Gehaltsstudie 2018 08.05.2018, 08:20 Uhr

Was Ingenieure in der Energieversorgung verdienen

Immer mehr junge Menschen studieren Energietechnik, regenerative Energien oder Umwelttechnik. Ihre Berufsaussichten sind durchwachsen, aber mit welchem Gehalt können Ingenieur in der Energieversorgung rechnen?

Zwei Männer vor einem E-Werk

Gute Gehaltsaussichten für Energieingenieure!

Foto: panthermedia.net/Admusic

Die Unternehmen der Energieversorgung profitieren seit Jahren von steigenden Rohstoffpreisen und mühen sich gleichzeitig mit der Energiewende ab. Die daraus entstehenden Branchenumsätze bringen den Ingenieuren der Branche trotz aller Aufs und Abs ordentliche Gehälter ein. Die Aussichten sind gut, der Verdienst hängt jedoch von der Wahl des Arbeitgebers ebenso ab wie von dessen Tarifbindung, dem eigenen Bildungsabschluss und dem Karrierefortschritt. Überraschend unbeeindruckt zeigen sich die Gehaltsdaten dagegen von zusätzlich angeeigneten Qualifikationen.

Gehaltsvergleich: In der Energieversorgung winken gute Gehälter

Ingenieurinnen und Ingenieure, die auf mehr als zwei Jahre Berufserfahrung in der Energieversorgung zurückblicken können, erhalten im Durchschnitt ein Bruttojahresgehalt von 67.010 Euro. Damit legte der Verdienst zum dritten Mal in Folge zu und bewegt sich im soliden Mittelfeld der Ingenieurgehälter.

Gehälter für Ingenieure 2017 in Euro

Brutto-Jahresentgelt nach Branchen

Chemie- und Pharmaindustie 81.553
Fahrzeugbau 72.500
Maschinen- & Anlagenbau 67.157
Energieversorgung 67.010
Elektronik & Elektrotechnik 65.491
Informationstechnologie 58.304
Baugewerbe 56.040
Ingenieur- & Planungsbüros 51.000
Quelle: Gehaltstest für Ingenieure 2017, www.ingenieur.de/gehaltstest/

Zum Vergleich: Versorgungstechniker verdienen bei Berufseinstieg im Schnitt 37.000 Euro im, nach fünf Jahren rechnet das Onlineportal Absolventa mit rund 46.000 Euro Jahresgehalt. Die studierten Kollegen der Energietechnik erhalten demnach rund 41.000 Euro und Elektroingenieure schon 45.000 Euro brutto beim Einstieg ins Erwerbsleben. Die aktuelle Gehaltstudie von ingenieur.de, die auf den tatsächlichen Gehaltsdaten von 15.112 Ingenieurinnen und Ingenieuren in Deutschland beruht, weist sogar ein noch höheres Einstiegsgehalt für das vergangene Jahr aus. Das Studieren lohnt also.

Einstiegsgehalt: Positionen clever wählen

Ein Ingenieur mit weniger als zwei Jahren Berufserfahrung kassiert in den Unternehmen der Energieversorgung ein durchschnittliches Jahresgehalt von 47.731 Euro. Die Schwankungen in den Einstiegsgehältern sind aber erheblich, denn entscheidend ist unter anderem die Art des Studienabschlusses. Wer mit einem Masterabschluss in die Wirtschaft kommt, verdient im Schnitt 4.000 Euro mehr im Jahr als ein Bachelorabsolvent.

Das liegt häufig an einer weiteren Eingruppierung, die maßgeblich über das Salär entscheidet: die Einstiegsposition. Nicht wenige Bachelorabsolventen beginnen ihren Berufsweg als Trainee, Masterabsolventen steigen dagegen häufiger als Fach- oder Projektingenieur in die Unternehmen ein. Einigen, die zwischen den Studienjahren bereits Berufserfahrung sammeln konnten, gelingt auch der Einstieg als Projektleiter. Zwischen jeder dieser Positionen springt das Gehaltsniveau für Berufsanfänger um rund 2.500 Euro an.

Die Energieversorgung steckt in einem Formtief

Die Umsätze in der Energieversorgung stiegen einige Jahre rasant an. Lag der Branchenumsatz der Energieversorgung im Jahr 2010 noch bei 408 Mrd. Euro, verzeichneten die steuerpflichtigen Unternehmen zwei Jahre später bereits 571,5 Mrd. Euro Umsatz. Seither gingen die Branchenumsätze wieder leicht zurück auf aktuell 519 Mrd. Euro, die Beschäftigtenzahlen schwanken. Weitgehend verlässlich ist der Arbeitsmarkt in der Elektrizitätsversorgung, die den Löwenanteil des Umsatzes, der Unternehmens und der Beschäftigten aufweist. Volatiler dagegen sind die Bereiche Gasversorgung und Wärme- und Kälteversorgung. Die Konsolidierungsphase dürfte noch eine Weile anhalten solange wichtige Fragen der Energiewende nicht geklärt sind, die Umstellung der Unternehmen aber bereits läuft.

Warum die Energiewende kein Jobwunder ist, war und wird, lesen Sie hier.

Das Statistische Bundesamt gibt an, dass es in der Energieversorgung zuletzt rund 220.200 Beschäftigte gab. Wie viele davon Ingenieure waren, lässt die Statistik leider offen. Sicher ist aber, dass viele Ingenieure gar nicht als Angestellt, sondern als selbstständige Berater in der Branche arbeiten. Denn der Bedarf an gut ausgebildeten Beratern wächst im Zuge der Energiewende stetig – bei Unternehmen ebenso wie bei Kommunen und Privatpersonen.

Vielfalt an Arbeitgebern für Energieingenieure groß

So unterschiedlich die Einsatzbereiche eines Ingenieurs in der Energieversorgung, so unterschiedlich sind auch die Arbeitgeber: Von Anlagenanbietern zu Umwelttechnologiefirmen, von Solar- zu Windkraftunternehmen, von multinationalen zu kleinen regionalen Unternehmen, alle benötigen Energieingenieure, Umweltingenieure, Elektroingenieure, Verfahrensingenieure, usw.

Die großen Unternehmen wie Tennet und EnBW haben den Ruf, etwas besser zu zahlen. Die aktuelle Gehaltsstudie zeigt jedenfalls einen deutlichen Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Gehalt: Beides steigt proportional zueinander. Dafür bieten die kleineren Unternehmen häufig ein breiteres Aufgabenspektrum im Arbeitsalltag an. Und auch Beraterleistungen können im Angestelltenverhältnis erbracht werden.

Jobs in der Energie- und Umwelttechnik

Tarifbindung des Arbeitgebers wirkt positiv

Mit der Größe der Unternehmen geht meist ein weiterer Faktor einher, der das Gehalt eines Ingenieurs maßgeblich beeinflussen kann: die Tarifbindung. Denn Unternehmen, die an einen Branchentarif gebunden sind, zahlen in der Regel besser als solche, die keiner Tarifbindung unterliegen. In der vorangegangenen Gehaltsstudie von ingenieur.de zeigt sich, dass tariflich angestellte Ingenieure in der Energieversorgung im Schnitt 10.000 Euro mehr im Jahr einstrichen als ihre Kollegen in Unternehmen ohne Tarifbindung. Der variable Anteil, der bei den Tarifangestellten wesentlich höher war, glich diesen Unterschied nicht aus. Gewinner sind natürlich die Ingenieure, die über das Tarifsystem hinausgewachsen sind und außertariflich vergütet werden. Diese AT-Angestellten erhielten 2016 im Schnitt 82.300 Euro brutto.

Berufserfahrung und Verantwortung bringen Lohnplus

Der Gehaltssprung zwischen tariflich und außertariflich angestellten Ingenieuren folgt einer einfachen Logik: Je mehr Berufserfahrung ein Kollege sammeln kann, desto eher steigt er die Gehaltsleiter empor – durch Betriebszugehörigkeit (ein zugegebenermaßen langwieriger Weg) oder durch Mitarbeiterverantwortung. Die Grafik zeigt, wie groß die Gehaltssprünge zwischen den Positionen Fach-/Projektingenieur, Projektmanager, Teamleiter und Abteilungsleiter im Schnitt sind. Die größten Gehaltssprünge – auch innerhalb einer Positionsebene – werden in aller Regel in den ersten Jahren des Berufslebens gemacht.

Zusatzqualifikationen schlagen sich selten auf dem Lohnzettel nieder

Für die Ausübung ihrer Aufgaben benötigen auch gut ausgebildete Ingenieure häufig Zusatzqualifikationen. Ein ausgeprägter Zusammenhang mit dem Jahresgehalt lässt sich mit den Daten der Einkommensstudie zwar nicht feststellen. Dennoch hat rund jeder vierte Ingenieur, bzw. jede vierte Ingenieurin eine Zusatzqualifikation als Schweißfachingenieur absolviert. Jeder fünfte kann eine Fortbildung zum Gefahrgutbeauftragten vorweisen, 16% besondere Programmier- und IT-Kenntnisse. Aufgrund der Digitalisierung werden die zusätzlichen Anforderungen im Bereich der IT und Softwaresteuerung auch für Ingenieure weiter zunehmen, entsprechende Kenntnisse werden von vielen Arbeitgebern mittlerweile vorausgesetzt. Die Ergebnisse der Studien weisen auf den Bedarf in den Ingenieurberufen hin, kontinuierlich das eigene Wissen zu erweitern.

Fazit: Energieversorgung bietet Ingenieuren große Vielfalt

Ob Elektrizität, Gas, Wärme, Kälte oder Anlagenbau, die Branche der Energieversorgung bietet Ingenieuren vielfältige Arbeitsmöglichkeiten. Zwar sind die Energiewende sowie die Knappheit an fossilen Energieträgern keine Jobmotoren, die Berufsaussichten werden sich in den kommenden Jahren aber auch nicht massiv eintrüben. Wer sich für einen Job in der Energieversorgung oder -erzeugung interessiert, wird hier fündig. Wer sein Gehalt mit dem Branchenniveau abgleichen möchte, findet im kostenfreien Gehaltstest Antworten.

Flyer zur Gehaltsstudie 2018

Auszug aus der Gehaltsstudie „Ingenieureinkommen 2002-2017“ kostenfrei herunterladen.

Von Lisa Schneider

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