Physik-Nobelpreis 05.10.2021, 12:13 Uhr

Nobelpreis geht an deutschen Klima-Forscher

Der Deutsche Klaus Hasselmann teilt sich 2021 den Physik-Nobelpreis mit zwei weiteren Kollegen.

Der Nobelpreis für Physik geht unter anderem an den Deutschen Klaus Hasselmann. Foto: Panthermedia.net/magann

Der Nobelpreis für Physik geht unter anderem an den Deutschen Klaus Hasselmann.

Foto: Panthermedia.net/magann

Der Nobelpreis für Physik geht 2021 an den Deutschen Klaus Hasselmann sowie an den in den USA forschenden Japaner Syukuro Manabe und den Italiener Giorgio Parisi für physikalische Modelle zum Erdklima. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.

Syukuro Manabe und Klaus Hasselmann teilen sich eine Hälfte des Preises, die andere geht an Giorgio Parisi.

„Drei Preisträger teilen sich den diesjährigen Nobelpreis für Physik für ihre Studien zu chaotischen und scheinbar zufälligen Phänomenen. Syukuro Manabe und Klaus Hasselmann legten den Grundstein für unser Wissen zum Klima der Erde und wie die Menschheit es beeinflusst“, heißt es bei der Akademie.

Nobelpreis für Klaus Hasselmann

Giorgio Parisi wird demnach wiederum für seinen revolutionären Beitrag zur Theorie von ungeordneten Stoffen und zufälligen Prozessen ausgezeichnet.

Klaus Hasselmann hat als Klimaforscher, Meteorologe und Ozeanologe herausragende Forschungsarbeit geleistet. Schon vergleichsweise früh hat Hasselmann die Umstände und Folgen der globalen Erwärmung erforscht – und mit seiner Arbeit sogar einen Rekord aufgestellt: Hasselmann hat als Autor im Bereich der Erforschung der globalen Erwärmung von 1991 bis 2001 die meisten Referenzen pro Publikation erhalten.

Klimawandel-Studie von 1979 gilt als wegweisend

1979 hat Klaus Hasselmann seine Studie „On the signal-to-noise problem in atmospheric response“ veröffentlicht, die als ein entscheidender Schritt zum Nachweis des menschlichen Einflusses auf den Klimawandel gesehen wird. Von 1975 bis 1999 war der heute 79-Jährige Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.

Die bedeutendste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 980.000 Euro) dotiert. Seit der ersten Vergabe im Jahr 1901 haben bislang 215 Forscher den Physik-Nobelpreis erhalten, darunter nur vier Frauen. Der US-Amerikaner John Bardeen bekam ihn zweimal.

Am Montag war der Nobelpreis für Medizin David Julius (USA) und dem im Libanon geborenen Forscher Ardem Patapoutian zugesprochen worden. Die beiden haben Zellrezeptoren entdeckt, über die Menschen Temperaturen und Berührungen wahrnehmen.

Chemie-Nobelpreis: Gewinner werden am Mittwoch verkündet

Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises verkündet. Am Donnerstag und Freitag folgen die Bekanntgaben für den Literatur- und den Friedens-Nobelpreis. Der Reigen endet am kommenden Montag mit dem von der schwedischen Reichsbank gestifteten Wirtschafts-Nobelpreis.

Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Die vergangenen Jahr hatten der deutsche Reinhard Genzel und die US-Forscherin Andrea Ghez den Physik-Nobelpreis erhalten. Sie hatten das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße entdeckten. Zudem wurde der Brite Roger Penrose geehrt, der erkannte, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie ist. (mit dpa)

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