Brücken

Müngstener Brücke bei Solingen

Foto: panthermedia.net/sanne

Schon seit der Jungsteinzeit verbinden Brücken Menschen über Täler, Seen und Flüsse hinweg. Sie repräsentieren den aktuellen technischen Stand einer Gesellschaft und gelten nicht umsonst als hohe Ingenieurskunst. In diesem Artikel geben wir einen kurzen Überblick zur Geschichte des Brückenbaus und auf den aktuellen Stand der Brücken in Deutschland.

Die Geschichte der Brücken

Die Überquerung natürlicher Hindernisse mit mehr oder weniger ausgefeilten technischen Hilfsmitteln ist fest mit der menschlichen Geschichte verzahnt. Diese frühen Vorgänger der modernen Brücke sind heutzutage allerdings nicht mehr erhalten. Durch archäologische Funde und geschichtliche Überlieferungen können wir heute Rückschlüsse auf die Entstehungsgeschichte der Brücken ziehen. So wurden beispielsweise schon im 15. Jahrhundert Brücken aus Holz und Stein gebaut. Im 6. Jahrhundert waren die Römer bereits in der Lage Bogenbrücken aus Stein zu bauen. Holz und Stein blieben lange die Materialien der Wahl beim Bau von Brücken. Erst im 19. Jahrhundert konnten sich Guss- und Schmiedeeisen als Material für den Brückenbau durchsetzen. Im gleichen Zeitraum kam Beton als Baustoff für Brücken auf. Der sogenannte Stampfbeton kam beim Bau der markanten Betonbogenbrücken zum Einsatz, während sich ab den 1940er Jahren der Spannbeton durchsetzen konnte, der die auch heute noch eingesetzten Balkenbrücken ermöglicht. Außerdem sind Brücken häufig auch wesentlicher und verbindender Bestandteil eines Stadtbildes. In Venedig gibt es beispielsweise 435 unterschiedliche Brücken, welche die Kanäle in der gesamten Stadt überbrücken. Besonders bekannt und bei Touristen beliebt ist die Ponte di Rialto. Sie entstand um 960 n. Chr.

Brücken in Deutschland

Aktuell machen Brücken in Deutschland durch ihren schlechten Zustand von sich reden. Brückenschäden sind an vielen der rund 140.000 Brücken vorhanden. Autobahnbrücken und Brücken auf Bundesstraßen machen rund 40.000 dieser Brücken aus. Vielen dieser Brücken ist gemein, dass sie alt sind. Ein Drittel dieser Brücken aus den 60er und 70er Jahren muss instandgesetzt werden. Der Bundesanstalt für Straßenwesen zufolge, wird jede achte Brücke als unzureichend bewertet. Die Gefahr eines Einsturzes wie in Genua besteht bei den schlecht bewerteten Brücken allerdings nicht.

Die Rheinbrücke Leverkusen

Die Rheinbrücke in Leverkusen gehörte durch den starken Verkehr zu eben jenen Brücken, die Brückenschäden aufwiesen. Während die Belastbarkeit bei täglich 30.000 Fahrzeugen lag, musste die Brücke durch die starke Zunahme des Verkehrs 120.000 Fahrzeuge täglich tragen. Die zusätzliche Belastung durch LKW mit einem Gewicht von 3,5 t war schließlich zu viel für die im Jahr 1965 eröffnete Brücke. Risse in der Konstruktion der Brücke mussten im Rahmen einer zwischenzeitlichen Sanierung behoben werden, um die Belastbarkeit der Brücke sicherzustellen. Da sich diese Reparatur als auf dauerhaft wirkungslos herausstellte, kann die Brücke bis zum Neubau nicht mehr von Fahrzeugen befahren werden, die mehr als 3,5 t wiegen und breiter als 2,3 m sind. Der Neubau der Leverkusener Brücke soll, anders als ursprünglich geplant bis 2020 fertiggestellt werden. Die alte Brücke wird zu diesem Zweck durch zwei Neubauten ersetzt. Der erste Neubau soll 2020 bereitstehen, um den Abriss der alten Brücke beginnen zu können. 2024 sollen schließlich beide nutzbar sein.

Dresdner Brückenbausymposium

Brücken sind in Deutschland nicht nur Problemfälle. Auf dem Dresdner Brückensymposium bietet sich Brückenbauern aus ganz Deutschland die Möglichkeit des Austauschs. Fachingenieure aus dem Bereich bekommen dort neue Anregung und die Möglichkeit, andere Menschen aus ihrem Fachbereich kennenzulernen. Dazu sind Unternehmen aus dem Bereich Brückenbau vor Ort, die ihre Projekte einem Fachpublikum präsentieren. Alle zwei Jahre wird außerdem der Deutsche Brückenbaupreis verliehen, welcher besondere Leistungen der Brückenbauingenieure würdigt. Kategorien für die Preisverleihung sind „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ sowie „Fuß- und Radwegbücken“. Der Wettbewerb will außerdem dazu beitragen, die besondere Leistung von Brückenbauingenieuren publik zu machen.

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