Einstein: Wortgewandtes Physikgenie 09.06.2020, 07:16 Uhr

Albert Einstein Zitate: Die besten Weisheiten

Genie der Wissenschaft, Nobelpreisträger und Tausendsassa: Viele Charakterisierungen treffen auf Albert Einstein, den wohl prominentesten Naturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts, zu. Doch er entwickelte nicht nur die umwälzende Relativitätstheorie, er ist auch bekannt für eine Reihe aussagekräftiger Zitate, die durchaus zum Nachdenken anregen. Wir haben die besten Zitate von Einstein gesammelt.

Zitat im Buch aufschreiben

Zitate überdauern die Zeit.

Foto: panthermedia.net/stanciuc

Albert Einstein war ein deutscher Physiker, der durchaus auch wortgewandt war. Er gilt als einer der bedeutendsten theoretischen Physiker der Wissenschaftsgeschichte.

E=mc²: „Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur.”

E=mc², keine andere Formel aus der Physik ist dem Gemeinwesen wohl so bekannt, wie diese. Dabei steht das “E” in der Gleichung für die Ruheenergie und “m” beschreibt die Masse – beide  Variablen verhalten sich proportional zueinander. Das “c” gibt die Konstante der Lichtgeschwindigkeit an – also in etwa 300.000.000 Meter pro Sekunde. In anderen Worten beschreibt die Formel also die Äquivalenz von Masse und Energie. Sie wurde von Albert Einstein als wesentlicher Bestandteil im Zuge seiner bahnbrechenden Relativitätstheorie 1905 entdeckt. Dieser Anstoß hatte nicht nur Auswirkungen auf das Verhältnis von Energie und Masse, sondern revolutionierte zudem die Vorstellung von Raum und Zeit. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse nahmen außerdem einen großen Einfluss auf unsere Welt, wie wir sie heute wahrnehmen. Ein beinahe philosophischer Ansatz, der sich auch in der Lebensauffassung Einsteins wieder spiegelte.

„Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur.”

 

Albert Einstein, geboren am 14. März 1879 in Ulm, entstammt als Sohn von Hermann (1847-1902) und Pauline Einstein (geb. Koch, 1958-1920) einer deutsch-jüdischen Familie. Bereits ein Jahr später verlassen die Einsteins Alberts Geburtsstätte, um nach München über zu siedeln. Zuvor als Elektroinstallateur tätig, gründete der Vater gemeinsam mit seinem Bruder noch im selben Jahr ein eigenes Unternehmen, während sich Einsteins Mutter um den Haushalt kümmerte. Seine Familie gehörte dem Mittelstand an, war an die Gesellschaft angepasst und trotz der religiösen Herkunft dem Judentum nicht streng verbunden. Dies legte auch den Grundstein für Einsteins spätere Entwicklung und Denkweise.

Einstein litt unter logopädischen Schwächen

„Es ist die wichtigste Kunst des Lehrers, die Freude am Schaffen und am Erkennen zu wecken.”

Einstein genießt eine relativ unspektakuläre frühe Kindheit. Jedoch ermöglichen ihm seine Eltern ab 1884, Privatunterricht zu nehmen, um logopädische Schwächen aufzuarbeiten, sodass er ein Jahr später am regulären Unterrichtsgeschehen an der Katholischen Petersschule teilnehmen kann. Gleichzeitig lernt Einstein das Violinspiel und entdeckt dadurch seine Liebe zur Musik, die fortan einen wichtigen Bestandteil seines Lebens zeichnete. 1888 wechselt er auf das Luitpold-Gymnasium, welches er jedoch ohne Abschluss beendete, um mit den Eltern nach Italien auszuwandern. Nach knapp einem Jahr verließ Einstein auf eigene Faust das familiäre Domizil. Er begab sich in die Schweiz, um dort auf Anraten des Rektors der Eidgenössischen Polytechnischen Hochschule von Zürich (heute ETH Zürich) sein Abitur an der Kantonsschule in Aarau nachzuholen. Aufgrund dessen war es ihm 1896 möglich, das Studium der Mathematik und Physik am Polytechnikum aufzunehmen.

„Sieh im Studium nie eine Pflicht, sondern die beneidenswerte Gelegenheit, die befreiende Schönheit auf dem Gebiet des Geistes kennen zu lernen.”

Albert Einstein begeisterte sich bereits früh für die Naturwissenschaft, erreichte jedoch nur mittelmäßige Leistungen im Studium. Durch häufige Abwesenheiten geprägt, verließ er sich auf Mitschriften anderer Studienkollegen – was einerseits seinen Karrierechancen an der Hochschule, aber auch bei der Entwicklung seiner eigenen Theorien im Weg stand. Trotzdem legte er im Sommer 1900 erfolgreich seine Diplomprüfung ab und durfte sich fortan Fachlehrer in mathematischer Richtung nennen. Zwar erhielt Einstein wegen seines kontroversen Denkens nicht den angestrebten Assistenzlehrstuhl am Polytechnikum, jedoch gewährte ihm nach einer kurzfristigen Zeit als Nachhilfelehrer das Schweizer Patentamt in Bern aufgrund einer Empfehlung seines Bruders eine feste Anstellung.

„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man all das, was man in der Schule gelernt hat, vergisst.”

Zitate und Weisheiten: Einstein liebte das Leben

Einsteins Probezeit am Patentamt Bern begann im Dezember 1901. Rund eineinhalb Jahre später stieg er zum technischen Experten dritter Klasse auf. Eine Tätigkeit, die ihm Abends und in seiner Freizeit viel Zeit für seine wissenschaftlichen Arbeiten ließ. Ihm zufolge wären Ruhe und Eintönigkeit Voraussetzung für überragende geistige Leistungen. Während dieser Zeit gründete Albert die Akademie Olympia, in welcher die Mitglieder in abendlichen Sitzungen über wissenschaftliche und philosophische Themen diskutierten. Einsteins Bekanntheit stieg unmittelbar und die deutschsprachige Fachwelt entdeckte den Wissenschaftler.

„Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder.“

Einsteins Wunderjahr: Sein in der Physik sogenanntes annus mirabilis war das Jahr 1905. In diesem Jahr verfasst er seine Dissertationsschrift mit dem Titel Zur Elektrodynamik bewegter Körper sowie 4 weitere bahnbrechende Arbeiten. Sich immer wieder über banale Dinge des Lebens und der Natur zu wundern, war der Anfang vieler seiner Gedankenspiele, mit denen er seine Kreativitätsexplosion zu erklären versuchte. In diesen Schriften stellt Einstein die Grundlagen der damaligen Physik in Frage und läutete inklusive der berühmten Gleichung E=mc² gleichzeitig das Zeitalter der modernen Physik ein.

„Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität.“

Einst Kommilitonen, heirateten Albert Einstein und Mileva Marić kurz nach dem Tode Einsteins Vaters im Januar 1903 – gegen den Willen beider Familien. Aus der Ehe gingen eine Tochter sowie zwei Söhne hervor, Lieserl (1902, bereits vor der Eheschließung und aus diesem Grund zur Adoption nach Belgrad gegeben), Hans Albert (1904) und Eduard (1910). Im Frühjahr 1914 zog es Albert Einstein nach Berlin, wo er Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften wurde. Seine Ehe litt darunter und wenige Jahre später folgte die Scheidung. Gleichzeitig fühlte er sich zu seiner, ebenfalls in Berlin lebenden, Cousine Elsa hingezogen.

Einstein bezeichnete sich selbst als religiösen Ungläubigen

„Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind.“

Einstein bezeichnete sich selbst als religiösen Ungläubigen, welcher weder an einen personifizierten Gott glaubt, noch ging es in diesen Vorstellungen um neuzeitliche Weltanschauungen. Seine kosmische Religiosität beschäftigte sich viel mehr mit der Idee, jegliches Grundgesetz der Welt durch mathematische Gleichungen zu veranschaulichen. Im Gegensatz zu konventionellen Glaubensrichtungen, in welchen die Götter durch Rituale gnädig gestimmt oder Moral gepredigt wird, richtet sich kosmische Religiosität nach der Verbundenheit mit allem Leben im Kosmos.

„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.”

Ganz anders als seine eher kriegsbegeisterten Kollegen, schreibt Einstein während des 1. Weltkriegs Memoranden pazifistischer Natur. In einem veröffentlichten Schreiben nahm er zur vermeintlichen Wurzel des Krieges Stellung und begründete diese mit der aggressiven Eigenart des männlichen Wesens. Zu dieser Zeit hatte der junge Physiker jedoch auch mit persönlichen Krisen – seiner Ehe und gesundheitlichen Problemen – zu kämpfen.

„Das, wobei unsere Berechnungen versagen, nennen wir Zufall.”

Bereits vor der Zeit des 1. Weltkrieges, nämlich genau ab dem Jahr 1910, finden sich Einsteins Theorien vermehrt auf Vorschlägen für den Nobelpreis wieder. Tatsächlich verliehen wurde ihm dieser aber erst im Jahr 1922, jedoch nicht explizit, wie von vielen angenommen, für die Arbeit an der Relativitätstheorie. Sondern für seine Verdienste um die theoretische Physik sowie die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts.

„Gott würfelt nicht”

Albert Einstein suchte eine einheitliche Theorie

Nachdem Einsteins Relativitätstheorie in der Öffentlichkeit Bekanntheit erlangte, beschäftigte er sich ab 1920 mit der Suche nach einer einheitlichen Theorie, welche neben Gravitation auch Elektrodynamik in seine Gleichungen mit einschließen sollte. Anfangs noch durch Kollegen unterstützt, arbeitete er schlussendlich alleine an seinen Thesen. Einstein wollte sich nicht mit den aktuellen Forschungen zur Quantenmechanik zufriedengeben, besonders in Bezug auf die Wahrscheinlichkeiten, die hier zum Tragen kamen. Schließlich würfele Gott Einstein zufolge nicht.

„Die größten Wissenschaftler sind immer auch Künstler.”

 

Nicht immer ging es in Einsteins Leben nur um die Verpackung der Naturkonstanten in mathematische Gleichungen. Oftmals wurde er Violine spielend auf der Straße gesehen. Als Verehrer von Komponisten-Legenden wie Mozart oder Bach entwickelte er sich zu einem guten Musiker. Zudem ließ Albert gerne seine Gedanken beim Segeln schweifen und fand hierbei seine Ruhe, um im Anschluss daran wieder über komplizierte Theorien grübeln zu können.

„Klug ist jener, der Schweres einfach sagt.”

Einsteins folgende Jahre waren von einer Reihe an Vortragsreisen unter anderem nach England, Frankreich, Japan, Israel sowie in die USA geprägt. Dort offenbarte er seine Erkenntnisse einem breiten, begeisterten Publikum aus Wissenschaftlern, Studierenden und neugierigen Teilnehmern. Seine, von einem pazifistischen Standpunkt aus gesehenen, Antworten zu politischen Fragestellungen verhalfen ihm zudem, Mitglied der Völkerbundkommission zu werden und von dort aus weitere für den Frieden eintretende Bewegungen zu unterstützen.

„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“

Die Entwicklungen Deutschlands mit Argwohn betrachtend, beschließt Albert Einstein, nicht wieder in seine Heimat zurückzukehren, sondern die Stadt Princeton (New Jersey, USA) als Exil und seinen festen Wohnsitz zu wählen. Am 01. Oktober 1940 erhält er zusätzlich zur Schweizer Staatsbürgerschaft die Einbürgerungsurkunde der Vereinigten Staaten von Amerika. Einstein entgeht dadurch dem Hitler-Regime und der Verfolgung der Juden im Dritten Reich.

„Wir können der Tatsache nicht ausweichen, dass jede einzelne Handlung, die wir tun, ihre Auswirkung auf das Ganze hat.”

Einstein wandte sich von Deutschland ab: „Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.”

Als Einstein sich Deutschland abwandte, hatte er die Befürchtung, dass das Deutsche Reich mit Hilfe seiner populären Formel eine Atombombe entwickeln könnte. In einem Brief an den US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt machte der Wissenschaftler auf diese Umstände aufmerksam und legte der Regierung nahe, in die Atomforschung zu investieren. Das führte dazu, dass am 16. Juli 1945 die weltweit erste Atombombe auf einem Testgelände in New Mexico gezündet wurde und deren Sprengkraft selbst Optimisten überraschte. Einstein war jedoch nicht an der Entwicklung beteiligt.

„Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.“

Mit einem schlichten „Oh weh“ als Reaktion auf den Atombomben-Abwurf auf Hiroshima, lässt sich Einsteins innere Reaktion nur erahnen. Ihm war bewusst, maßgeblich an der Entwicklung solch einer Waffe beteiligt gewesen zu sein. Zudem würde ihm seine pazifistische Einstellung jegliche (Waffen-)Gewalt verbieten. Des Weiteren konnten die Deutschen bei ihren Versuchen keine Erfolge erzielen, weshalb die Entwicklungen auf diesem Gebiet seitens Amerikas ohnehin nicht gerechtfertigt gewesen wären.

„Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.”

Als renommierter Wissenschaftler war es Einstein in der Nachkriegszeit möglich, sich in den USA nach Kräften für Flüchtlinge aus Europa einzusetzen. Zudem schlug er 1946 in einem offenen Brief an die Vereinten Nationen eine Weltregierung vor, um dadurch den dauerhaften Frieden zu wahren. Nach dem Tod seiner zweiten Frau im Jahr 1939 sorgte seine Schwester für ihn, welche 1951 ebenfalls verstarb.

„Das Wichtigste ist, dass man nicht aufhört zu fragen.”

Seine besten Zitate bleiben uns erhalten

Am 18. April 1955 verstarb Albert Einstein im Alter von 76 Jahren an den Folgen eines Aneurysmas, welches bereits Ende der 1940er Jahre bei einem chirurgischen Eingriff am Unterleib entdeckt worden war. Dieses zu entfernen, wäre mit erheblichen Komplikationen verbunden gewesen, weshalb sich Einstein gegen eine Operation entschloss. Aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes verbrachte er seinen letzten Lebensabschnitt hauptsächlich in Princeton und widmete sich weiterhin dem politischen Weltgeschehen und der Wissenschaft. Einstein hinterlässt seiner Nachwelt ein kostbares Erbe, welches nicht nur die Forschung auf dem Gebiet der Naturwissenschaft revolutioniert hat, sondern unseren Alltag bis heute in vielen Bereichen bestimmt. Vor allem zeigt das Leben des Tausendsassas, dass es wichtig ist, alles zu hinterfragen und sich seine kindliche Neugier stets beizubehalten.

Lesen Sie auch über Albert Einstein:

Diese Erfindungen wären ohne Albert Einstein undenkbar

Wo Einstein sich zur Hälfte irrte

Von Silvia Hühn

Stellenangebote im Bereich Naturwissenschaften

Rücker + Schindele Beratende Ingenieure GmbH-Firmenlogo
Rücker + Schindele Beratende Ingenieure GmbH (Senior) Consultant (m/w/d) München
Heraeus Quarzglas Bitterfeld GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Heraeus Quarzglas Bitterfeld GmbH & Co. KG Projektleiter (m/w/d) Entwicklung Bitterfeld-Wolfen
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)-Firmenlogo
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Wissenschaftliche Mitarbeiterin (m/w/d) Strahlung Sankt Augustin
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Sustaining Center Engineer (m/f/d) St. Wendel
Fresenius Kabi Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Kabi Deutschland GmbH Entwicklungsingenieur / Innovation & Development Engineer (m/w/d) Bad Hersfeld
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)-Firmenlogo
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) Referent/Referentin (m/w/d) Präventionsdienste Sankt Augustin
Forschungszentrum Jülich-Firmenlogo
Forschungszentrum Jülich Senior Scientist mit Promotion (w/m/d) Energiesystemtechnik: Steuerungslösungen Jülich
Adolf Würth GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Adolf Würth GmbH & Co. KG Chemiker / Chemieingenieur (m/w/d) im Bereich Forschung & Entwicklung Öhringen
Advanced Nuclear Fuels GmbH-Firmenlogo
Advanced Nuclear Fuels GmbH Ingenieur (m/w/d) für Kerntechnik oder Sicherheitstechnik Lingen
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)-Firmenlogo
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) Physiker / Ingenieur (m/w/d) Fachbereich "Oberflächenmesstechnik" Braunschweig

Alle Naturwissenschaften Jobs

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.