Zwei Deutsche unter Top 5 29.02.2016, 10:27 Uhr

Das sind die 9 größten Windradhersteller der Welt

Der Weltmarkt für Windturbinen wächst und wächst. Jedes dritte Windkraftwerk der Welt läuft inzwischen in China. Das sind doppelt so viele wie in den USA und dreimal so viele wie in Deutschland. Das hat auch Folgen für die Hersteller: Zwei der größten Windkraftproduzenten sitzen in Deutschland. Aber schon vier in China.

Montage einer Windkraftanlage in der Nordsee im Testfeld alpha ventus: Im Ranking der größten Windkraftanlagenbauer liegen mit Siemens und Enercon zwei deutsche Unternehmen unter den Top 5.

Montage einer Windkraftanlage in der Nordsee im Testfeld alpha ventus: Im Ranking der größten Windkraftanlagenbauer liegen mit Siemens und Enercon zwei deutsche Unternehmen unter den Top 5.

Foto: Matthias Ibeler/Doti/BWE

China hat 2015 fast die Hälfte der 63 Gigawatt (GW) Windkraft installiert, die weltweit im vergangenen Jahr hinzugekommen sind. 2014 hatte China vor Spanien noch auf dem dritten Rang der Weltrangliste gelegen. Aber auch in Indien wächst die Windkraftkapazität rasch.

Als Turbinenhersteller hält Deutschland den ersten Rang

Derzeit gibt es in der Welt neun große Windturbinenhersteller. Aber auch hier ist China auffällig stark. Von den neun Großen kommen zwei aus Deutschland und immerhin vier aus China. Dänemark, die USA und Indien haben jeweils einen großen Windturbinenhersteller aufzuweisen.

Wir haben für Sie die neun größten Windkraftanlagenbauer der Welt zusammengestellt.

9) Envision Energy

Das chinesische Unternehmen mit einem Weltmarktanteil von reichlich drei Prozent konzentriert sich in Europa vor allem auf Dänemark. Envision tritt mit dem Anspruch auf, stets „smarte“ Lösungen zu suchen und meist auch zu finden. Präzisiert werden die letzteren aber nicht sonderlich genau.

Envision ist der kleinste der vier großen chinesischen Hersteller von Windkraftanlagen.

Envision ist der kleinste der vier großen chinesischen Hersteller von Windkraftanlagen.

Foto: Envision

8) Ming Yang Wind Power

Bei diesem chinesischen Produzenten handelt es sich um ein privatwirtschaftliches Unternehmen, dessen Aktien unter anderem an der New Yorker Aktienbörse gehandelt werden. Auf technischem Gebiet kooperiert Ming Yang Wind Power mit Aerodyn Energiesysteme in Deutschland. Kunden sind ganz überwiegend die staatlichen chinesischen Stromerzeuger. Ming Yang hält einen Weltmarktanteil von rund vier Prozent.

7) United Power

Das chinesische Staatsunternehmen hält einen Weltmarktanteil von gut vier Prozent. Die Gesellschaft gehört einem chinesischen Staatskonzern, China Guodian, der sich neben der Energieerzeugung stark mit einschlägiger Forschung gerade auch im Blick auf Windenergie beschäftigt. Es gibt langjährige technische Kontakte zu dem deutschen Unternehmen Aerodyn Energiesysteme, ähnlich wie bei Ming Yang Wind Power.

Windkraftanlage des Herstellers Suzlon in Indien: Suzlon baut Windparks vor allem in Asien, Nordamerika und Brasilien.

Windkraftanlage des Herstellers Suzlon in Indien: Suzlon baut Windparks vor allem in Asien, Nordamerika und Brasilien.

Foto: Suzlon

6) Suzlon

Indien mangelt es enorm an Strom. Weite Landstriche sind völlig ohne Stromversorgung. Das ist der wichtigste Grund, warum die indische Regierung die Herstellung von Windturbinen und den Aufbau von Windparks stark fördert. Der mit Abstand größte indische Turbinenproduzent ist Suzlon mit einem Weltmarktanteil von vier bis fünf Prozent. Rund um das Unternehmen hat sich in Indien eine umfangreiche Maschinenbau-Zulieferindustrie entwickelt, die weitgehend von der Windenergie lebt.

5) Enercon

Ehe bei Siemens das schnelle Wachstum einsetzte, war Enercon über lange Jahre der Marktführer unter den deutschen Windturbinenherstellern. Das in Aurich beheimatete Unternehmen, das in vielen europäischen wie auch überseeischen Ländern Produktionsstätten unterhält, verfügt über die derzeit leistungsstärkste Windturbine, die E126.

Die Form der Windturbinen des Auricher Herstellers Enercon hat der Architekt Sir Norman Foster entwickelt.

Die Form der Windturbinen des Auricher Herstellers Enercon hat der Architekt Sir Norman Foster entwickelt.

Foto: Enercon

Kennzeichen für die Enercon-Turbinen ist die getriebelose Bauart. Enercon hat sich sogar die äußere Form der Gondeln einiges kosten lassen. Ihr Design stammt vom britischen Stararchitekten Norman Foster. Patentrechtlich hatte Enercon lange Zeit starke Differenzen mit dem amerikanischen Konkurrenten GE Energy. Das behinderte das Amerika-Geschäft zeitweilig massiv. Inzwischen sind diese Differenzen aber beigelegt. Der Weltmarktanteil liegt bei rund sieben Prozent.

4) GE Energy

Das Unternehmen des amerikanischen General Electric Konzerns hält einen Weltmarktanteil zwischen acht und neun Prozent. In Europa arbeitet GE Energy besonders auf den umfangreichen britischen Windkraftmarkt konzentriert.

Windpark Fintinele mit Anlagen von General Electric in Rumänien: Die Amerikaner liegen weltweit auf Rang 4.

Windpark Fintinele mit Anlagen von General Electric in Rumänien: Die Amerikaner liegen weltweit auf Rang 4.

Foto: GE Energy

3) Goldwind

Mit einem Weltmarktanteil von rund 9 Prozent ist das Staatsunternehmen der größte Windturbinenhersteller in China. Im Auslandsgeschäft konzentriert sich Goldwind ganz besonders auf die Vereinigten Staaten.

2) Vestas

Das dänische Unternehmen war bis zum Zusammengehen von Siemens und Gamesa Weltmarktführer mit einem Marktanteil von rund elf Prozent. Obwohl Vestas trotz einiger Rückschläge über die Jahre kräftig gewachsen ist und heute weltweit 17.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist der eigene Marktanteil doch kontinuierlich gefallen, weil immer mehr neue Anbieter auftreten. Noch im Jahre 2007 hatte der dänische Maschinenbauer einen Weltmarktanteil von 28 Prozent.

Windpark des dänischen Herstellers Vestas im australischen Macarthur. Das Unternehmen wird als Weltmarktführer gerade von Siemens abgelöst.

Windpark des dänischen Herstellers Vestas im australischen Macarthur. Das Unternehmen wird als Weltmarktführer gerade von Siemens abgelöst.

Foto: Vestas

1) Siemens/Gamesa

Siemens aus Deutschland und Gamesa, der größte spanische Windturbinenhersteller, schließen sich gegenwärtig zusammen und rücken damit an die Spitze der Weltrangliste. Siemens hat einen Turbinen-Weltmarktanteil von 9,5 Prozent, Gamesa 4,5 Prozent. Zusammen sind das immerhin 14 Prozent und damit mehr als der bisherige Branchenführer Vestas.

Die Marktstellung von Siemens/Gamesa wird sich noch weiter verbessern, weil gerade die dänische Dong Energy für ihren Windpark Hornsea One vor der britischen Nordseeküste 174 Siemens Turbinen der 1,2-GW-Klasse bestellt hat, die bis 2020 allesamt installiert sein sollen. Hornsea One soll auf einige Jahre hinaus der weltgrößte Offshore-Windpark sein.

Siemens steigt gemeinsam mit Gamesa, dem größten spanischen Windturbinenhersteller, zur weltweiten Nr. 1 auf: Im Bild zu sehen ist eine getriebelose Siemens-Anlagen im Onshore-Windkraftwerk Clyde in Schottland.

Siemens steigt gemeinsam mit Gamesa, dem größten spanischen Windturbinenhersteller, zur weltweiten Nr. 1 auf: Im Bild zu sehen ist eine getriebelose Siemens-Anlagen im Onshore-Windkraftwerk Clyde in Schottland.

Foto: Siemens

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