauten Platz bietet oder als Forschungslabor sowie Transportkapsel für Fracht dienen kann. Dank der Raketenantriebe „SuperDraco“ soll es möglich sein, die Raumkapsel kontrolliert andocken und bei der Rückkehr präzise auf der Erde landen zu können. Weiterhin dienen die Flüssigkeitsantriebe als Rettungssystem, sollten während des Fluges gravierende Fehler auftreten. Geschützt wird die „Crew Dragon“ durch eine imprägnierte Schutzschicht namens PICA-X, die Temperaturen von mehr als 1600 Grad Celsius standhalten kann.

Wiederverwendbare Raumkapsel

Fast genauso wichtig wie die hochwertige Technik ist der ökologische Aspekt, den die Raumkapsel aus dem Hause SpaceX mit sich bringt. Anders als bisherige Raumkapseln ist sie wiederverwendbar und muss erst nach zehn Flügen überholt werden. Daraus resultieren zwei nicht unwesentliche Faktoren. Einerseits bedarf es deutlich weniger Rohstoffe, da weniger Raumkapseln benötigt werden. Andererseits besteht keine Gefahr, dass gelandete Raumkapseln in Zukunft weiter die Umwelt verschmutzen. Bislang wurden Raumkapseln bei der Rückkehr nicht selten im Meer gelandet, wo sie auf den Grund sanken. So findet sich im Südpazifik ein sogenannter „Friedhof der Raumschiffe“. In dieser Gegend wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte mehr als 250 Raumschiffe oder Raumkapseln versenkt – mitsamt der ökologischen Folgen.

Bemannte Flüge von Privatfirmen zur ISS noch in diesem Jahr möglich

Der Testflug der „Crew Dragon“ zur ISS könnte wegweisend sein. Sollte der Flug wie geplant verlaufen und es keinerlei Schwierigkeiten geben, könnten erste bemannte Flüge von SpaceX zur ISS noch im Juli dieses Jahres stattfinden und zwei amerikanische Astronauten zur Raumstation transportieren. Unterstützt und mitfinanziert wird das Vorhaben durch das Commercial Crew Development (CCDev) Program der Nasa, in dem die Entwicklung privater Raumfahrtunternehmen gefördert wird.

Zu Beginn des Programms waren neben SpaceX auch Blue Origin, die United Launch Alliance sowie die Sierra Nevada Corporation und die Paragon Space Development Corporation involviert und mit Fördergeldern ausgestattet worden. Im Verlauf der Entwicklungsphase wurden die Ergebnisse ausgewertet und einige Unternehmen aus dem Projekt gestrichen, bis letztlich nur noch SpaceX und Boeing Teil des CCDev-Programms waren.

Zweikampf um private Weltraumflüge

Dass die Nasa künftig auf private Unternehmen setzt, um Flüge zur ISS zu ermöglichen, hat einen brisanten Hintergrund. Bereits 2011 war das Space-Shuttle-Programm der USA aus Kostengründen für beendet erklärt worden. Seitdem waren die USA auf russische Sojus-Raketen angewiesen, um ihre Astronauten zur ISS zu bringen. Da der Vertrag mit Russland im November dieses Jahres ausläuft, benötigt die Nasa dringend Alternativen.

An dieser Stelle kommt neben SpaceX auch Boeing ins Spiel. Der Flugzeughersteller hat mit dem CST-100 Starliner ebenfalls ein wiederverwendbares Raumschiff entwickelt. Erste bemannte Testflüge beider Unternehmen sollen noch in diesem Jahr folgen. Läuft der Testflug von SpaceX ohne Probleme ab, dürften die beiden US-amerikanischen Astronauten Bob Behnken und Doug Hurley höchstwahrscheinlich die ersten Menschen sein, die mithilfe einer privaten Raumkapsel zur ISS fliegen.

Neben Boeing und SpaceX sind arbeiten weitere Unternehmen an der Entwicklung entsprechender Raumkapseln. Sofern sich diese als innovativ herausstellen und ihre Praxistauglichkeit unter Beweis stellen, könnten die Branchenführer schon bald Konkurrenz auf ihrem Gebiet erhalten. Derzeit beschränkt sich die Förderung der Nasa jedoch auf SpaceX und Boeing.

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