18.02.2016, 11:16 Uhr | 0 |

Der Wahnsinn im Alltag Wir alle sind ein wenig Dilbert – oder was?

Kennen Sie Carol, Tina, Catbert, Ratbert, Dogbert und natürlich Dilbert? Dann sind Sie vermutlich Fan der surreal-sarkastischen Comic-Strips aus dem Großraumbüro eines namenlosen Unternehmens, in dem der hochkompetente Ingenieur Dilbert unter seinem inkompetenten, spitzhaarigen Chef leidet. Eine Huldigung an eine Realsatire des Alltags.

Dilbert-Schöpfer Scott Adams
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Dilbert-Schöpfer Scott Adams an seinem Schreibtisch: Dilbert ist ein Ingenieur, der vor allem unter seinem unfähigen Vorgesetzten leidet. 

Foto: Scott Adams

Er hat es oft nicht leicht, der gleichnamige Held des auch bei Ingenieur.de täglich erscheinenden Comic-Strips Dilbert. Der angestellte Programmierer, Software-Entwickler und Ingenieur ohne Mund muss in einem Großraumbüro eines stets namenlosen Unternehmen die Schrulligkeiten seines vollkommen inkompetenten Vorgesetzten ertragen, dessen hochstehender Haarkranz ihm seinen englischen Spitzname Pointy Haired Boss (PHB) eingebracht hat. Umgeben ist der unfreiwillig als Single lebende unromantische Dilbert von einem Kosmos von wahnsinnigen Gestalten.

1989 entstand die Idee zu Dilbert

Das ist auch deshalb kein Wunder, weil Dilberts Schöpfer Scott Adams nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften und Management an der Universität von Berkeley 17 Jahre lang in Großraumbüros gearbeitet hat.

Zuletzt war Scott Adams bei der US-Telefongesellschaft Pacific Bell angestellt, wo ihm 1989 erstmals die Idee zu Dilbert kam. „Etwa 60 Prozent meines Jobs bei Pacific Bell bestanden darin, beschäftigt zu wirken“, schreibt Adams in einem Beitrag auf Spiegel Online im Jahre 2014. „Ich war für den Etat zuständig, was keine wirkliche Herausforderung war, nicht einmal für mich. Meine Tabellen waren fast alle fehlerhaft, aber das war egal, denn die ganzen Daten, die ich von den unterschiedlichen Abteilungen erhielt, waren der letze Mist und komplett erlogen.“

Carol ist die „Sekretärin des Satans“

Im Grunde zeichnet Adams mit seinen Dilbert-Strips die beinharte Realität in den zumeist extrem hierarchisch aufgebauten Wirtschaftsunternehmen nach. Da leidet Carol, die Sekretärin des spitzhaarigen Chefs, darunter, dass sie es trotz eines Masters in Business Administration (MBA) niemals über den Rang einer Sekretärin hinaus bringen wird. Das wird ihr von PHB bei jeder sich bietenden Gelegenheit klargemacht.

Dafür hasst sie ihn und gleich alle anderen Mitarbeiter abgrundtief und sucht ihr Seelenheil darin, allen im namenlosen Unternehmen Beschäftigten das Leben zur Hölle zu machen. Das hat ihr ganz nebenbei den Beinamen „Sekretärin des Satans“ verschafft.

Dilberts Hund will die Weltherrschaft

Es ist ein wahrhaft surrealer Bürokosmos, den Adams geschaffen hat. So wird die Personalabteilung in Dilberts namenloser Firma von Catbert geleitet. Die sprechende Katze hat ein einziges Ziel: Die Mitarbeiter zu knechten und zu unterdrücken.

In der Tugend, die Menschen zu verachten, wird Catbert wohl nur von Dogbert übertroffen. Dogbert ist der Hund von Dilbert, der allerdings für Dogbert weder Herr ist, noch ist er dem fiesen Köter mit den kruden Gedanken gewachsen. Dogbert hat ein großes Ziel, welches er stets offen kommuniziert: Er strebt die Weltherrschaft und die totale Versklavung aller Menschen an.

Mittagessen mit dem Buchhalter als Maximalbestrafung

Keine Frage: Freunde des surrealen Humors kommen bei Dilbert fast immer auf ihre Kosten. So taucht etwa einmal im Jahr Phil auf. Phil ist der Fürst des mangelnden Lichts, der Herrscher des Fegefeuers für Sünder, deren schreckliche Vergehen für die Hölle nicht ausreichen. Der Fürst des mangelnden Lichts verurteilte den armen Dilbert einmal dazu, mit dem Buchhalter des namenlosen Unternehmens zu Mittag zu essen. Was für eine Tortur.

Haben Sie heute schon Dilbert gelesen? Hier geht es zum aktuellen Comic.

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Von Detlef Stoller
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