Windenergie

Foto: panthermedia.net/JohanSwanepoel

Energie geschwind wie der Wind: Das klingt nach einer unerschöpflichen Ressource. Doch was ist Windenergie genau? Windkraft zählt zu den regenerativen Energiequellen und hat schon 160.000 Menschen in Deutschland Arbeit verschafft. Hier finden Sie aktuelle Projekte zu Onshore- und Offshore-Windparks sowie Informationen, wie Wind für Energie genutzt werden kann.

Was ist Windenergie?

Unter Windenergie versteht man Energie, die aus Windkraftanlagen gewonnen wird. Gute Leistungen erzielen die Anlagen ab einer Windgeschwindigkeit von 4 bis 5 Metern pro Sekunde. Deutschland gehört weltweit zu den Vorreitern in Sachen Windenergie. Bereits 30.500 Anlagen standen 2018 in Deutschland.

Bei Windkraftanlagen gibt es unterschiedliche Modell – und zwar die Onshore- und Offshore-Windparks.

Onshore-Windparks

Die Onshore-Windparks stehen an der Küste sowie im Binnenland, zum Beispiel in Niedersachsen. „On shore“ meint im englischen Sprachgebrauch „an Land“. Onshore-Windparks bilden Ansammlungen von Windkraftwerken zur Energieerzeugung auf dem Festland. In Deutschland sind diese Windparks mit knapp 30.000 am häufigsten vertreten.

Offshore-Windparks

Offshore-Windparks liefern Strom auf dem Meer – und zwar in großem Abstand zur Küste. Der Strom wird über unterirdische Kabel an Verteilstationen weitergeleitet. Von dort aus fließt die Energie weiter in unsere Haushalte. 2018 gab es bereits 1.300 Offshore-Anlagen in der Nord- und Ostsee.

Zum Vergleich: Auf dem Meer wird pro Offshore-Anlage mehr Strom generiert, dafür ist der Bau allerdings teurer.

Wie wird Strom aus Wind gewonnen?

Erneuerbare Energien machen einen großen Anteil im Energiemix aus. 2019 lag dieser bei 65 %. Windenergie macht davon 48 % aus.

Doch wie funktioniert die Stromgewinnung aus Wind? Ein Windkraftwerk wandelt Energie aus der Strömung des Windes in die Drehbewegung des Rotors um. Das treibt im Maschinenhaus des Windrads einen Generator an. Indem mechanische Energie in elektrische Energie umgewandelt wird, erzeugt sich der Strom. Vorstellen kann man sich den Prozess wie die Funktionsweise eines Fahrraddynamo. Die erzeugte Leistung hängt in starkem Maße von der Windgeschwindigkeit ab. Ein Beispiel: Verdoppelt sich die Windgeschwindigkeit, liegt der Ertrag der Anlage 8 mal höher.

Ist Windenergie automatisch umweltfreundlich?

Nicht zwingend, denn vor Ort beeinflusst ein Windrad durchaus die Umwelt. Onshore-Anlagen erfordern den Bau von Zufahrtsstraßen, was ein erhöhtes Verkehrsaufkommen nach sich ziehen kann. Im Nachgang fallen Wartungen, Bodenverdichtung und unter Umständen Abholzung an. Vor allem Vögel und Fledermäuse fühlen sich von Windparks vertrieben oder kollidieren sogar mit den schnellen Rotorblättern. Alles in allem hält sich der Schaden durch Onshore-Windenergie aber in Grenzen und Windenergie sorgt für sauberen Strom.

Offshore-Windparks greifen hier schon eher in das marine Ökosystem ein. Wenn die Fundamente der Anlage in den Meeresboden eindringen, kann das Fische verdrängen und das Ökosystem im Meer schaden. So manche Zugvögelgruppe ist schon an den Turbinen der Windräder gescheitert und konnte ihr Zugroutenziel nicht erreichen.

Wo stehen die größten Onshore- und Offshore-Windparks?

Der Windpark Holtriem in Niedersachsen ist der größte Onshore-Windpark in Deutschland. Auf Platz 2 folgt der Bürgerwindpark Reußenköge in Schleswig-Holstein. Die Top 3 vervollständigt RH2-Werder / Kessin / Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern.

Die 3 größten Offshore-Windparks befinden sich alle in der Nordsee. Es handelt sich um Veja Mate, Global Tech I und BARD Offshore 1. Veja Mate wurde erst 2018 errichtet.

Der Bundesverband Windenergie

Für Windenergie gibt es bereits einen eigenen Bundesverband – und zwar den Bundesverband Windenergie e. V. Es handelt sich um einen deutschen Fachverband der Windenergiebranche. Planer, Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen sowie Förderer und Nutzer der Windkraftnutzung sind Mitglieder. Immer wieder hat der Verband mit Rückschlägen in Bezug auf den Ausbau der Windenergie zu kämpfen. Dem Ausbau der Windkraft drohen in Baden-Württemberg weitere Verzögerungen. Der Verwaltungsgerichtshof hat beispielsweise die bisherige Genehmigung für Anlagen im Wald als rechtswidrig eingestuft.

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