04.09.2015, 13:09 Uhr | 0 |

Förderatlas DFG Uni München holt die meisten Drittmittel ein – Aachen bei Ingenieurwissenschaften vorne

6,76 Milliarden € an Drittmitteln für Forschungsprojekte hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft allein im Jahr 2012 vergeben. Der DFG-Förderatlas für die Jahre 2011 bis 2013 zeigt, dass die LMU München und die RWTH Aachen weiter zu denen gehören, die das meiste Geld einwerben konnten – aber andere holen auf.

Hauptgebäude RWTH Aachen
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Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen ist nur noch das drittliebste Kind der Deutschen Forschungsgemeinschaft, wenn es um Fördergelder geht. Die Universität Heidelberg hat ihr den Rang abgelaufen. Ihren Spitzenplatz in den Ingenieurwissenschaften verteidigt die RWTH Aachen aber unangefochten. Und das ist ihr das Wichtigste.

Foto: Marius Becker/dpa

Seit die Deutsche Forschungsgemeinschaft 1997 ihren ersten „Förderatlas“ herausgab, stritten sich immer nur zwei Kandidaten um den Titel der Hochschule mit den meisten Drittmitteln: Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule in Aachen. Bei der siebten Auflage verteidigt die LMU auch ihren Titel, aber Aachen rutscht leicht ab und liegt nur noch auf Platz drei, verdrängt von der Universität Heidelberg.

Die Unterschiede sind allerdings nicht riesig: Während die Münchner in den Jahren 2011 bis 2013 insgesamt 277,8 Millionen € erhielten, waren es in Heidelberg 274,7 Millionen und in Aachen 272,5 Millionen.

Die DFG vergibt als Selbstverwaltungseinrichtung der deutschen Hochschulen vor allem öffentliche Mittel, um Forschungsvorhaben gezielt zu fördern. Hinzu kommen private Gelder aus Unternehmen, die pro Jahr inzwischen ebenfalls mehrere Milliarden Euro ausmachen.

Nach der RWTH Aachen kommt lange nichts

Die RWTH Aachen nimmt das Abrutschen auf Platz drei der Rangliste gelassen. Für die Hochschule ist wichtiger, dass sie ihren Spitzenplatz in den Ingenieurwissenschaften unangefochten verteidigt: Mit 143,5 Millionen Euro gingen in den drei Berichtsjahren rund zehn Prozent der DFG-Gelder aus diesem Bereich nach Aachen.

„Auch der deutliche Vorsprung von mehr als 50 Millionen €  gegenüber dem Zweitplatzierten unterstreicht die Spitzenposition der RWTH in den Ingenieurwissenschaften“, sagt Rektor Ernst Schmachtenberg. Er verweist zudem darauf, dass die Hochschule bei den Naturwissenschaften massiv aufhole, die Fördermittel um mehr als 30 % gesteigert und sich von Platz 23 auf Platz 11 unter den deutschen Hochschulen verbessert habe.

Die ersten Zehn in den Ingenieurwissenschaften

In den Ingenieurwissenschaften folgen hinter Aachen die TU Darmstadt, die Universitäten Erlangen-Nürnberg und Stuttgart, das Karlsruher KIT und die TU München. Auf den Plätzen sieben bis zehn liegen die TU Dresden, die TU Berlin, die Uni Hannover und die TU Dortmund, die allerdings schon deutlichen Abstand aufweisen: Mit rund 48 Millionen € haben die Dortmunder nur ein Drittel der Summe erreicht, die Aachen eingenommen hat.

Wie groß die Bedeutung von Drittmitteln für die universitäre Forschung gerade in den Ingenieurwissenschaften ist, zeigt ein Blick auf das Budget der RWTH Aachen für das Jahr 2014. Von den 839 Millionen € Jahresetat der Hochschule stammen 330 Millionen, also mehr als ein Drittel aus extern eingeworbenen Mitteln, und ein großer Teil davon wiederum kommt direkt aus der Wirtschaft.

Exzellenz-Hochschulen holen Löwenanteil

Nach Ansicht der DFG zeigt der aktuelle Förderatlas, dass durch die vor zehn Jahren gestartete Exzellenzinitiative, mit der Bund und Länder Spitzenforschung fördern wollen, kein Ungleichgewicht entstanden sei. Dies belege schon die Tatsache, dass in den Jahren 2011-2013 insgesamt 210 Hochschulen gefördert worden seien, so viele wie noch nie. Außerdem seien die Abstände zwischen den Einrichtungen kleiner geworden.

Gleichwohl zeigt sich auch, dass die 45 Hochschulen, die an der Exzellenzinitiative teilnehmen, den Löwenanteil der DFG-Mittel bekommen: Von den 6,76 Milliarden Euro, die im Jahr 2012 vergeben wurden, gingen 76 Prozent (5,14 Milliarden) an diese Top-Einrichtungen. Der Rest verteilt sich auf 382 weitere Hochschulen.

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Von Werner Grosch
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