Einkommensstudie 2019

Wie viel verdient ein Bauingenieur?

Wohnungen sind gefragt, die Projekte dagegen liegen massenhaft zur Genehmigung vor: Bauingenieure können nicht nur in diesem Sektor Karriere machen, denn sie planen und konstruieren Bauprojekte verschiedenster Art. Wie viel ein Bauingenieur dabei verdient, führt die aktuelle Einkommensstudie von ingenieur.de auf.

Eine höhere Position wirkt sich positiv auf das Einkommen aus.
Foto: panthermedia.net/Arne Trautmann

Eine höhere Position wirkt sich positiv auf das Einkommen aus.

Foto: panthermedia.net/Arne Trautmann

Laut der aktuellen Gehaltsstudie von ingenieur.de verdienten Bauingenieure mit mehr als 2 Jahren Berufserfahrung im Jahr 2018 durchschnittlich rund 55.000 Euro. Berufseinsteiger können mit einem Gehalt von rund 45.000 Euro rechnen. Ein Studium im Fach Bauingenieurwesen bietet zwar abermals die geringsten Verdienstperspektiven, allerdings stiegen die Gehälter um 4,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Das spiegelt den anhaltend hohen Bedarf an Bauingenieuren wider. Grund hierfür sind die zahlreichen Infrastrukturprojekte, der Rückstau an Ersatzinvestitionen in die Infrastruktur und der Bauboom in Deutschland.

 

Baubranche mit großem Bedarf an Ingenieuren

Die Bauindustrie hat in jüngster Zeit aufgrund der Konjunkturpakete einen Auftragsboom im Bereich Infrastruktur und öffentliche Gebäude erhalten. Rückstellungen bei privatwirtschaftlichen Investitionen konnten so zum Teil kompensiert werden. Die Branche blickt generell positiv in die Zukunft. Diese Entwicklung können Bauingenieure für sich nutzen und spannende Job-Angebote finden. Für Bauingenieure gilt dasselbe wie für jeden anderen Ingenieur: Je höher die Position, umso besser ist der Verdienst. Als Bereichsleiter ermittelte die Einkommensstudie ein Jahresgehalt von 78.600 Euro.

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Nachhaltigkeit ist in der Baubranche angesagt

In den Bereichen Klimaschutz, Nachhaltigkeit sowie Erhalt und Ausbau der Infrastruktur sieht die Bauwirtschaft beträchtliche Potenziale. Bauingenieure müssen neben der reinen Bautätigkeit auch das Entwickeln, Betreiben und Verwerten von bautechnischen Leistungen anbieten. Fähigkeiten, die über ihr technisches Rüstzeug hinausgehen, sind gefragt.

Ob Know-how im Projektmanagement, Kenntnisse im Baurecht und nicht zuletzt die Neuerungen aufgrund der Digitalisierung – Bauingenieure müssen immer mit der Zeit gehen. Schon länger treibt die Branche das Potenzial des Building Information Modeling (BIM) um. Die Methode basiert auf einem objektorientierten 3D-Modell, auf das sämtliche Planungs- und Baupartner Zugriff haben. Mehr zu BIM erfahren Sie hier.

Gehaltsvergleich: Bauingenieure werden immer noch geringer entlohnt als ihre Kollegen

Trotz aller Freude über den Anstieg der vergangenen Jahre: Erfahrene Bauingenieure werden deutlich geringer entlohnt als ihre Kollegen anderer Fachrichtungen. Demnach erthalten Ingenieure, die eine Leitung von Bauprojekten innehaben, ein Gehalt von 51.250 Euro. Damit verdienen leitende Bauingenieure zum Teil nur geringfügig mehr als Fach- und Projektingenieure im Baugewerbe.

Tipp: Für alle mit der Planung von Bauprojekten beauftragten Freien gilt in Deutschland die „Honorarordnung für Architekten und Ingenieure“ (HOAI). Sie gewährleistet sowohl ein verbindliches Preisniveau als auch die Möglichkeit, festgelegte Honorare vor Gericht einzuklagen. Denn die Kosten und Mühen von Freiberuflern, die Verantwortung selbst Aufträge und damit Geld an Land zu ziehen, wiegt das Plus gegenüber den fest angestellten Kollegen teilweise auf. Mehr zur Selbstständigkeit

Einstiegsgehalt: Berufseinsteiger konnten Einkommen um 2,6% steigern

Auch Berufseinsteiger profitierten von der positiven Entwicklung der Baubranche. Im Jahr 2017 wiesen die Gehaltszettel ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von 43.500 Euro auf und festigten damit ein neues Einkommensniveau. 2018 zogen die Einstiegsgehälter um 2,6 % an und liegen nun bei einem Mittel von 44.650 Euro.

Einstiegsgehalt nach Branchen 2018
Brutto-Jahresentgelt
Chemie- und Pharmaindustrie 52.837 Euro
Fahrzeugbau 51.300 Euro
Elektronik & Elektrotechnik 49.556 Euro
Maschinen- & Anlagenbau 48.200 Euro
Energieversorgung 48.000 Euro
Informationstechnologie 48.200 Euro
Ingenieur- & Planungsbüros 44.114 Euro
Baugewerbe 44.642 Euro
Quelle: Gehaltstest für Ingenieure 2019, www.ingenieur.de/gehaltstest/

Ein Stück weit kann man sein Einstiegsgehalt selbst beeinflussen, nämlich durch den eigenen akademischen Abschluss. Wer nach dem Bachelor aussteigt, erhält im Schnitt 4.500 Euro weniger als der Kollege mit wissenschaftlichem Hochschul-, sprich Masterabschluss. Der hat sich inzwischen über dem Niveau des Dipl.-Ing. eingependelt und scheint damit seinen angedachten Platz in der Wirtschaft zu finden. Nebenbei dreht noch die Wahl der Hochschule an der Gehaltsschraube: Abschlüsse an Universitäten und Technischen Hochschulen werden geringfügig besser dotiert als solche an Fachhochschulen.

Bei all diesen Faktoren, von den Bologna-Abschlüssen über die Hochschulform bis zur Promotion, sollte man bedenken, dass es am Ende immer auf die jeweils angestrebte Position in der Arbeitswelt ankommt, welche Kriterien als Plus- und welche als Minuspunkt wahrgenommen werden. Schließlich kann man nicht nur unter-, sondern auch überqualifiziert sein – gerade wenn viele Studienjahre, aber noch keine Berufserfahrung nachgewiesen werden können.

Augen auf bei der Wahl des Arbeitgebers

Aber an einer weiteren Stellschraube lässt sich drehen: der Wahl des Arbeitgebers. Denn die Größe des Unternehmens, für das ein Ingenieur tätig ist, ist auch ausschlaggebend für die Höhe der Vergütung. So zahlen mittlere Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl zwischen 50 und 250 durchschnittliche Gehälter von ca. 51.000 Euro für Fach- und Projektingenieure. Bei Konzernen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern können sich Ingenieure derselben Gruppe an allgemeinen Durchschnittslöhnen von bis zu 65.000 Euro orientieren.

Über alle Branchen hinweg gilt: Je größer das Unternehmen, desto mehr wird am Monatsende gezahlt. Natürlich kann man nun sagen, die kleineren Wettbewerber zahlen zwar weniger, haben aber mindestens ebenso spannende Tätigkeiten für Bauingenieure zu bieten wie die Großen. Aber in Hinblick aufs Gehalt gilt: Ein kleines Unternehmen bzw. Planungsbüro und Unternehmen, die in einer strukturschwachen Region angesiedelt sind, zahlen im Schnitt geringere Löhne als die großen Wettbewerber.

Im Westen wird mehr Gehalt bezahlt

In Deutschland gibt es immer noch ein deutliches West-Ost-Gefälle. Die Ingenieurgehälter sämtlicher ostdeutscher Bezirke liegen unterhalb des Gehaltsniveaus im Westen der Republik. Die besten Chancen im Gehaltspoker kann sich also der Bauingenieur ausrechnen, der bei einem großen Unternehmen im Westen Deutschlands anheuert. In Düsseldorf liegen die Bruttojahresentgelte im oberen Quartil bei 81.000 Euro.

Zumindest gilt das in der Theorie. Wenn da nicht all die anderen Einflussfaktoren wären.

In diesen Regionen gibt’s die höchsten Ingenieurgehälter Deutschlands

Arbeitszeit und variable Vergütung beim Gehaltspoker berücksichtigen

Drei weiche Faktoren gilt es im Gehaltspoker besonders zu beachten, denn sie machen einen großen Unterschied beim Jahresentgelt.

• Steht Ihnen Urlaubs- und/oder Weihnachtsgeld zu?
• Wie hoch ist Ihre vertraglich geregelte Wochenarbeitszeit?
• Enthält Ihr Jahresentgelt variable Vergütungsbestandteil?

Dass Urlaubs- und Weihnachtsgeld den Angestellten erfreuen, ist ohnehin klar. Mehr als die Hälfte der Ingenieure bekommen laut der Einkommensstudie weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld ausgezahlt.

Erklärungsbedürftiger ist das bei der Arbeitszeit: Bauingenieure gehören zu den Vielarbeitern unter den Ingenieuren. Die wöchentliche Arbeitszeit tariflich Beschäftigter beträgt im Schnitt 45 Stunden pro Woche, ebenso hoch liegt sie bei außertariflichen und etwas darunter bei nicht tarifgebundenen Angestellten. Leitende Angestellte kommen dagegen auf eine durchschnittliche Arbeitszeit von 46 Stunden in der Woche. Was das alles mit dem Gehalt zu tun hat? Ganz einfach: Wer eine vertraglich vereinbarte 45-Stunden-Woche hat, jedoch jede Woche im Schnitt eine Stunde unbezahlte Mehrarbeit leistet, drückt das eigene Gehalt am Ende des Jahres um ca. 10%. Vor allem bei Gehaltserhöhungen sollte man diesen Zusammenhang im Hinterkopf haben.
Und nun zu den variablen Vergütungsbestandteilen: Obwohl sie im Baugewerbe im Vergleich zu den anderen Ingenieurdisziplinen keine große Rolle spielen, machen sie im Schnitt doch gute 5 % des Lohns aus.

Fazit: Bauingenieure blicken optimistisch in die Zukunft

Wer eine feste Anstellung sucht, kann sich in unserem Jobportal für Bauingenieure umsehen. Wer digital gut aufgestellt ist, kann beispielsweise schnell in Bauunternehmen einsteigen, die mit BIM-Projekten arbeiten. Ansonsten helfen vor allem Verhandlungsgeschick und ein guter Überblick über Stärken und Schwächen des eigenen Profils. Unterstützung erhalten Sie in unserem Karrierebereich.

Einen kostenfreien Auszug der Studie “Gehälter für Ingenieure 2018” können Sie hier downloaden. Die komplette Einkommensstudie lässt sich hier bestellen.

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