Digitalisierung

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Foto: panthermedia.net/kantver

Die digitale Revolution ist in vollem Gange. Egal ob im heimischen Wohnzimmer, in den Schulen oder in der Industrie. Nachfolgend geben wir einen Überblick zum aktuellen Stand der Digitalisierung in Deutschland.

Was versteht man unter Digitalisierung?

Der Begriff Digitalisierung bezeichnet ursprünglich die Umwandlung analoger Materialien in ein digitales Format. Im Fall dieses Artikels ist allerdings die umgangssprachliche „Digitale Revolution“ gemeint. Diese bezeichnet einen durch technologischen Fortschritt getriebenen Umbruch in der Gesellschaft. Dieses Prinzip findet sich in Unternehmen, die neue Entwicklungen adaptieren.

Beispiele für die Digitalisierung in Deutschland

Der Umbruch durch digitale Technologien ist mitnichten eine Erscheinung der Neuzeit. Aus allen Lebensbereichen gibt es Beispiele für entsprechende Umbrüche. Nachfolgend wollen wir einige davon aufführen.

Digitale Transformation im Alltag

Was für uns heute zum Alltag dazu gehört, funktionierte vor wenigen Jahren noch ganz anders – nämlich analog. Ein Beispiel ist Musik, die früher auf Kassetten und CDs gekauft wurde. Mit dem Aufkommen des Internets in den 90er Jahren wurden Audios zunehmend über das Internet verbreitet. Seit Ende der 2010er Jahre gibt es kostenpflichtige Dienste, die das unbegrenzte Hören von Musik aus dem Netz ermöglichen. Ein weiteres Beispiel stellt die Kommunikation dar. Wurde diese bereits im 19. Jahrhundert durch die Erfindung des Telefons revolutioniert, haben heute Messenger und soziale Netzwerke viele dieser Aufgaben übernommen. Auch die klassische Telefonie findet heute über das Internet statt. Und auch vor dem Lernen macht der technologische Fortschritt keinen Halt.

Digitalisierung und die Industrie 4.0

Der Einsatz digitaler Technologien ist Kernstück der Industrie 4.0. Diese durchdringt alle Bereiche der industriellen Produktion und soll Herstellungsprozesse automatisiert abwickeln. Die unterschiedlichen Systeme und Mitarbeiter sollen dadurch direkt miteinander kommunizieren. Das endgültige Ziel dieser Auf- und Umrüstung ist die Effektivierung der gesamten Herstellung. Passend zu den stattfindenden Umbrüchen spielt die Begrifflichkeit der Industrie 4.0 auf den Beginn einer vierten industriellen Revolution an. Ein passendes Beispiel ist der Einsatz von Datenbrillen in der Logistik. DHL konnte durch die Verwendung von Google Glass eine Steigerung der Produktivität um 15 Prozent erreichen. Das Unternehmen nennt den Vorgang „Vision Packing“. Dabei sind Anweisungen und wichtige Informationen im Sichtfeld der Mitarbeiter vorhanden.

Mittelstand und Digitalisierung

Mittelständische Unternehmen tun sich im Umgang mit modernen, vernetzen Anlagen noch schwer und kaufen häufig klassische Maschinen. Einer Studie der KfW zufolge lag das gesamte Investment des Mittelstandes in neue Technologien in den letzten drei Jahren bei 14 Milliarden Euro jährlich. 26 % der kleinen und mittelständischen Unternehmen haben überhaupt in Digitalisierungsvorhaben investiert. Findet ein Aufrüsten statt, dann in mehr als der Hälfte der Fälle für neue IT-Infrastrukturen und bei der Kundenkommunikation. Das Schlusslicht bildet die Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen mit 19 %. Besonders wenige Investitionen in neue Technologien tätigen die kleinen Unternehmen, die den Großteil des deutschen Mittelstandes ausmachen. 24 % haben entsprechende Vorhaben abgeschlossen. Zum Vergleich: bei den großen Mittelständlern sind es 45 %.

Digitalisierung im Gesundheitswesen

Auch in der Medizin werden digitale Technologien zunehmend wichtiger, um die neuen Herausforderungen zu bewältigen. Diese entstehen beispielsweise durch eine wachsende Zahl an Patienten und das Älterwerden der Gesellschaft. Eine konkrete Maßnahme stellt die Telemedizin dar, die Arzt und Patient per Web, App und Chat miteinander verbindet. Dadurch können Arzt-Patient-Gespräche durchgeführt werden, ohne einen Termin vor Ort vereinbaren zu müssen. Daneben besteht die Möglichkeit, die Gesundheitsdaten, die durch Zubehörgeräte und Apps erfasst werden auszuwerten und bei Diagnosen einzubeziehen.

Die Vor- und Nachteile der Digitalen Transformation

Wie alle Neuerungen bietet die Digitalisierung eine Vielzahl unterschiedlicher Vor- und Nachteile. Arbeitnehmer müssen sich darauf einstellen, neue Kompetenzen zu erwerben, um mit den zukünftigen Ansprüchen des Arbeitsmarkts mitzuhalten. Dies betrifft zum Beispiel die Baubranche. Das sogenannte Building Information Modeling (BIM) treibt die Digitalisierung der Bauindustrie voran. BIM soll Qualität-, Kosten- und Terminrisiken im Bauwesen reduzieren, doch es tut sich schwer, Fuß zu fassen. Das digitale Bauen wird von Entscheidern und Mitarbeitern oft noch mit viel Skepsis betrachtet.

Die weiteren Pros und Kontras

Auf der Haben-Seite stehen die Vereinfachung und Vernetzung vieler Abläufe. Dadurch lassen sich Arbeitsabläufe von festen Standorten entkoppeln und Mitarbeiter weltweit in Projekte involvieren. Der Austausch wird deutlich vergünstigt. Allerdings reduzieren die neuen Kommunikationskanäle den Anteil der persönlichen Kommunikation im privaten und beruflichen Umfeld. Außerdem bereitet die starke Einbindung des Internets in die unterschiedlichen Abläufe ein Einfallstor für Angreifer.

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