Internationale Bewerbung 14.11.2018, 10:14 Uhr

Lebenslauf auf Englisch: Was bei Resume und CV zu beachten ist

Viele Ingenieure streben einen Job im Ausland an oder wollen bei einem internationalen Konzern unterkommen. Der Lebenslauf auf Englisch ist hier die erste Hürde, die es zu nehmen gilt. Doch Vorsicht, eine einfache Übersetzung reicht nicht.

Blatt Papier mit der Aufschrift Resume, darauf ei Stift und eine Brille

Foto: panthermedia.net/ml12nan

  1. Das Resume
  2. Verbreitung des CV
  3. Einen CV verfassen
  4. Aufbau eines englischen Lebenslaufs
  5. deutscher vs englischer Lebenslauf

 

Wer ein interessantes Stellenangebot im Ausland entdeckt hat, der sollte keine Zeit verlieren und sich direkt an den Lebenslauf auf Englisch setzen. Das bedeutet aber nicht, den deutschen Lebenslauf einfach auf Englisch zu übersetzen. Denn der englische Lebenslauf unterscheidet sich von der deutschen Version in puncto Inhalt, Aufbau und Struktur, ganz abgesehen von den sprachlichen Unterschieden. Curriculum Vitae (CV) oder Resume, Personal Resume sowie Résumé – so heißen die beiden gängigen Formate für einen Lebenslauf auf Englisch. Welches das Richtige ist, hängt davon ab, wo und für welchen Job Sie sich bewerben.

Das Resume – in den USA weit verbreitet

In Großbritannien wird in der Regel der CV bevorzugt, der in seiner Form sehr dem deutschen Lebenslauf ähnelt. Das Resume wird dagegen oft in den USA genutzt. Es ist komprimierter als der CV und fasst alle Kerninformationen des Bewerbers auf einer Seite und auf einen Blick zusammen. Neben dem Land, in dem Sie sich bewerben, entscheidet auch die Art des Jobs, auf die Sie sich bewerben, über das Format des englischsprachigen Lebenslaufs. Während Sie für akademische Berufe oder Stellen im öffentlichen Dienst immer öfter auch in den USA einen CV auf Englisch verfassen müssen, setzen Sie bei Bewerbungen in der US-amerikanischen Wirtschaft das Resume ein. Der Lebenslauf auf Englisch wird schließlich durch das englischsprachige Anschreiben, den Cover Letter, ergänzt. Das gilt übrigens für CV und Résumé gleichermaßen.

Charakteristisch für das Résumé ist, dass es eher ein Auszug Ihres beruflichen Lebenslaufs ist. Hier stellen Sie Erfahrungen, Erfolge und Positionen dar, die zum avisierten Job passen. Alles andere fällt raus. Das typische Resume sieht dann so aus:

  1. Länge: max. 1 Seite
  2. Liste relevanter beruflicher Stationen (Unwichtiges weglassen):
    1. Aktuelles zuerst
    2. Stärken und besondere Fähigkeiten (Skills)zum Schluss
  3. Referenzen angeben
  4. kein Bewerbungsfoto
  5. kein Geburtsdatum
  6. kein Familienstand
  7. kein Datum und keine Unterschrift am Ende
  8. keine Angaben zu Alter, Geschlecht, Nationalität, Religion

Aus Platzmangel wird manchmal sogar der Titel, sprich Resume, Personal Resume oder Résumé, weggelassen. Der Lebenslauf auf Englisch beginnt dann mit den persönlichen Daten: Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. US-amerikanische Unternehmen verwenden oftmals sogar anonymisierte Bewerbungen, auf denen jegliche persönliche Daten fehlen. Hier füllen Sie entweder einen Online-Bewerbungsbogen aus, erhalten vom Unternehmen ein vorgefertigtes Bewerbungsformular, das Sie bearbeiten und per Post zurückschicken oder die persönlichen Daten auf einer klassischen Bewerbung werden geschwärzt. Der Grund hierfür sind die strengen Antidiskriminierungsgesetze in den USA und die daraus resultierende Angst vor Klagen.

Curriculum Vitae ist in vielen Ländern gefragt

Ebenso wie das Resume, so ist auch der CV dann nötig, wenn Sie sich auf eine Stelle im englischsprachigen Ausland bewerben wollen. Handelt es sich bei Ihrem künftigen Arbeitgeber um ein Unternehmen, das in Großbritannien ansässig ist oder zu den Staaten des Commonwealth gehört – Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika –, so ist der Curriculum Vitae der Lebenslauf der Wahl. Gleiches gilt, wenn Sie bei einem internationalen Unternehmen oder Konzern anheuern wollen, bei dem die Geschäftssprache Englisch ist. Das trifft zunehmend häufiger auch auf deutsche Unternehmen und Konzerne zu, vor allem wenn diese neue Märkte erschließen wollen.

Unabhängig davon ist der CV immer öfter bei der Bewerbung für akademische Berufe gefragt. Die Liste der Länder und Voraussetzungen zeigt: Der CV ist längst nicht nur auf Großbritannien beschränkt. Daher der Tipp: Wer sichergehen will, der fragt einfach beim Unternehmen nach, welche Form des Lebenslaufs gewünscht ist. In diesem Zuge lassen sich auch der korrekte Ansprechpartner und eventuelle weitere Fragen klären.

Lebenslauf auf Englisch: So schreiben Sie einen CV

Im Gegensatz zum Resume ist der Curriculum Vitae, kurz CV, eine komplette Darstellung des beruflichen Werdegangs. Genau genommen handelt es sich übrigens um das Curriculum Vitae, verbreitet ist jedoch die Bezeichnung der Curriculum Vitae (CV) als Entsprechung des Begriffs „der Lebenslauf“. Im CV dokumentieren Sie alle Abschlüsse, Positionen und Zertifikate, aber auch relevante Veröffentlichungen oder kleinere Jobs. Der Seitenumfang ist entsprechend höher, liegt jedoch bei maximal 2 bis 3 Seiten.

Der englische CV stellt aufgrund seines Umfangs eine größere Herausforderung dar. Diese lässt sich aber leicht meistern, wenn Sie als Ingenieur oder Informatiker einige Grundregeln zum Lebenslauf auf Englisch beherzigen. Wichtig ist hier vor allem, dass Sie nicht einfach den beruflichen Werdegang der letzten Jahre runterschreiben. Im Lebenslauf auf Englisch präsentieren Sie sich und Ihre Fähigkeiten und zeigen, dass Sie die Anforderungen der neuen Stelle erfüllen. Formulieren Sie dabei kurz, knapp und prägnant.

Der Curriculum Vitae (CV) ist folgendermaßen aufgebaut:

  1. Länge: max. 2 bis 3 Seiten
  2. Liste der beruflichen Stationen:
    1. Aktuelles zuerst
    2. präzise Stichpunkte
  3. Referenzen angeben
  4. kein Bewerbungsfoto
  5. kein Geburtsdatum
  6. kein Familienstand
  7. kein Datum und keine Unterschrift am Ende
  8. keine Angaben zu Alter, Geschlecht, Nationalität, Religion

Aufbau eines Lebenslaufs auf Englisch – ob CV oder Resume

Grundsätzlich sollten Sie für den Lebenslauf auf Englisch – egal ob CV oder Resume – eine gut lesbare Schrift in den Schriftgrößen 11 oder 11,5 wählen. Wer sich – wie nur noch selten der Fall – postalisch bewirbt, der sollte Schriftarten mit Serifen wählen wie beispielweise Bookman Old Style, Century Gothic, Georgia oder die bekannte Times New Roman. Für Online-Bewerbungen empfehlen sich dagegen serifenfreie Schriften wie Arial, Calibri, Helvetica oder Tahoma. Inhaltlich ist der Lebenslauf auf Englisch so aufgebaut:

Personal Details: Als persönliche Angaben reichen Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse aus. Hierbei sollten Sie Ihren Namen in die erste Zeile schreiben und alle anderen Daten darunter notieren. Da die englische Sprache keine Umlaute kennt, werden sie ausgeschrieben. Ein ä wird also zu ae, ein Müller zu Mueller. Insbesondere beim amerikanischen Resume werden aufgrund strenger Antidiskriminierungsgesetze keine weiteren Angaben als die oben genannten genutzt.

Summary/Personal Profile: In 2 bis 3 kurzen Sätzen beschreiben Sie sich und Ihre Persönlichkeit. Mehr Platz sollten Sie nicht verbrauchen, schließlich ist Ihr Lebenslauf auf Englisch unter Umständen nur eine Seite lang, etwa beim Résumé. Das Summary oder Personal Profil muss deswegen auch nicht zwingend im Lebenslauf auf Englisch vorkommen.

Objective: Dieser Teil orientiert sich am angestrebten Job. Formulieren Sie hier klar und deutlich, auf welche Stelle Sie sich bewerben und warum. Vor allem ist hier wichtig, die eigene Motivation hervorzuheben.

Professional/Work Experience: Hier dokumentieren Sie alle Stationen Ihres bisherigen Berufslebens, beginnend mit der aktuellsten beruflichen Station. Ihre Liste endet mit der Station, die am längsten zurückliegt. Je Station dokumentieren Sie Firmenname, Standort, Dauer der Anstellung sowie die genaue Position. Auf entsprechende Erfolge weisen Sie hier ebenfalls hin – wie immer kurz und prägnant.

Wichtig: Beim Resume fällt der Punkt Professional/Work Experience wesentlich kürzer aus. Hier beschränken Sie Ihren beruflichen Werdegang auf 2 bis 3 Jobs, die für die angestrebte Stelle relevant sind. Die Anordnung dieser Stationen ist frei, das bedeutet, sie muss weder chronologisch noch umgekehrt chronologisch sein oder sonst einer festgelegten Sortierungsregel folgen. Vielmehr stellen Sie den Job nach oben, der aus Ihrer Sicht für die avisierte Stelle am wichtigsten ist. Sie können Ihren beruflichen Werdegang auch nach Fähigkeiten (auf Englisch „Skills“) sortieren, was als Functional Resume bezeichnet wird. Ganz egal, wie Sie Ihre beruflichen Stationen sortieren. Das Resume hat gegenüber dem deutschen Lebenslauf und dem Curriculum Vitae (CV) einen entscheidenden Vorteil: Lücken im Lebenslauf spielen keine Rolle.

Education: Unter „Education“ dokumentieren Sie Ihren Bildungsweg in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, sprich dem neuesten Punkt zuerst. Wobei Sie Fort- und Weiterbildungen (auf Englisch „Advanced Trainings“) getrennt und mit der jeweiligen Qualifikation auflisten.

Skills: In der Regel dokumentieren Sie hier Ihre Sprachkenntnisse und Ihre Expertise im IT-Bereich an. Sie können in Ausnahmefällen auch weitere Fähigkeiten und Qualifikationen ergänzen, die für den angestrebten Job wichtig sind oder sein können.

Activities/Engagement: Hier nennen Sie Ehrenämter, Hobbys und Interessen, die in irgendeiner Weise für den angestrebten Job relevant sein können und im Idealfall Ihre Teamfähigkeit und/oder Führungsstärke hervorheben. Auf die Nennung riskanter Extremsportarten sollten Sie übrigens tunlichst verzichten. Aufgrund des erhöhten Verletzungsrisikos kann das auf so manches Unternehmen eher abschreckend wirken.

References: Die Referenzen sind im Lebenslauf auf Englisch besonders wichtig. Ihre Referenzgeber sind normalerweise mindestens zwei Personen, die über Sie und Ihre berufliche Karriere Auskunft geben können. Bei der Nennung der References können Sie davon ausgehen, dass diese auch tatsächlich kontaktiert werden – deswegen bitte Telefonnummer und E-Mail-Adresse angeben. Sie können bei Ihren Referenzen auch den Vermerk „available on request“ ergänzen. Übersetzt bedeutet das „auf Anfrage verfügbar“. Dieser Vermerk ist jedoch nicht unbedingt von Vorteil, weil er einschränkend wirkt. Unabhängig davon sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Referenzpersonen mit der Nennung und der Übermittlung der Kontaktdaten einverstanden sind. Wie Sie Referenzen richtig nutzen, haben wir ebenfalls aufgeschrieben.

Unterschied des englischen zum deutschen Lebenslauf

Zusammenfassend betrachtet unterscheidet sich der Lebenslauf auf Englisch – CV und Résumé vom deutschen Lebenslauf in den folgenden Punkten:

  • Bewerbungsfotos sind unüblich bis nicht gewünscht, da viel Wert auf Chancengleichheit gelegt wird.
  • Alter, Geschlecht, Familienstand und Religion haben im Lebenslauf auf Englisch aus diesem Grund auch nichts zu suchen.
  • CV und Resume sind fast immer umgekehrt chronologisch aufgebaut: Der aktuelle Job steht also ganz oben, die Ausbildung am Ende.
  • Der Lebenslauf auf Englisch wird weder mit einem Datum versehen noch unterschrieben.
  • Der wichtigste Unterschied sind die Referenzen. Sie müssen angegeben werden, sonst ist der Lebenslauf auf Englisch unvollständig. Normalerweise geben Sie zwei oder mehr Referenzen an. Wer nicht nur Referenzgeber, sondern direkt Referenzschreiben beifügt, um dem potenziellen Arbeitgeber ein besseres Bild von seinen Leistungen und seiner Persönlichkeit zu vermitteln, der ist schon auf einem guten Weg.

Viele Personalabteilungen möchten sich ihre Erkundigungen jedoch lieber selbst und telefonisch einholen. Hierzu sollten Sie eine Referenzliste zur Verfügung stellen. Geeignete Referenzgeber für eine solche Liste sind aktuelle und frühere Chefs (sowie deren Chefs), Führungskräfte aus Kundenunternehmen, mit denen Sie zusammengearbeitet haben, Professoren, Mentoren, höherrangige Funktionäre aus ehrenamtlichen Tätigkeiten sowie Kunden und Auftraggeber bei selbstständiger Tätigkeit. Da auch Referenzgeber den Job wechseln, ist es wichtig, dass Sie den Namen und deren aktuelle Position angeben. Zusätzlich weisen Sie darauf hin, aus welchem Unternehmen Sie den Referenzgeber kennen und in welcher beruflichen Beziehung dieser damals zu Ihnen stand.

 

Weiterführende Themen:

Englisches Anschreiben – der Cover Letter

Das Motivationsschreiben

Arbeiten im Ausland

Ingenieure in der Schweiz

Das Auslandspraktikum

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