Digitalisierung 11.01.2024, 11:23 Uhr

Gründung der Digital-Universität: Potsdams Antwort auf den IT-Fachkräftemangel

Die Informatikprofessoren Mike Friedrichsen und Christoph Meinel planen die Gründung der „German University of Digital Science“ in Potsdam, eine vollständig digitalisierte Universität, um Experten für den globalen digitalen Wandel auszubilden.

Online-Studium

Gründung der Digital-Universität als Schlüssel zur Bewältigung des globalen IT-Fachkräftemangels?

Foto: PantherMedia / Andriy Popov

Es ist von entscheidender Bedeutung, digitale Kompetenz und Fähigkeiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz intensiv zu studieren; warum also nicht bei einer digitalen Universität, die den Weg für modernes Lernen und Innovation im digitalen Zeitalter ebnet?

Und genau das haben die Informatikprofessoren Mike Friedrichsen und Christoph Meinel angekündigt. Sie wollen eine neue, vollständig digitalisierte Universität in Potsdam gründen, um zukünftige Experten für den globalen digitalen Wandel auszubilden. Deshalb reichten sie den Zulassungsantrag für die gemeinnützige und private Bildungseinrichtung namens „German University of Digital Science“ (German UDS) bei der Landesregierung Brandenburg ein. Aktuell prüft das Wissenschaftsministerium des Bundeslandes das vorgestellte Konzept. Friedrichsen und Meinel sind optimistisch und erwarten, dass der Wissenschaftsrat in naher Zukunft über das Vorhaben beraten wird.

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Online-Unterricht mithilfe einer fortschrittlichen Lernplattform-Technologie

Die beiden Gründer gaben bekannt, dass sie den englischsprachigen Online-Unterricht der Digital-Universität mithilfe einer fortschrittlichen Lernplattform-Technologie umsetzen möchten. Diese Plattform soll in der Lage sein, eine hohe Anzahl von Interaktionen mit Studierenden weltweit ohne Unterbrechungen oder Ausfallzeiten zu bewältigen. Bereits im Januar planen sie, die öffentlich zugängliche Lernplattform unter dem Link https://German-UDS.academy zu launchen und dabei diese Technologie einzusetzen.

„An unserem Projekt mitwirkende Professoren und weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler produzieren dafür bereits erste Zweiwochen-Kurse. Sie richten sich an alle, die den digitalen Wandel mitgestalten möchten und sich sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt bewegen wollen“, erklärt Meinel in einer Pressemitteilung, wie sie ihr Vorhaben umsetzen.

„Mit den ersten Onlinekursen der entstehenden German UDS demonstrieren wir, dass wir nicht bloß reden, sondern auch umsetzen“, sagt auch Prof. Mike Friedrichsen, der zuvor 25 Jahre an der Stuttgart Media University (HdM) lehrte.

Jeder, der interessiert ist, hat bereits jetzt die Möglichkeit, sich auf der Plattform zu registrieren. Die ersten Kurse werden Themen wie Digital Science, Künstliche Intelligenz (KI), Digitale Identitäten, Datenschutz im digitalen Bereich und Programmierung abdecken. Zudem wird ein Kurs zum Thema Design Thinking als innovativer Ansatz aktuell vorbereitet.

Erheblichen Mangel an IT-Experten weltweit reduzieren

Das Hauptziel des Projekts sei es, den erheblichen Mangel an IT-Experten weltweit zu reduzieren, der in zahlreichen Ländern den Fortschritt der Digitalisierung behindert.

„Allein in Deutschland können derzeit fast 150.000 Stellen nicht mit IT-Expertinnen und -Experten besetzt werden“, sagt Meinel in Bezug auf neueste Erkenntnisse des Digitalverbands Bitkom.

Mike Friedrichsen betonte auch, dass Künstliche Intelligenz allein nicht ausreichen werde, um die Lücke an Fachkräften zu schließen. Er erklärte, dass die zukünftigen Problemlöser und Gestalter der Digitalisierung hochwertiges Wissen benötigen würden. Die German UDS plane, dieses Wissen zukünftig online zu vermitteln, unabhängig davon, wo auf der Welt die Personen leben und arbeiten.

Achtköpfiges Beratungsgremium aus dem Bereich Digitalwissenschaften

Laut den Initiatoren wird die Gründung einer privaten Digital-Universität von einem internationalen Beirat aus renommierten Wissenschaftlern unterstützt. Dieses achtköpfige Beratungsgremium setzt sich zusammen aus Experten der Universitäten Stanford (USA), Monterrey (Mexiko), Madrid (Spanien) und Cape Town (Südafrika), sowie weiteren Mitgliedern wie den Professorinnen und früheren Wissenschaftsministerinnen Johanna Wanka und Sabine Kunst.

Beide Gründer der German UDS verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich der Digitalwissenschaften. Meinel hatte bis März 2023 die Position des Direktors am HPI in Potsdam inne, während Friedrichsen seine Tätigkeit als Professor für Wirtschaftsinformatik und digitale Medien an der Stuttgart Media University im Februar 2024 beenden wird.

„Die Digital-Universität soll sich mit zunächst drei englischsprachigen Online-Studiengängen vornehmlich an Menschen im globalen Süden und anderswo richten, die keine Möglichkeit für ein Präsenz-Studium an einer Universität haben, da die familiäre Situation oder die berufliche Lage dies bzw. auch einen Ortswechsel nicht zulassen“, sagt Meinel zu der Zielgruppen-Orientierung.

„Leuchtturm der digitalen Bildungslandschaft“

Friedrichsen gab an, dass die German UDS als „Leuchtturm der digitalen Bildungslandschaft“ fungieren wolle, um den globalen Zugang zu digitaler Bildung zu demokratisieren und hochwertiges, innovatives Wissen bereitzustellen. Dieses Wissen sei überall zur Bewältigung der digitalen Transformation erforderlich und könne dazu beitragen, den Mangel an IT-Fachkräften zu mildern. Er unterstrich auch, dass die zukünftige Digital-Universität einen aktiven Beitrag zur Sicherung von Freiheit, Gleichheit, Selbstbestimmung, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit in der digitalen Welt leisten solle.

Friedrichsen und Meinel haben eine Stiftung ins Leben gerufen, die als Gesellschafter der gemeinnützigen Organisation „German University of Digital Science gGmbH“ fungiert. Diese Organisation hat ihren Sitz im „CloudHouse“, dem Hauptstandort der German UDS in der Medienstadt Babelsberg bei Potsdam. Sie stellt die Startfinanzierung für die Digital-Universität bereit und übernimmt alle zugehörigen Verpflichtungen und Rechte. Laut ihrer eigenen Aussagen führen beide Initiatoren derzeit Gespräche mit Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen über mögliche Beiträge zur Startfinanzierung.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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