Zehn Tipps für Morgenmuffel 08.08.2016, 07:29 Uhr

Typ Eule: Was Ingenieure tun können, um besser aus dem Bett zu kommen

Sind Sie eine Eule? Zählen also zu dem Viertel der Deutschen, die nachtaktiv sind und morgens muffelig? Dann haben wir hier ein paar Tipps, wie Sie künftig besser in die Gänge kommen und Ihren Kollegen nicht mit schlechter Laune auf den Keks gehen. Und selbst zufriedener in den Arbeitstag starten.

Mit Nachteulen ist am Morgen nicht zu spaßen. Auch unter Ingenieuren soll es welche geben... 

Mit Nachteulen ist am Morgen nicht zu spaßen. Auch unter Ingenieuren soll es welche geben... 

Foto: TCM1003/Flickr

Gähn. Jeden Werktag das gleiche Elend: Viel zu früh klingelt der Wecker. Nur noch ein paar Minütchen liegen bleiben. Kaum umgedreht, nervt das Gerät schon wieder. Mürrisch quälen Sie sich aus den Federn. Von wegen „dem Ingeniör ist nichts zu schwör“.  Dem Eulen-Typ frühmorgens schon. Aber vielleicht helfen diese Aufstehtechniken:

1. Nicht aus dem Tiefschlaf herausreißen lassen

An ihrer genetischen Veranlagung, ob Sie ein Frühaufsteher (Lerche) sind oder eher den Biorhythmus einer nachtaktiven Eule haben, können Sie nichts ändern. Wohl aber daran, ob Sie beim morgendlichen Wecken aus dem Tiefschlaf herausgerissen werden. Und das ist immer schlecht für den Start in den Tag. Darin sind sich die Schlafforscher einig.

Sleepsense von Samsung: Der Schlafsensor misst die Schlafdauer, die Schlaf-Effizienz, die Zeit bis zum Einschlafen, wie oft der Schläfer aufgewacht und aufgestanden ist sowie den Anteil an REM- und Tiefschlaf.

Sleepsense von Samsung: Der Schlafsensor misst die Schlafdauer, die Schlaf-Effizienz, die Zeit bis zum Einschlafen, wie oft der Schläfer aufgewacht und aufgestanden ist sowie den Anteil an REM- und Tiefschlaf.

Foto: Samsung

Versuchen Sie es doch einmal mit einer Schlaf-App wie der Sleep Cycle Alarm Clock, die ihren Schlaf analysiert und Sie in Ihrer leichtesten Schlafphase aufweckt. Oder einem Schlafphasenwecker. Wenn erst einmal in einem Zeitfenster von einer halben Stunde, der für Sie günstigste Aufwachzeitpunkt ermittelt wurde, fällt das Aufstehen schon mal weniger schwer. Und ist auch gesünder. 

2. Gedanken steuern 

Auch ihr Tag besteht nicht nur aus Arbeit. Sorgen Sie für Highlights nach Feierabend. Und lenken Sie ihre Gedanken beim Erwachen sofort in diese Richtung. Hier gilt: erst das Vergnügen und dann den Job vor Augen halten. Und mit schönen Aussichten aus dem Bett steigen.

3. Blaues Licht einsetzen 

Statt zu snoozen, also die Schlummertaste zu drücken, um sich mehrfach noch einmal im Bett umzudrehen, machen Sie sich besser das blaue Licht der in modernen Smartphones verbauten LED-Beleuchtung zunutze. Der Körper reagiert auf das blaue Licht laut Studien, indem er die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin blockiert.

Was uns also beim Handygebrauch am Abend am Einschlafen hindert hilft umgekehrt morgens beim Aufstehen. Ein flottes Musikvideo ansehen, ein kurzes Spielchen oder eine WhatsApp schreiben, bringt auf Trab. Und steigert die Laune.

4. Bitte lächeln!

Klingt doof, aber hilft: Lächeln. Schon die Mundwinkel nach oben zu ziehen, ist für das Gehirn ein Signal, Glückshormone auszuschütten. Begrüßen Sie sich selbst im Badezimmerspiegel mit diesem Muskelspiel, aber vor allem später die Kollegen. Seien Sie eine kluge Eule. Verderben Sie weder sich noch den Mitmenschen am Arbeitsplatz den ganzen Tag durch Morgenmuffeligkeit.

5. Kaltes Wasser auf die Haut

Wenn Sie es dann schon mal bis ins Badezimmer geschafft haben, kommt der nächste Kick: In der Dusche sollten Sie ihrem Körper mindestens eine Runde kaltes Wasser zum Abschluss gönnen. Ja richtig verstanden „gönnen“. Denn es bringt Ihren Kreislauf in Schwung und macht topfit.

Kalt abduschen: Wichtig dabei ist es, sich von unten nach oben vorzuarbeiten. Also mit den Füßen beginnen, dann die Beine und so weiter. Herzbereich und Kopf können ausgespart werden, das ist schonender und den Frischekick gibt es trotzdem.

Kalt abduschen: Wichtig dabei ist es, sich von unten nach oben vorzuarbeiten. Also mit den Füßen beginnen, dann die Beine und so weiter. Herzbereich und Kopf können ausgespart werden, das ist schonender und den Frischekick gibt es trotzdem.

Foto: Oliver Berg/dpa

Okay, die ersten Male fällt es schwer, doch wer sich einmal daran gewöhnt hat, will auf dieses erfrischende Ritual nicht mehr verzichten. Es vertreibt die müden Geister sekundenschnell. Prusten und laute Schnappatmung sind Anfängern durchaus erlaubt : ) Voraussetzung: Es liegen keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Befragen Sie dazu Ihren Arzt.

6. Muntermacher Kaffee

Zur Belohnung fürs kalte Duschen gibt es dann am besten noch eine Tasse Kaffee. In Ruhe. Planen Sie dafür auch als Morgenmuffel ein paar Minuten ein. Wenn es geht, frühstücken Sie dazu. Ist aber kein Muss.

Kaffee ist ein Muntermacher. Zudem soll er Herzinfarkten, Diabetes, Depressionen, Tinnitus und Alzheimer vorbeugen. 

Kaffee ist ein Muntermacher. Zudem soll er Herzinfarkten, Diabetes, Depressionen, Tinnitus und Alzheimer vorbeugen. 

Foto: Tobias Hase/dpa

Doch auch wer morgens keinen Bissen herunterbekommt, sollte die fehlende Flüssigkeitszufuhr über Nacht ausgleichen. Und ein Kaffee macht zudem munter. Über den Tag verteilt dürfen es getrost mehrere Tassen sein.

7. Lieblingsmusik oder Lesen hilft

Gestalten Sie sich den Weg zur Arbeit so angenehm wie möglich. Hören Sie zum Beispiel im Auto Ihre Lieblingsmusik. Oder nutzen Sie die Zeit in der Bahn um zu lesen, aber bitte nur, was Ihrer Laune gut tut. Am allerbesten wäre, Sie fahren mit dem Rad. Frische Luft weckt die Lebensgeister.

8. Tief durchatmen

Bevor Sie Ihren Kollegen gegenübertreten, denken Sie daran, noch einmal tief Luft zu holen und, siehe oben, ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern. Den Körper aufrichten und erhobenen Hauptes eintreten, bloß nicht schleichen und widerwillig einen Gruß murmeln. Wie heißt es doch: „Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus.“ Ein gutes Betriebsklima erhöht die Freude an der Arbeit und treibt aus dem Bett.

9. Stressfrei anfangen

Beginnen Sie Ihren Arbeitstag immer gleich, checken Sie Ihre Mails, aber verzetteln Sie sich nicht. Geben Sie sich eine Viertelstunde Zeit. Mehr nicht. Denken Sie an die 80-20-Regel. Diese besagt, dass man mit 20 Prozent seiner Zeit 80 Prozent der Arbeit schafft.

Notieren Sie sich nach dem Mail-Check die wichtigsten Aufgaben für den Tag. Und los geht es mit dem Abarbeiten. Schieben Sie wichtige Aufgaben nicht vor sich her. Lassen Sie sich nicht durch Anrufe oder weitere Mail-Checks zwischendurch von deren Erledigung abbringen.

Andere haben schon Feierabend und Sie arbeiten noch. Das muss nicht sein: Denken Sie an die 80-20-Regel. 

Andere haben schon Feierabend und Sie arbeiten noch. Das muss nicht sein: Denken Sie an die 80-20-Regel. 

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Erst wenn Sie die wichtigen 20 Prozent abgearbeitet haben, wenden Sie sich wieder organisatorischen Aufgaben zu, die Zeit fressen, aber Ihnen nicht so viel Konzentration abverlangen. Wenn das Wichtigste des Tages erledigt ist und nicht auf morgen verschoben, dann fällt auch das Aufstehen am nächsten Tag noch einmal leichter.

10. Das Murmeltier rauslassen

Denken Sie daran: Das nächste Wochenende kommt bestimmt. Und wenn Sie dann wieder zum Murmeltier mutieren. Was soll´s. Genießen Sie es einfach, sich noch einmal umdrehen und weiterschlafen zu können. Sie wissen ja jetzt, was Sie tun können, um ihrer Schlafnatur an Werktagen ein Schnippchen zu schlagen.

Von Martina Kefer

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