Lotto und Statistik 30.04.2025, 09:00 Uhr

Blitz trifft wahrscheinlicher als Jackpot

Es ist eher wahrscheinlich, vom Blitz getroffen zu werden, als den Eurojackpot zu gewinnen. Die Chancen auf den Hauptgewinn sind so gering, dass sie kaum zu fassen sind. Bei der Ziehung am kommenden Freitag (02.05) besteht die Chance auf einen Gewinn in Höhe von bis zu 114 Millionen Euro. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, wie wahrscheinlich es wirklich ist, diese Summe zu gewinnen?

Lotto

Die versteckte Wahrheit über Lotto-Gewinne: Warum Glück nur selten eintritt. PantherMedia /AndreyPopov

Viele Menschen träumen davon, im Lotto zu gewinnen, doch die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich den Hauptgewinn zu erzielen, ist äußerst gering. Trotz dieser geringen Chancen bleibt der Traum für viele verlockend, da er die Hoffnung auf ein Leben ohne finanzielle Sorgen weckt.

114 Millionen im Eurojackpot

Momentan warten im Eurojackpot 114 Millionen Euro auf den Gewinner. Die Wahrscheinlichkeit, diese enorme Summe zu gewinnen, liegt bei ungefähr 1 zu 140 Millionen. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Zahl?

„Gibt man 139.838.160 verschiedene Tipps ab – denn so viele verschiedene Kombinationen gibt es – dann würde man auf jeden Fall gewinnen“, erklärte Lisa Hanzl, Ökonomin am Lehrstuhl für angewandte Statistik der FU Berlin gegenüber der dpa noch vor einigen Monaten. Da war auch eine große Summe im Topf. Es würde sich jedoch nicht lohnen: Ein Tipp kostet 2 Euro, was bedeuten würde, dass man insgesamt rund 280 Millionen Euro ausgeben müsste, um die 120 Millionen Euro zu gewinnen.

Diese Beispiele machen die geringe Wahrscheinlichkeit noch klarer. Wer nur einen Tipp abgibt, hat eine sehr geringe Chance. Hanzl erklärt: Es ist 70 Mal wahrscheinlicher, in Deutschland von einem Blitz getroffen zu werden, als den Jackpot mit einem einzigen Tipp zu gewinnen.
Sogar an dem Tag der Ziehung passieren viel wahrscheinlichere Dinge. Laut Hanzl ist es viel wahrscheinlicher, im Straßenverkehr zu sterben, als mit einem Tipp den Eurojackpot zu knacken.

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Jede Zahl hat gleiche Chancen

Manche Menschen achten darauf, welche Zahlen im Eurojackpot schon lange nicht mehr gezogen wurden, in der Hoffnung, dass diese Zahlen irgendwann „dran“ sind. Sie glauben, dass es eine Art Muster gibt, das sich wiederholt, oder dass die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Zahlen mit der Zeit steigt. Doch in Wirklichkeit sind die Ziehungen völlig zufällig, und jede Zahl hat bei jeder neuen Ziehung die gleiche Chance, gezogen zu werden. Das Berücksichtigen vergangener Ergebnisse beeinflusst also nicht die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns. „Nein, die Ziehung ist jedes Mal ein komplett unabhängiges Ereignis“, bestätigt die Expertin.

Einige Spieler greifen mittlerweile auf eine ganz moderne Methode zurück, um die richtigen Zahlen zu erraten – sie fragen die künstliche Intelligenz (KI). Mithilfe von Algorithmen und komplexen Berechnungen versuchen sie, Muster oder „heiße“ Zahlen zu identifizieren, die mit höherer Wahrscheinlichkeit gezogen werden. Doch auch wenn KI beeindruckende Analysen durchführen kann, bleibt die Lotterie ein Glücksspiel.

Mehr Geld ausgeben als gewinnen

Doch wenn man „nur“ eine kleinere Summe gewinnen möchte, wie wahrscheinlich ist das? In der niedrigsten Gewinnklasse liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1 zu 49. Lisa Hanzl erklärte, dass man, wenn man die Tipps geschickt kombiniert, etwa 30 bis 40 Tipps abgeben müsste, um eine Chance auf einen Gewinn zu haben. Doch auch dabei ist die Wahrscheinlichkeit, mehr Geld auszugeben, als man tatsächlich gewinnt, sehr hoch. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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