Prothesen, Brücken, Häuser 02.10.2015, 07:45 Uhr

10 verblüffende Gegenstände aus dem 3D-Drucker

Der 3D-Druck beflügelt die Phantasie der Ingenieure: Mittlerweile lassen sich Prothesen, Brücken, Instrumente und ganze Häuser fertigen. Das sind 10 der verblüffendsten Produkte.

Simulation eines Brückenbaus per Roboter: Die Roboter fahren auf den von ihnen selbst gefertigten Stahlelementen. Der 1500 °C heiße Stahl wird praktisch in die Luft gespritzt und erstarrt.

Simulation eines Brückenbaus per Roboter: Die Roboter fahren auf den von ihnen selbst gefertigten Stahlelementen. Der 1500 °C heiße Stahl wird praktisch in die Luft gespritzt und erstarrt.

Foto: Joris Laarman

1. Ein Krümmer für die Abgasanlage des Airbus Militärtransporters A400M 

Airbus hat den 3D-Druck für den Flugzeugbau entdeckt: Der europäische Flugzeugbauer hat beispielsweise einen kompliziert geformten Krümmer für die Abgasanlage des Militärtransporters A400M mit dem 3D-Drucker hergestellt. Im Innenraum der Passagiermaschine A350 stecken sogar über 1000 Bauteile aus dem 3D-Drucker. Zukünftig kommt in der Bremer Fertigungsstätte darüber hinaus ein Drucker zum Einsatz, der sogar bis zu 2 m lange Bauteile produzieren kann.

A400M im Anflug: Airbus lässt einen kompliziert geformten Krümmer der Maschine mit dem 3D-Drucker herstellen. 

A400M im Anflug: Airbus lässt einen kompliziert geformten Krümmer der Maschine mit dem 3D-Drucker herstellen. 

Foto: Julio Munoz/dpa

2. Ein 700-PS-starker Sportwagen namens Blade

Im Sommer 2015 hat Kevin Czinger die Automobilwelt aufgerüttelt. Der Kalifornier hat Blade entwickelt, einen 700-PS-starken Sportwagen. Die wichtigsten Bauteile des Fahrgestells stellt er im 3D-Drucker mit Aluminiumpulver her.

Der Flitzer wiegt dadurch nur 635 kg, bringt aber einige Power auf die Straße: In nur 2,2 s beschleunigt Blade auf 100 km/h. Bislang ist er ein Prototyp. Czinger hat sich aber vorgenommen, zukünftig 10.000 Exemplare pro Jahr herzustellen.

Sportwagen Blade: Teile des Fahrgestells hat ein 3D-Drucker mit Aluminiumpulver hergestellt. 

Sportwagen Blade: Teile des Fahrgestells hat ein 3D-Drucker mit Aluminiumpulver hergestellt. 

Foto: Divergent Microfactories

3. Ein Buggy namens Strati von Local Motors

Local Motors aus Phoenix in Arizona hat es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, ein Auto mit dem 3D-Drucker herzustellen. Ein zimmergroßer 3D-Drucker des Herstellers Cincinnati Inc. druckt 40 Einzelteile des Buggys in 44 Stunden aus – als Tinte benutzt er ein mit Kohlenstoff verstärktes Polymer.

Aus konventioneller Fertigung stammen lediglich Elektromotor, Batterie und Reifen. Das Gefährt hört auf den Namen Strati und befindet sich derzeit in der Vorbereitung für die Serienproduktion.

Strati ist das erste funktionierende Auto aus dem 3D-Drucker. Komponenten wie Motor, Batterie und Reifen stammen allerdings aus konventioneller Fertigung.

Strati ist das erste funktionierende Auto aus dem 3D-Drucker. Komponenten wie Motor, Batterie und Reifen stammen allerdings aus konventioneller Fertigung.

Foto: Local Motors

4. Ein Fahrradrahmen für den Kompost

Auch in der Fahrradbranche sorgen Ingenieure mit dem neuen Herstellungsverfahren für Wirbel: Das italienische Designerbüro Eurocompositi druckt beispielsweise den Fahrradrahmen Aenimal Bhulk. Er besteht aus Polymilchsäure – ein Produkt von Mikroorganismen, die sich von Zuckerrohr oder aus Getreide gewonnener Stärke ernähren. Ergebnis ist ein umweltfreundlicher Fahrradrahmen, den man recyceln oder auf dem Komposthaufen verrotten lassen kann.

Auf der Eurobike 2015 hatte das Unternehmen Eurocompositi Erfolg: Der kompostierbare Fahrradrahmen erhielt die Goldmedaille des Eurobike Award 2015. 

Auf der Eurobike 2015 hatte das Unternehmen Eurocompositi Erfolg: Der kompostierbare Fahrradrahmen erhielt die Goldmedaille des Eurobike Award 2015. 

Foto: Eurocompositi

5. Eine Beinprothese für den behinderten Hund Derby

In die Geschichte des 3D-Drucks ist auch das Schicksal von Derby eingegangen: Der Husky aus den USA kam 2013 mit verformten Vorderpfoten auf die Welt und konnte sich kaum vorwärtsbewegen. Bis das Unternehmen 3D-Systems auf die Idee kam, eine Prothese mit dem 3D-Drucker herzustellen.

Prothesenspezialisten erfassten die Vorderbeine mit einem 3D-Scanner und entwarfen am Computer die perfekte Prothese. Nach dem Druck im 3D-Drucker ProJet 5500X begann für Derby ein neues Leben: Der Husky joggt täglich 5 km mit seiner neuer Prothese.

Hund Derby ist mit deformierten Vorderpfoten geboren worden. Das kann er beim Laufen mittlerweile fast vergessen – dank seiner Prothesen aus dem 3D-Drucker, mit denen er täglich mehrere Kilometer zurücklegt.

Hund Derby ist mit deformierten Vorderpfoten geboren worden. Das kann er beim Laufen mittlerweile fast vergessen – dank seiner Prothesen aus dem 3D-Drucker, mit denen er täglich mehrere Kilometer zurücklegt.

Foto: 3D Systems

6. Eine Stahlbrücke in Amsterdam

Eine ganze Brücke aus dem 3D-Drucker? Auch das ist möglich, wie der niederländische Designer Joris Laarman beweisen will. Zwei Roboter des Typs MX3D sollen 2017 mit 3D-Druckern eine Stahlbrücke über einer Gracht in Amsterdam bauen. Sie arbeiten sich von beiden Ufern vor, indem ihre Düsen 1500 °C heißes flüssiges Metall quasi in die Luft zeichnen. Auf der entstehenden Konstruktion bewegen sich die Roboter vorwärts, bis die Stahlbögen schließlich zusammentreffen.

So könnte der Brückenbau über einer Gracht in Amsterdam aussehen: Der Roboter steht auf der Konstruktion und fertigt die nächsten Stahlelemente an.

So könnte der Brückenbau über einer Gracht in Amsterdam aussehen: Der Roboter steht auf der Konstruktion und fertigt die nächsten Stahlelemente an.

Foto: Joris Laarman

7. Eine E-Violine namens 3Dvarius

Liebhaber nostalgischer Violinen aus Holz müssen sich an den Anblick der 3Dvarius wahrscheinlich erst gewöhnen. Denn die futuristische Elektrovioline des französischen Ingenieurs Laurent Bernadac besteht aus transparentem Kunstharz und stammt aus dem 3D-Drucker SLA 3500. Nur Wirbel, Saiten und Elektronik sind nachträglich eingebaut. Die E-Violine soll 2016 erhältlich sein. 

Aktueller Prototyp der 3Dvarius: Der 3D-Drucker SLA 3500 hat die E-Violine mit Kunstharz gedruckt. 

Aktueller Prototyp der 3Dvarius: Der 3D-Drucker SLA 3500 hat die E-Violine mit Kunstharz gedruckt. 

Foto: 3Dvarius

8. Saxophon, Schlagzeug und Gitarre aus Schweden

Olaf Diegel ist auf die Idee gekommen, Instrumente mit dem 3D-Drucker herzustellen. Der Professor für Produktentwicklung an der schwedischen Universität Lund hat beispielsweise mit dem Drucker ProJet 5500 X von 3D Systems ein 575 g leichtes Saxophon aus flüssigem Photopolymer hergestellt ­– es ist fünfmal leichter als ein metallischer Körper. Doch damit nicht genug. Diegel hat auch schon Gitarren im Spinnen-Look und durchlöcherte Schlagzeuge hergestellt.

Ein paar Metallteile wie Federn und Schrauben sind nötig, ansonsten besteht das Saxophon komplett aus Nylon. Den Sound will Olaf Diegel allerdings noch ein bisschen lebendiger gestalten. 

Ein paar Metallteile wie Federn und Schrauben sind nötig, ansonsten besteht das Saxophon komplett aus Nylon. Den Sound will Olaf Diegel allerdings noch ein bisschen lebendiger gestalten. 

Foto: Olaf Diegel

9. Bürohaus in Dubai

In puncto Größe schießt ein Projekt in Dubai den Vogel ab: Dort entsteht das weltweit erste Bürogebäude, das vollständig aus dem 3D-Drucker kommt. Ein 6 m hoher 3D-Drucker stellt das 186 m2 Gebäude Schicht für Schicht her – mit verstärktem Beton, glasfaserverstärktem Gips und faserverstärktem Kunststoff. Auch die Innenausstattung und das Mobiliar stammen aus 3D-Druckern. Angeblich reduziert das Verfahren die Produktionszeit im Vergleich zum klassischen Hausbau um bis zu 70 % und die Arbeitskosten um bis zu 80 %.

Das Bürogebäude aus dem 3D-Drucker soll in unmittelbarer Nähe vom Museum of the Future (hinten) gebaut und von dessen Mitarbeitern genutzt werden. 

Das Bürogebäude aus dem 3D-Drucker soll in unmittelbarer Nähe vom Museum of the Future (hinten) gebaut und von dessen Mitarbeitern genutzt werden. 

Foto: Museum of the Future

10. Prachtvilla für 161.000 $

In China hat Ingenieur Ma Yihe einen riesigen 3D-Drucker entwickelt. Er ist 6,6 m hoch, 10 m breit, 40 m lang und lässt sich mit digitalen Bauplänen füttern. Dann nutzt er eine Betonpumpe, um Hauswände Schicht für Schicht aus Beton mit zugemischtem Sand, Bauschutt und Glas aufzubauen. Öffnungen für Fenster, Türen sowie Wasser- und Abwasserrohre spart er automatisch aus. Mit seiner Hilfe entstand in China eine 1100 m2 große Luxusvilla für 161.000 $. Die Kosten liegen laut Entwickler bis zu 80 % unter denen der normalen Bautechnik.

Diese 1100 Quadratmeter große Villa besteht aus Bauteilen aus dem 3D-Drucker. Kostenpunkt: 161.000 US-Dollar.

Diese 1100 Quadratmeter große Villa besteht aus Bauteilen aus dem 3D-Drucker. Kostenpunkt: 161.000 US-Dollar.

Foto: WinSun

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