Building Information Modeling (BIM)

Laptop, Tablet und Bauutensilien wie Bauhelm vor einer Baustelle

Foto: panthermedia.net/ paulistano

Building Information Modeling bezeichnet einen technologischen Ansatz bei der Planung und beim Bau von Gebäuden. Darin wird das Planungsobjekt in allen Details und Dimensionen digital konstruiert und mit Daten aller beteiligter Projektpartner angereichert. Wir geben einen Überblick über die Hintergründe und die technologischen Grundlagen.

Moderne Wohnprojekte kosten häufig viel Zeit und Geld. Kleine Ungereimtheiten bei der Planung können jedoch dazu führen, dass die Kosten den Rahmen sprengen. Um dies zu vermeiden erlaubt Building Information Modeling (BIM) die detaillierte Planung von Bauprojekten im Voraus. Diese Vorplanung ermöglicht einen Überblick der einzelnen Projektziele und eine realistische Einschätzung möglicher Kosten.

Technologische Grundlagen von BIM

Als Grundlage der Erstellung eines BIM dient eine CAD-Software in Kombination mit einem Programm zur Erfassung verwendeter Materialien sowie eine Software zur Bestimmung der Kosten. Im CAD-Programm, einem Anwendungssystem für computerunterstützte Entwicklungs-, Entwurfs- und Konstruktionstechnik, entstehen alle Bestandteile eines Planungsobjektes als dreidimensionale Modelle, die sich bei der virtuellen Konstruktion verwenden lassen. Wird hierin ein Objekt platziert, dann erscheint es automatisch in der Kalkulation der Kosten. Dadurch wird vermieden, dass wichtige Posten bei der Berechnung des Budgets übersehen werden. Dadurch, dass die unterschiedlichen Abteilungen über die verwendeten Tools miteinander verbunden sind, werden Anpassungen direkt global berücksichtigt. Diese Konstruktion unterscheidet grundlegend zwischen zwei Modellen: dem parametrischen und dem intelligenten Gebäudemodell. Während Ersteres die unterschiedlichen Objekte in Abhängigkeit voneinander setzt, ist dies bei Zweiterem nicht der Fall.

Building Information Modeling in Deutschland

In der Praxis wird Building Information Modeling in Deutschland als innovative Planungsmethode gesehen, die vor allem neue Talente für die Baubranche begeistern soll. Außerdem sollen sich die Kosten beim Bau deutlich reduzieren lassen, während der Aufwand durch zusätzliche Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien zurückgeschraubt wird. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die Vor- und Nachteile von BIM.

Die Vorteile von BIM

Als Erstes sei die Verwendung von Daten zu nennen, die oft schon vor dem Bau zur Verfügung stehen. So gibt es beispielsweise bereits Bilder des zukünftigen Standorts zusammen mit zugehörigen Messwerten. Diese können schon bei der (virtuellen) Konstruktion in das Bauvorhaben einfließen. Dadurch entfallen viele Probleme, die sonst in frühen Bauphasen auftreten. Kleine Änderungen können direkt eingetragen werden und sind sofort überall verfügbar. Und hier kommt die Kooperation der einzelnen Abteilungen ins Spiel. Statt sich per Telefon oder Mail absprechen zu müssen, haben alle Teammitglieder immer Zugriff auf die aktuellste Version des Entwurfs. Dort können sie gegebenenfalls Feedback zu Änderungen geben oder selber Anpassungen vornehmen. Allen Beteiligten ist außerdem auf einen Blick klar, welche Kosten in welchen Bereichen entstehen und wodurch diese verursacht werden.

Und schon bevor das Gebäude steht, lässt sich ersehen, wie es in der fertigen Umgebung aussieht. Außerdem lassen sich Optimierungen an der Energieeffizienz vornehmen. Und da auch die Verlegung von Kabeln und Rohren simuliert wird, ist ersichtlich, sofern diese mit anderen Bauobjekten in Konflikt stehen. Das so erstellte Modell lässt sich durch die hohe Detaildichte am Ende der Planungsphase außerdem gut präsentieren.

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