Fraunhofer

Forscherin im Labor

Foto: panthermedia.net/boggy22

Fraunhofer ist die größte Forschungsorganisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. Seit nunmehr 70 Jahren forscht die Organisation in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Kommunikation, Mobilität, Energie und Umwelt.

Über Fraunhofer

Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V., kurz Fraunhofer, ist ein wichtiger Teil der deutschen Forschungslandschaft. Die Zentrale sitzt in München. Gegründet wurde die Fraunhofer-Gesellschaft 1949.

Namensgeber ist Joseph von Fraunhofer (1787 – 1826). Der Physiker und Optiker leistete exakte wissenschaftliche Arbeit und ließ die Erkenntnisse in neue, innovative Produkte einfließen. Joseph von Fraunhofer war als Forscher, Erfinder und Unternehmer erfolgreich.

Das Ziel der Fraunhofer-Gesellschaft ist es, anwendungsorientierte Forschung für Unternehmen nutzbar zu machen und einen Vorteil für die Gesellschaft zu schaffen. Zu Fraunhofer zählen derzeit über 80 Forschungseinrichtungen, darunter 69 Institute an mehr als 40 Standorten in Deutschland. Das Forschungsvolumen beträgt 2,3 Milliarden Euro, das 25.000 Mitarbeiter, überwiegend mit natur- und ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, bearbeiten.

Forschen im Auftrag der Zukunft

Die Forschungsfelder der Fraunhofer-Gesellschaft sind vielfältig. Fraunhofer selbst unterteilt sie in:

  • Gesundheit und Umwelt
  • Schutz und Sicherheit
  • Mobilität und Transport
  • Produktion und Dienstleistung
  • Kommunikation und Wissen
  • Energie und Rohstoffe

Gesundheit und Umwelt

Für die Gesundheit der Menschen spielen einige Faktoren eine wichtige Rolle. Neben der medizinischen Versorgung, beschäftigt die Forscher auch die Umwelt- und Lebenswissenschaft.

Schutz und Sicherheit

Menschen und Umwelt so gut es geht vor Bedrohungen schützen? Um Katastrophen früh zu erkennen oder gegebenenfalls in den Griff zu bekommen, wird im Feld “Schutz und Sicherheit” geforscht.

Mobilität und Transport

Wie kann Mobilität sicherer, effizienter und kostengünstiger werden? Mit dieser allumfassenden Frage befassen sich die Forscher im Bereich “Mobilität und Transport”.

Produktion und Dienstleistung

Sei es Rohstoffknappheit oder Fachkräftemangel: Die Industrie steht vor einigen Herausforderungen. Für die Produktion der Zukunft tüfteln die Forscher an energie- und ressourceneffizienten Verfahren.

Kommunikation und Wissen

Wie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus? Digitale Technologien eröffnen viele neue Möglichkeiten für die Kommunikation. Wie interaktive und mobile Lernmethoden fit für die Arbeitswelt der Zukunft machen, erforschen die Experten.

Energie und Rohstoffe

Öl, Kohle und Gas treiben unsere Wirtschaft an: Aber langsam gehen diese Rohstoffe zur Neige. Ein ressourceneffizienter Umgang mit Rohstoffen ist deshalb unerlässlich. In diesem Bereich forscht Fraunhofer.

MP3 & Co.: IT-Innovationen aus Deutschland

IT-Erfindungen kommen nicht nur aus den USA und Asien. Die Forscher der deutschen Fraunhofer-Gesellschaft sorgen mit ihren Entwicklungen regelmäßig für Aufsehen. Das bekannteste Beispiel für eine Erfindung aus dem Hause Fraunhofer ist das Audioformat “MP3”. Digitale Musik wäre ohne das Format nicht denkbar. Die Erfinder sind Hans-Georg Musmann und Karlheinz Brandenburg, die 1982 mit ihren wissenschaftlichen Mitarbeitern am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen und an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an dem Audioformat zu forschen begannen.

Aktuell arbeiten die Forscher an einer Stromvorhersage. Sonne und Wind scheinen beziehungsweise wehen nicht immer gleich stark. Das ist eine Herausforderung für das Stromnetz, da das Stromangebot immer kongruent zur Stromnachfrage sein muss. Im Projekt “EWeLiNE” arbeitet der Deutsche Wetterdienst gemeinsam mit Fraunhofer an besseren Prognosemodellen für die Stromerzeugung erneuerbarer Energien.

Fraunhofer setzt zudem auf mehr Power für 5G. Der neue 5G-Mobilfunkstandard soll ab 2020 für eine schnelle und energieeffiziente Übertragung von Daten sorgen. Fraunhofer baut dafür neue Hochfrequenz-Leistungsverstärker aus dem Halbleiter Galliumnitrid.

Im Oktober 2018 startete mit “MED²ICIN” ein auf 4 Jahre angelegtes Fraunhofer-Leitprojekt. Ziel ist die Schaffung eines digitalen Patientenmodells durch die Bündelung aller vorliegenden gesundheitsrelevanten Informationen eines Individuums.

Fraunhofer stellt sich den aktuellen Herausforderungen für die deutsche Industrie. Die Leitprojekte verfolgen das Ziel, konkrete Lösungen zum Nutzen für Deutschland zu entwickeln.

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