Gesund und munter 16.10.2017, 09:13 Uhr

Deshalb sollten Ingenieure am Arbeitsplatz Kaffee trinken

Was wir ja immer schon wussten: Kaffee ist nicht schädlich, sondern im Gegenteil lebensverlängernd und total gesund. Und das sind die Gründe, warum Ingenieure bei der Arbeit Kaffee trinken sollten. Und vorher und nachher. 

Frisch gebrühter Kaffee ist auch im Büro unverzichtbar: Er ist gesund und keineswegs schädlich, beweist eine neue Harvard-Studie.

Frisch gebrühter Kaffee ist auch im Büro unverzichtbar: Er ist gesund und keineswegs schädlich, beweist eine neue Harvard-Studie.

Foto: Angelika Warmuth/dpa

Kaffee ist ungesund? Ach was, kalter Kaffee. Der Schriftsteller Honoré de Balzac soll täglich 50 Tassen getrunken haben, und er wurde – na ja, nur 51 Jahre alt. Aber das ist ja auch nicht repräsentativ.

Schon seit einiger Zeit gibt es immer neue Studien, die die gesundheitsfördernde Wirkung des Bohnenextrakts belegen. Eine Langzeituntersuchung der Harvard University untermauert diese Ergebnisse nun ganz deutlich. Das Interessante daran ist: Nicht nur das Koffein macht die Wirkung, sondern andere Inhaltsstoffe wie Magnesium, Chlorogensäure und viele andere. Denn die Forscher fanden die positive Wirkung auch bei entkoffeiniertem Kaffee. Welcher Bestandteil genau wofür verantwortlich ist, bleibt allerdings noch zu erforschen.

Die Harvard-Wissenschaftler haben drei große Langzeitstudien ausgewertet, bei denen insgesamt rund 200.000 Menschen über Jahre untersucht und/oder befragt wurden. Die Ergebnisse sind eindeutig. Hier fünf schlimme Erkrankungen, die man demnach mithilfe von Kaffee  vermeiden kann:

1. Herzinfarkte

Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt bei regelmäßigem Genuss von drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag deutlich, sagt Harvard-Forscher Frank Hu. Das ist ein Ergebnis, das auch schon frühere Studien gezeigt haben, zum Beispiel in den Niederlanden und den USA, wo 45.000 Männer über zwei Jahre untersucht und befragt wurden. Die Kaffeetrinker erlitten seltener einen Schlaganfall oder Herzinfarkt als diejenigen, die keinen Kaffee tranken. Der Erstautor der Harvard-Studie, Ming Ding, vermutet vor allem entzündungshemmende Substanzen im Kaffee als Ursache.

2. Typ-2-Diabetes

Ming berichtet in der Fachzeitschrift „Circulation“ auch von Inhaltsstoffen des Kaffees, die die Insulinresistenz von Körperzellen reduzieren können. So könnte sich das bei Kaffeetrinkern geringere Risiko für Typ-2-Diabetes erklären. Bei diesem Typus produziert der Körper zwar noch selbst das Insulin, ist aber mehr oder weniger resistent gegen das Hormon.

Kaffee ist gesund und wirkt gegen Herzinfarkte, Diabetes, Depressionen, Tinnitus und Alzheimer. Und wach macht Kaffee auch noch.

Kaffee ist gesund und wirkt gegen Herzinfarkte, Diabetes, Depressionen, Tinnitus und Alzheimer. Und wach macht Kaffee auch noch.

Foto: Tobias Hase/dpa

Auch diesen Effekt haben schon andere Studien belegt, auch hier ist die Forschung noch nicht abgeschlossen. Beim Deutschen Kaffeeverband heißt es dazu: „Der exakte Wirkmechanismus für diesen Effekt muss noch weiter erforscht werden, es wird jedoch vermutet, dass zum einen die Stoffe Koffein und Theophyllin aus dem Kaffee eine Rolle spielen. Sie gelten nämlich als starke Stimulanzien für die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse.

Zum Zweiten vermutet man eine hemmende Wirkung der Chlorogensäure auf ein glukosebildendes Enzym im Dünndarm. Die Hemmung dieses Enzyms ist eine bewährte Methode, einen erhöhten Blutzuckerspiegel oder eine Hyperglykämie zu kontrollieren.“ Das Risiko für Typ-2-Diabetes kann demnach mithilfe von Kaffee sogar halbiert werden.

3. Depression

Die Harvard-Wissenschaftler erklären zudem, dass Kaffeetrinker seltener an Depressionen erkrankten als eine Vergleichsgruppe. Das zumindest gelte für Frauen und auch nur für Kaffee, der Koffein enthält. Diese Erkenntnis beruht auf einer 1996 begonnenen, zehn Jahre laufenden Studie mit rund 50.000 Frauen. Bei denen, die vier oder mehr Tassen Kaffee pro Tag tranken, lag die Quote der Depressiven um 20 % unter der anderen Gruppe.

Unklar ist allerdings – und das bis heute – , woher dieser Zusammenhang kommt. Wirkt das Koffein direkt positiv auf das Gehirn? Oder trinken Depressive einfach weniger Kaffee, weil sie ohnehin oft schlecht schlafen und befürchten, das noch durch Koffein zu verschlimmern? Die Antwort darauf bleibt auch Ming Ding schuldig.

4. Tinnitus

Eine über 18 Jahre laufende Studie mit 65.000 Frauen hat ergeben, dass diejenigen, die vier bis sechs Tassen koffeinhaltigen Kaffee pro Tag tranken, seltener das nervtötende Ohrgeräusch bekamen als die, die nicht mehr als anderthalb Tassen pro Tag zu sich nahmen. Das Risiko war bei den Kaffeeliebhaberinnen um 15 % geringer, ergab die Untersuchung der Harvard School of Health, die 2014 veröffentlicht wurde. Warum das so ist, blieb allerdings auch hier offen. „Frühere Studien haben schon gezeigt, dass Koffein eine direkte Wirkung auf das Innenohr hat“, sagte Gary Curhan dazu. Aber auch hier gilt: Weitere Forschung nötig.

5. Parkinson und Alzheimer

Ming Ding und seine Kollegen weisen auch darauf hin, dass neurologische Risiken durch Kaffee reduziert werden können. Erstaunlich an dieser Erkenntnis: Auch hier weiß man wieder nicht genau, woher es kommt. Und das bei einer ollen Bohne, die so gut untersucht ist wie kaum eine andere Pflanze. Schließlich wurden schon rund 1000 Inhaltsstoffe gefunden.

Ach wie lecker: Die italienische Astronautin Sam Cristoforetti trinkt ihren ersten Espresso aus einer speziellen Espresso-Maschine auf der ISS. Die Lavazza-Maschine, speziell für den Weltraum konstruiert, hatte ein Versorgungsflug zur ISS mitgebracht. 

Ach wie lecker: Die italienische Astronautin Sam Cristoforetti trinkt ihren ersten Espresso aus einer speziellen Espresso-Maschine auf der ISS. Die Lavazza-Maschine, speziell für den Weltraum konstruiert, hatte ein Versorgungsflug zur ISS mitgebracht. 

Foto: Cristoforetti/Twitter

Aber natürlich sind die Harvard-Forscher, die ja nur bestehende Studien zusammenführen, nicht die ersten an der Front. Und der Deutsche Kaffeeverband, in dem vor allem Händler und Röster vertreten sind, wirbt längst mit dem Schutz vor Parkinson und Alzheimer durch Kaffee. Regelmäßige Trinker, jedenfalls männliche, sollen demnach ein um 30 % geringeres Risiko für diese Krankheiten haben als Abstinenzler.

Parkinson beispielsweise entsteht, weil der Körper nicht mehr genug von dem Nervenbotenstoff Dopamin produziert. Über die Gründe für die positive Wirkung des Kaffees können auch die Bohnen-Lobbyisten nur mutmaßen: „Noch ist nicht eindeutig erwiesen, worauf dieser schützende Effekt zurückzuführen ist. Es scheint jedoch, dass Koffein die sogenannten Adenosin-Rezeptoren im Gehirn blockiert. Diese Rezeptoren wirken als Gegenspieler der Dopamin produzierenden Zellen. Diese Gegenspieler werden damit außer Kraft gesetzt, die Dopamin produzierenden Zellen können nicht oder nur weniger stark geschädigt werden.“

Kaffeemaschine auf der ISS

Was nun die Gründe für die heilsame Wirkung des Kaffees sind, sollte Ihnen eigentlich egal sein. Denn das Fazit kann nur heißen: Ingenieure sollten auch am Arbeitsplatz unbedingt über eine Kaffeemaschine verfügen. Wenn Ihr Chef das verbieten will, dann können Sie immerhin darauf hinweisen, dass auch die Ingenieure auf der Internationalen Raumstation ISS frischen Kaffee aus einer extra für den Weltraum entwickelten italienischen Lavazza-Maschine trinken können.

Und wenn Ihnen eine ordinäre Kaffeemaschine zu profan ist, dann könnten Sie sich auch einen Kaffeeautomaten in Gestalt einer gotischen Kathedrale leisten.

Die Kaffeemaschine Gothicism in ihrer vollen Pracht: Die Mischung aus grob gemahlenem Kaffee und kaltem Wasser zieht bis zu zwölf Stunden.

Die Kaffeemaschine Gothicism in ihrer vollen Pracht: Die Mischung aus grob gemahlenem Kaffee und kaltem Wasser zieht bis zu zwölf Stunden.

Foto: Dutch Lab

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