Zeichen vergangener Zivilisationen 15.06.2024, 11:08 Uhr

Das sind die ältesten noch erhaltenen Gebäude der Welt

Während moderne Architektur im Vergleich als überaus kurzlebig und vergänglich wirkt, stemmen sich einige Gebäude vermeintlich unverwundbar gegen den Zahn der Zeit und die Jahrtausende – das sind die ältesten Gebäude der Welt.

Atreus

Schatzkammer des Atreus in Mykene Griechenland.

Foto: PantherMedia / ankarb

Die ältesten noch erhaltenen Bauwerke sind beeindruckende Zeugnisse vergangener Zivilisationen. Eine robuste Bauweise und die Nutzung langlebiger Materialien wie Kalkstein, Granit und Lehm erlaubten diesen Bauwerken, nicht nur Jahrtausende in der Vergangenheit zu überdauern, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit auch noch lange in die Zukunft zu bestehen. Der Großteil dieser Bauten wird heute nur noch für touristische Zwecke genutzt – weit weg vom ursprünglichen Zweck der Bauwerke.

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Für die Auswahl der ältesten Gebäude der Welt in diesem Ranking haben wir uns auf Strukturen konzentriert, die als Gebäude im engeren Sinne gelten und noch zu großen Teilen erhalten sind. Diese Unterscheidung ist wichtig, um eine klare Abgrenzung zu anderen Formen von Bauwerken wie Brücken, Straßen oder Monumenten ohne funktionale Innenräume zu gewährleisten. Ein Gebäude definiert sich durch umschlossene Räume, die dauerhaft für Wohn-, Gewerbe- oder Kultuszwecke genutzt werden.

Platz Gebäude Standort (heute) Zeit
1 Çatalhöyük Türkei 7.500 v. Chr.
2 Cairn von Barnenez Frankreich 4850 v. Chr.
3 Knap of Howar Schottland 3.700 v. Chr.
4 Megalithtempel von Ġgantija Malta 3.200 v. Chr.
5 Skara Brae Schottland 3.180 v. Chr.
6 Newgrange Irland 3150 v. Chr.
7 Djoser-Pyramide Ägypten 2.650 v. Chr.
8 Tarxien-Tempel Malta 2.500 v. Chr.
9 Minoischer Palast von Knossos Griechenland 1900 v. Chr.
10 Schatzhaus des Atreus Griechenland 1.250 v. Chr.

Platz 10: Schatzhaus des Atreus (Griechenland)

Das Schatzhaus des Atreus, auch bekannt als das Grab des Agamemnon, gilt als das beeindruckendste der Königsgräber in Mykene und wurde um 1.250 v. Chr. erbaut. Dieses unterirdische Tholosgrab liegt am Osthang des Pangasita-Hügels und beeindruckt vor allem durch seine monumentale Bauweise. Der Zugang zu unserem 10. Platz im Ranking erfolgt über einen nahezu 6 m breiten und 36 m langen Korridor. Das Eingangstor misst etwa 5,4 m Höhe und wird von zwei Halbsäulen flankiert. Auf dem Türsturz ist ein Entlastungsdreieck platziert, das das Gewicht der Deckbalken auf die Seitenwände ableitet.

Das Herzstück des Bauwerks bildet eine mächtige Kuppel, die eine Höhe von 13,50 Metern und einen Durchmesser von 14,60 Metern erreicht. Beim Bau wurde kein Mörtel verwendet, sondern 33 Lagen waagrecht übereinandergeschichteter Steine verbaut, sodass sich die Kuppel als sogenanntes Falsches Gewölbe selbst stützte. Ab der dritten Lage waren die Steine mit zahlreichen Bronzenägeln versehen, an denen, so vermuten Archäologen, Bronzeschmuck befestigt gewesen sein könnte. Das Schatzhaus des Atreus war über 1.300 Jahre lang die größte Kreiskuppel der Welt, bis das Pantheon in Rom unter Kaiser Hadrian im Jahr 118 n. Chr. erbaut wurde.

Palast von Knossos

Zu jedem Kreta-Urlaub sollte ein Besuch von Knossos gehören.

Foto: PantherMedia /
HonzaHruby

Platz 9: Minoischer Palast von Knossos (Griechenland)

Erbaut um etwa 1.900 v. Chr., symbolisiert der Palast von Knossos auf Kreta die kulturelle und politische Spitze der bronzezeitlichen minoischen Zivilisation. Dieses archäologische Juwel nimmt den 8. Platz in unserem Ranking ein und beeindruckt mit einer Fläche von rund 20.000 m². Zu den bemerkenswertesten Eigenschaften des Bauwerks zählt beispielsweise das ausgeklügelte Wasserversorgungs- und Abwassersystem, welches eine effiziente Wasserzirkulation innerhalb des Palastes ermöglichte.

Die Struktur des Palastes mit mehreren Ebenen und die Verwendung von leichten Materialien für obere Stockwerke deuten auf ein ausgeprägtes Verständnis von Materialwissenschaft und Statik hin. Die Minoer implementierten außerdem erdbebensichere Bautechniken wie flexibel verbundene Mauern, die bei seismischen Aktivitäten Bewegungen absorbieren konnten. Dennoch hielt das Bauwerk nicht jedem Erdbeben stand und wurde deshalb etwa 1.700 v. Chr. umfangreich rekonstruiert und erweitert.

Platz 8: Tarxien-Tempel (Malta)

Die prähistorischen Tarxien-Tempel auf Malta sichern sich mit ihren kunstvollen Steinmetzarbeiten einen verdienten 8. Platz in unserem Ranking. Die um 2.500 v. Chr. vollendete Tempelanlage besticht durch fein gemeißelte Spiralmuster und naturalistische Tierdarstellungen in den Tempelskulpturen. Aus lokalem Korallenkalkstein errichtet, vereinen die Bauwerke ästhetischen Reiz mit der Robustheit, Jahrtausende zu überdauern. Die Tempel bestehen aus drei miteinander verbundenen Strukturen, die durch ineinander verzahnte Steine zusammengehalten werden.
Archäologische Funde deuten darauf hin, dass diese Tempel für verschiedene rituelle Handlungen genutzt wurden. Die präzise Anordnung der Räume und Nischen lässt darauf schließen, dass an diesem Ort sowohl sakrale Zeremonien als auch möglicherweise astronomische Beobachtungen stattfanden. Die Tempel wurden mit Hilfe von primitiven Werkzeugen und Techniken errichtet, wobei die präzise Platzierung der Steine auf ein umfassendes Verständnis über Statik und Geometrie hinweist.

Platz 7: Djoser-Pyramide (Ägypten)

Die Stufenpyramide von Djoser, erbaut um etwa 2.650 v. Chr. in Sakkara, steht auf Platz 7 unseres Rankings. Diese Konstruktion ist die erste ihrer Art, welche vollständig aus bearbeitetem Stein errichtet wurde und dadurch eine neue Ära in der ägyptischen Architektur einläutete. Die Pyramide besteht aus 6 Steinbänken, die in abnehmender Größe übereinandergeschichtet eine stufenförmige Struktur bilden. Die Grundfläche dehnte sich dabei auf 121 x 109 m aus. Die Gesamthöhe lag ursprünglich bei etwa 62,5 Metern.

Die präzise Ausrichtung der Kalksteinblöcke und die meisterhafte Fugengestaltung zeigen das ausgeklügelte Ingenieurwesen der Zeit. Das architektonische Meisterwerk wurde von Imhotep entworfen, der als einer der ersten namentlich bekannten Universalgelehrten galt. Neben seiner Tätigkeit als Architekt war Imhotep auch Priester, Arzt und Astrologe, und wurde später sogar als Gottheit der Weisheit und Medizin verehrt.

Platz 6: Newgrange (Irland)

Newgrange

Newgrange ein prähistorisches Monument aus der Jungsteinzeit.

Foto: PantherMedia / MNStudio

Newgrange (auch bekannt als Sí an Bhrú) ist ein bemerkenswertes Ganggrab in der irischen Grafschaft Meath. Die prähistorische Stätte auf dem 6. Platz unseres Rankings wurde etwa um 3.150 v. Chr. erbaut und zählt heute zu den wichtigsten megalithischen Bauwerken der Welt. Zusammen mit den nahe gelegenen Stätten Dowth und Knowth ist Newgrange Teil des Brú na Bóinne-Komplexes, der 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Stätte besteht in erster Linie aus einem kreisförmigen Hügel mit einem Durchmesser von rund 90 Metern. Ein Eingang mit einem kunstvoll behauenem Steinportal führt in das Innere der kreuzförmigen Kammer, das durch ein Kragsteindach vor den Elementen geschützt wird – und diese Aufgabe auch nach 5.000 Jahren immer noch einwandfrei erfüllt.

Einer der faszinierendsten Aspekte von Newgrange ist seine Ausrichtung auf den Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende. Durch einen Dachkasten über dem Eingang fällt das Sonnenlicht in den Gang und erhellt das Innere der Kammer für eine kurze Zeit in der Morgendämmerung um die Sonnenwende.

Platz 5: Skara Brae (Schottland)

Die prähistorische Siedlung Skara Brae liegt auf den schottischen Orkney-Inseln und bietet einen detaillierten Einblick in das Leben vor über 5.000 Jahren. Der 5. Platz im Ranking wurde etwa 3.180 v. Chr. erbaut, gilt als eines der am besten erhaltenen neolithischen Dörfer Europas und ist seit 1999 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Skara Brae besteht aus 8 Steinhäusern, welche zum Teil in die Erde eingelassen und durch überdachte Gänge miteinander verbunden sind. Auf diese Weise boten sie den Bewohnern Schutz vor den rauen Wetterbedingungen der Region.

Ein beeindruckendes Merkmal von Skara Brae ist die durchdachte Innenausstattung der Häuser. Jedes Haus verfügt über steinerne Betten, Regale, Schränke und Vorratsbehälter, die direkt in die Struktur integriert sind. In jedem der Häuser befindet sich eine zentrale Feuerstelle, welche mit großer Wahrscheinlichkeit aufgrund fehlender Baumbestände lediglich mit getrocknetem Seetang, Tierdung sowie Treibholz befeuert wurde. Weitere archäologische Funde in Skara Brae umfassen Werkzeuge, Schmuck, Keramik und Knochenreste, welche, auch ohne schriftliche Überlieferungen, ein detailliertes Bild vom Alltagsleben und den handwerklichen Fähigkeiten der Menschen zeichnen. Diese Funde lassen darauf schließen, dass die Gemeinschaft sowohl Land- und Viehwirtschaft sowie Fischerei betrieb.

Platz 4: Megalithtempel von Ġgantija (Malta)

Der Megalithtempel von Ġgantija auf der Insel Gozo in Malta beansprucht den 4. Platz unseres Rankings. Diese Tempelanlage wurde zwischen 3.600 und 3.200 v. Chr. erbaut und zählt zu den ältesten frei stehenden Strukturen der Welt. Ġgantija besteht aus zwei Tempeln, die durch eine gemeinsame Mauer miteinander verbunden sind. Für den Bau wurden dabei gigantische Kalksteinblöcke verwendet, von denen einige über 5 t wiegen. Die beeindruckende Größe dieser Steine ist deshalb für die Namensgebung verantwortlich – die Bezeichnung Ġgantija wurde von dem maltesischen Wort für Riese abgeleitet und steht sinngemäß für Riesentempel.

Die Architektur von Ġgantija zeigt eine ausgeklügelte Bauweise und -technik. Die Tempel wurden mit einem sogenannten Trilithon-Eingang konstruiert, welcher aus zwei aufrechten Monolithen und einem darüber liegenden Stein besteht. Die innere Anordnung der Tempel ist ebenfalls spannend. Sie umfasst mehrere Apsiden, die halbkreisförmig um zentrale Höfe angelegt sind, sodass auch bei diesem Bauwerk eine Nutzung für rituelle Zwecke wahrscheinlich ist. Die Entdeckung von Tierknochen und Keramikscherben deutet ferner darauf hin, dass in diesen Tempeln Zeremonien und Opfergaben stattfanden.

Platz 3: Knap of Howar (Schottland)

Ein weiteres Gebäude auf den schottischen Orkney-Inseln ist die Knap of Howar auf Papa Westray. Die prähistorische Stätte lässt sich auf bis zu 3.700 v. Chr. datieren und findet sich deshalb auf dem 3. Platz in unserer Rangliste ein. Die Knap of Howar besteht aus zwei nebeneinanderliegenden Gebäuden, welche direkt in die Erde eingelassen sind. Die Mauern selbst sind bemerkenswert dick und besonders konstruiert, sodass sie einen entsprechenden Schutz vor den Elementen des zu Schottland gehörenden Archipels bieten. Dabei wurden doppelwandige Trockenmauern aufgeschichtet und anschließend mit Abfallmaterialien wie Muschelschalen gefüllt, um thermische Isolierung sowie Stabilität zu gewährleisten.

Die Gebäude verfügen über rechteckige Grundrisse und sind mit Steinmöbeln ausgestattet, darunter Regale, Betten und Vorratsbehälter, die in die Wände integriert sind. Der Zugang zu den Häusern erfolgte über niedrige Eingänge, die einst durch Steinplatten verschlossen wurden. Die Innenräume der Gebäude wurden möglicherweise durch offene Dächer beleuchtet, welche gleichzeitig auch als Rauchabzug für die zentralen Feuerstellen dienten. Dabei handelt es sich aber lediglich um Schlussfolgerungen aufgrund entdeckter Ausnehmungen für Balken in den Mauern.

Platz 2: Cairn von Barnenez (Frankreich)

 Cairn von Barnenez

Das Cairn von Barnenez ist ein neolithisches Monument in der Nähe von Plouezoc h auf der Halbinsel Kernlhen.

Foto: PantherMedia / BreizhAtao

Der 2. Platz in unserem Ranking geht an den Cairn von Barnenez in der bretonischen Gemeinde Plouezoc’h, Frankreich. Diese Megalithanlage entstand um 4.850 v. Chr. und zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Welt. Der Hügel von Barnenez, auch Tumulus genannt, ist beeindruckende 72 m lang, bis zu 25 m breit und 8 m hoch. Er besteht aus insgesamt 11 Dolmen, die unter einer Masse von 13.000 bis 14.000 t Stein und Erde verborgen sind.

Für den Bau der Anlage wurden etwa 3.000 t Dolerit und 1.000 t Granit verwendet. Die Dolmen sind in Reihen angeordnet und durch sorgfältig platzierte Granit- und Schieferblöcke stabilisiert. Die Konstruktion erfolgte in zwei Phasen, wobei der frühe Cairn aus 5 Dolmen und der spätere aus 6 weiteren Dolmen besteht. Neun schmale Gänge führen in die Kammern, die mit Kraggewölben bedeckt sind.

Der Cairn von Barnenez wurde hauptsächlich als Grabstätte genutzt. Die Anordnung der Dolmen und die in einigen von ihnen gefundenen Gravierungen sowie Keramik und Werkzeuge, die bis in die Bronzezeit zurückreichen, lassen vermuten, dass der Cairn ein wichtiger kultureller und spiritueller Treffpunkt für die Gemeinschaften dieser Zeit war.

Platz 1: Çatalhöyük (Türkei)

Çatalhöyük

Çatalhöyük, eine neolithische Siedlung in der heutigen Türkei.

Foto: PantherMedia / DianaKykot

Die Goldmedaille im Ranking der ältesten Gebäude der Welt geht an Çatalhöyük, eine neolithische Siedlung in der heutigen Türkei. Die Siedlung wurde etwa 7.500 v. Chr. gegründet und zeichnet sich vor allem durch ihre dicht aneinandergereihten und miteinander verbundenen Wohnhäuser aus, die per Dachluke betreten werden konnten. Dadurch ließ sich nicht nur der Materialaufwand in Form von Lehmziegeln reduzieren, sondern gleichzeitig die strukturelle Stabilität steigern.

Die Innenwände der Bauten waren oft mit kunstvollen Fresken verziert und zeigten sowohl kulturelle Szenen als auch Alltagsaktivitäten. Diese Malereien wurden in mehreren Schichten von Kalkputz aufgetragen, was zur Isolierung beitrug und gleichzeitig eine glatte Oberfläche für die künstlerische Gestaltung bot. Ferner ist auch das ausgeklügelte Belüftungs- und Lichtsystem eine Erwähnung wert. Strategisch platzierte Öffnungen in Wänden und Decken förderten die Luftzirkulation zwischen den Räumen sowie den Lichteinfall.

Die Dächer von Çatalhöyük dienten nicht nur als Eingänge zu den Häusern, sondern auch als erweiterte Wohn- und Arbeitsflächen. Darüber hinaus trug die gemeinsame Nutzung von Wänden zwischen den Häusern zur Stabilität der gesamten Siedlung bei und reduzierte nicht zuletzt auch die Menge des notwendigen Baumaterials in Form von Lehmziegeln. Ein weiterer faszinierender Aspekt von Çatalhöyük ist seine Bestattungskultur. Die Toten wurden hier nämlich direkt unter den Fußböden der Wohnhäuser begraben und mit reichlich Grabbeigaben ausgestattet.

Ein Beitrag von:

  • Silvia Hühn

    Silvia Hühn ist freie Redakteurin mit technischem Fokus. Sie schreibt unter anderem über die Rekorde dieser Welt und verfasst Ratgeber.

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