Stradivari 2.0 28.08.2015, 14:05 Uhr

Französischer Ingenieur baut E-Violine mit 3D-Drucker

Der französische Musiker und Ingenieur Laurent Bernadac hat eine E-Violine gebaut, die wundervoll aussieht und ebenso gut klingt. Anders als ihr Vorbild, die berühmte Stradivari, entsteht die 3Dvarius aber im 3D-Drucker.

Aktueller Prototyp der 3Dvarius: Der 3D-Drucker SLA 3500 hat die E-Violine mit Kunstharz gedruckt. 

Aktueller Prototyp der 3Dvarius: Der 3D-Drucker SLA 3500 hat die E-Violine mit Kunstharz gedruckt. 

Foto: 3Dvarius

Laurent Bernadac ist nicht nur Ingenieur, sondern auch leidenschaftlicher Musiker, der Geige, Gitarre und Perkussion spielt. Jetzt hat der Franzose beide Professionen miteinander verbunden und eine elektrische Violine hergestellt, die komplett aus dem 3D-Drucker kommt. Nur die Wirbel und Saiten werden nachträglich eingebaut. Die neue 3Dvarius, deren Prototyp den Namen Pauline bekommen hat, sieht in ihrer reduzierten Form aus transparentem Material futuristisch aus – eine Stradivari 2.0.

Pauline mit Kunstharz in einem einzigen Druckvorgang gedruckt

2012 ist die Idee, gemeinsam mit Musikerkollegin Géraldine Puel, entstanden. Neben einem ästhetisch ansprechenden Design, das einfach und leicht sein sollte, wollten die Musiker aber auch bezüglich ihrer musikalischen Ansprüche keine Kompromisse machen. Ein kritischer Punkt dafür war unter anderem eine hohe Festigkeit des Materials, das dem Druck der Saiten den notwendigen Widerstand entgegensetzt.

Konstruktion der 3Dvarius am Computer: Nach dem 24-stündigen Druck kam die E-Violine zur Aushärtung in einen UV-Ofen. 

Konstruktion der 3Dvarius am Computer: Nach dem 24-stündigen Druck kam die E-Violine zur Aushärtung in einen UV-Ofen.

Quelle: 3Dvarius

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
WBS TRAINING AG-Firmenlogo
Schweißlehrer:in für WIG, MIG/MAG und E-Hand (m/w/d) WBS TRAINING AG
Dresden Zum Job 
M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur/in - Technische Projektierung / Presales Engineering (m/w/d) mit Schwerpunkt keramische Hochtemperatur-Isolationstechnik M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH
TenneT TSO-Firmenlogo
Parametrierer Stationsleittechnik (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Projektleitung von Lärmschutz- und Brückenbauwerken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Automatisierungstechniker (m/w/d) im Bereich Sondermaschinenbau Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal bei Neumarkt in der Oberpfalz Zum Job 
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Tech Lead (m/w/d) Electric Powertrain / Elektromotoren Jungheinrich Aktiengesellschaft
Norderstedt Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Sales Manager (m/w/d) für schlüsselfertige Gewerbeimmobilien GOLDBECK West GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter Fertigungssteuerung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Serielle Sanierung & GU-Projekte Allbau Managementgesellschaft mbH
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Projektleitung - Neubau Reinraum (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
TenneT TSO-Firmenlogo
OT Security Engineer (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur / Maschinenbautechniker (m/w/d) Schwerpunkt Maschinen- & Anlagenbau Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektentwickler (m/w/d) Immobilien Allbau Managementgesellschaft mbH
RINGSPANN GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur (m/w/d) als Produkt-Account-Manager Antriebskomponenten/Bremsen RINGSPANN GmbH
Bad Homburg Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 

Ein erster Prototyp, bestehend aus Polycarbonat, fiel bei Bernadac und Puel 2013 noch durch, weil er vom Gewicht her zu schwer und auch zu schwierig zu spielen war. Der zweite, aktuelle Prototyp aus Kunstharz entstand dann 2015 in einem Workshop im Süden Frankreichs. Drucktechnisch entschied sich Bernadac für die sogenannte Stereolithografie, bei der das Werkstück schichtweise aufgebaut und mit Licht ausgehärtet wird.

Pauline entstand im Industrie-3D-Drucker SLA 3500, mit dem auch Werkzeuge hergestellt werden können. Sie konnte in einem einzigen Druckvorgang, der 24 Stunden dauerte, gedruckt werden.

Die Saiten aufzuziehen war ein kritischer Punkt

Anschließend wurden zunächst die für den Druck erforderlichen Unterstützungsstege entfernt, woran sich eine längere Nachbearbeitung des Instruments anschloss. Nachdem auch die letzten Harzreste per Hand entfernt worden waren, wurde die Violine gewaschen, getrocknet und schließlich zur Polymerisation in einen UV-Ofen gelegt. Bei diesem Vorgang schließen sich die Monomere endgültig zu Polymerketten zusammen und die Härtung des Materials ist perfekt.

Der französische Musiker und Ingenieur Laurent Bernadac spielt auf der 3Dvarius: Die E-Violine soll 2016 erhältlich sein. Der Preis ist unbekannt. 

Der französische Musiker und Ingenieur Laurent Bernadac spielt auf der 3Dvarius: Die E-Violine soll 2016 erhältlich sein. Der Preis ist unbekannt.

Quelle: 3Dvarius

Vor dem endgültigen Zusammenbau – es fehlten noch die Wirbel, die daran befestigten Saiten und die elektronischen Teile – wurde die Oberfläche der Geige noch einmal geschliffen. Ein Vorgang, der sich auf die Optik, Haptik, aber auch auf den Klang der modernen Stradivari auswirken sollte. „Die Saiten aufzuziehen war nicht einfach, denn dabei wird die Violine zum ersten Mal der hohen Belastung ausgesetzt“, sagt Bernadac.

Pauline soll ab 2016 erhältlich sein

Diese Belastungsprobe hat die Geige bestanden und auch der Klang kann sich hören lassen. Wie viel die 3Dvarius kosten soll, hat Laurent Bernadac aber noch nicht verraten. Auf seiner Website können sich Interessenten für ein Exemplar voranmelden. Pauline soll ab 2016 erhältlich sein.

Für alle anderen Instrumentalisten: Letztes Jahr überraschte bereits ein Ingenieur aus Neuseeland mit Saxophon, Schlagzeug und Gitarre aus dem 3D-Drucker.

 

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.