Digitalisierung der Baubranche 16.08.2019, 13:52 Uhr

Projekt “ConWearDi” strebt digitalen Austausch auf der Baustelle an

Die Standards auf dem Bau haben sich mit den Jahren verändert. Die Digitalisierung wird zum Must-have. Doch die Branche reagiert zögerlich auf Wearables auf der Baustelle und Tools, die Daten der Maschinen auswerten. Hilfestellung für Bauingenieure möchte nun das Projekt “ConWearDi” geben. Wir stellen es hier vor.

Tablet auf dem Bau

Tablets und digitale Assistenzsysteme sollen Bauingenieuren unter die Arme greifen.

Foto: panthermedia.net/AndreyPopov

Das eBusiness-Kompetenzzentrum für Planen und Bauen sowie das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM entwickeln gemeinsam mit Forschungspartnern und Handwerkern eine Plattform, um Dienstleistungen im Bauwesen zu digitalisieren. Das Projekt Conweardi wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

“Handwerker sind keine Digital Natives”

Vor allem kleine bis mittelständische Bauunternehmen tun sich schwer mit digitalen Lösungen. Firmen ab 300 Mitarbeitern haben in der Regel schon Software und andere Digitalprodukte im Einsatz. „Man darf nicht vergessen, dass viele Handwerker, vor allem Kleinst- und Kleinunternehmen, keine Digital Natives sind, sondern ihre eigentliche Arbeit auf dem Bau erledigen wollen, anstatt sich mit digitalen Innovationen zu befassen”, so Michael Heil. Heil ist Geschäftsführer des eBusiness-Kompetenzzentrums für Planen und Bauen, in dem das Projekt verortet ist. Das Projekt Conweardi hat sich zum Ziel gesetzt, die Kommunikation auf dem Bau zu verbessern und alle Beteiligten eines Bauprojekts miteinander zu vernetzen.

Warum digitalisieren nicht mehr Jungingenieure die Baubranche?

Dass sich Jungingenieure weniger gut durchsetzen können und demnach die Digitalisierung nicht gut vorantreiben, kann Heil nicht bestätigen. Laut seinen Erfahrungen liegt es nicht am Alter, ob Entscheider offen oder verschlossen gegenüber digitalen Innovationen sind. Er kennt auch 55-jährige Bauleiter, die von den Chancen der Digitalisierung völlig begeistert sind. „Natürlich fordern vor allem junge Bauingenieure digitale Neuerungen und Tools zur Datenerfassung- und auswertung. Diese Ingenieure kommen aber mit hoher Wahrscheinlichkeit schon selbst mit der Smartwatch ins Büro oder zur Baustelle”, so Heil. Die Digitalisierung muss von einem Unternehmen gesamt getragen werden und nicht von Einzelplayern. Je mehr Baufirmen Onlinelösungen einsetzen, umso digitaler wird die ganze Branche.

Prototypen im Test

Conweardi hat aktuell vor allem Prototypen in der Entwicklung. Ob davon etwas zur Marktreife gelangt, sei noch unklar. Digitale Assistenzsysteme stehen im Fokus der Forschung. „Wir wollen durch das Forschungsprojekt Unternehmen Hilfestellungen im Kontext ihrer Arbeit an die Hand geben”, erklärt Sebastian Velten, ebenfalls Projektbeteiligter beim Fraunhofer ITWM. Die Assistenzsysteme sollen die digitale Datenauswertung von Maschinen ermöglichen und Optimierungen im Bauprozess aufdecken. Aktuell ist eine Maschine, die mit einem digitalen Assistenzsystem verbunden ist, in der Mache. Diese Maschine überträgt Daten und soll den Bauprozess optimieren „Die Nutzer werden bei der Einstellung nicht alleine gelassen und erhalten Unterstützung von uns”, so Velten. Ab dem vierten Quartal 2019 sollen Tests auf Baustellen und in ausgewählten Bauunternehmen stattfinden.

Des Weiteren ist ein sogenannter “Scheduler” in Planung. Wer das eher aus der Social-Media-Abteilung kennt, liegt nicht ganz falsch. Mit diesem Tool sollen sich Abläufe auf dem Bau terminieren und optimieren lassen. Außerdem wird eine digitale Zeiterfassung mitgeliefert. Der Scheduler ist also als eine Art Projektmanagement-Tool zu verstehen.

Bei Conweardi arbeiten Forschung, Industrie und Handwerk zusammen. Durch die gebündelte Power hat die Digitalisierung größere Chancen, der Baubranche deutlichen Mehrwert zu geben.

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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