Antarktische Eisfläche wächst 21.10.2013, 06:47 Uhr

Seit 30 Jahren gab es auf der Südhalbkugel nicht mehr so viel Meereis

Paradox: Während die globale Erwärmung weiter zunimmt, wächst der Meereisspiegel in der Antarktis. Das Meereis des Kontinents auf der Südhalbkugel bedeckte im gerade vergangenen Winter eine Fläche, die 50-mal so groß ist wie Deutschland.

Die Forscher Steffi Arndt (l.) und Stephan Paul (r.) untersuchen die Eigenschaften des antarktischen Schnees im Scheinwerferlicht des deutschen Forschungsschiffes Polarstern.

Die Forscher Steffi Arndt (l.) und Stephan Paul (r.) untersuchen die Eigenschaften des antarktischen Schnees im Scheinwerferlicht des deutschen Forschungsschiffes Polarstern.

Foto: Alfred-Wegener-Institut/Stefan Hendrick

Im September – am Ende des antarktischen Winters – waren 19,48 Millionen Quadratkilometer des Meeres rund um den Südpol mit Eis bedeckt. Ihr Maximum erreichte die Ausdehnung am 18. September mit 19,65 Millionen Quadratkilometern. „Diesen Winter gibt es in der Antarktis so viel Meereis wie lange nicht mehr, wenn es überhaupt seit Beginn der regelmäßigen Satellitenbeobachtungen schon einmal so viel Meereis gegeben hat“, sagen die Meereisphysiker Marcel Nicolaus und Stefan Hendricks vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven.

Das allerdings können sie zur Zeit nur vermuten, denn messen können Wissenschaftler in der Antarktis bislang nur die Fläche – wie dick das Eis ist, bleibt den Beobachtungssatelliten verborgen, weil auf den Eisschollen  dicker Schnee liegt.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Airbus-Firmenlogo
Program Certification Engineering (d/m/f) Airbus
Manching Zum Job 
INOTEC GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Nahrungsmittelindustrie INOTEC GmbH
Reutlingen Zum Job 
Bühler Motor GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Vorentwicklung - Mechatronische Systeme Bühler Motor GmbH
Nürnberg Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Verfahrenstechnik, Pharmatechnik Dohm Pharmaceutical Engineering
Mannheim Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Prüfingenieure (m/w/d) Dohm Pharmaceutical Engineering
Ulm, Ludwigshafen am Rhein Zum Job 
MAXIMATOR GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur / Sales Engineer (m/w/d) Schwerpunkt Wasserstofftechnik MAXIMATOR GmbH
Sinsheim Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Ingenieur Verfahrenstechnik, Pharmatechnik, Prozesstechnik, TGA, Bauwesen (m/w/d) Dohm Pharmaceutical Engineering
Leverkusen Zum Job 
ASK GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) im Bereich Automatisierung und Steuerungstechnik ASK GmbH
Wolfenbüttel bei Braunschweig Zum Job 
RheinEnergie-Firmenlogo
Gruppenleiter Maschinen- und Verfahrenstechnik (m/w/d) RheinEnergie
Köln (Niehl) Zum Job 
WACKER-Firmenlogo
Procurement Manager (m/w/d) CSA / Bauleistungen WACKER
Burghausen Zum Job 
EUROVIA Verkehrsbau Union GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) für den Bereich Straßen- und Tiefbau EUROVIA Verkehrsbau Union GmbH
Berlin, Michendorf Zum Job 
Eurovia Verkehrsbau Union GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) für den Bereich Asphaltstraßenbau Eurovia Verkehrsbau Union GmbH
Berlin, Michendorf Zum Job 
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Junior Technical Business Manager (m/w/d) agap2 - HIQ Consulting GmbH
Frankfurt am Main, München, Mannheim Zum Job 
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur:in Automatisierungs- & Elektrotechnik agap2 - HIQ Consulting GmbH
Mannheim, Frankfurt oder München Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Bausachverständiger Immobilien (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Testingenieur:in Mechatronik & Elektrotechnik agap2 - HIQ Consulting GmbH
Großraum Frankfurt am Main, Mannheim oder München Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Experte Digitale Markenführung (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Stuttgart Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
SAP & Salesforce Service Manager (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Stuttgart Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Sachverständiger Umweltschutz & Emission (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Karlsruhe Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Fachkraft Arbeitssicherheit & Gesundheit (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Oberfranken, Oberpfalz Zum Job 
Die Meereisphysiker Stefan Hendricks und Mario Hoppmann bei ihren Arbeiten auf der wachsenden Eisfläche der Antarktis.

Die Meereisphysiker Stefan Hendricks und Mario Hoppmann bei ihren Arbeiten auf der wachsenden Eisfläche der Antarktis.

Quelle: Alfred-Wegener-Institut/Sandra Schwegmann

Stationen für künftige Messungen installiert

Die Forscher stützen ihre Vermutung auf zwei Expeditionen in der Antarktis in den vergangenen Monaten. Bei Fahrten mit dem Schiff Polarstern ins Wedellmeer stießen sie auf dickes und kompaktes Eis. Für künftige Messungen installierten sie eine Reihe automatischer Messstationen auf dem Meereis. Diese überprüfen nun kontinuierlich Dicke, Temperatur und Bewegung des Meereises und seiner Schneeauflage. Ihre Daten senden sie via Satellit an das AWI und andere Projektpartner.

So genanntes Pfannkucheneis ist das erste Stadium sich bildenden Meereises. Noch deutlich zu sehen sind die Wellenbewegungen des Meeres unter der dünnen Eisschicht. Im Hintergrund der beeindruckenden Landschaft ist ein Eisberg zu sehen.

So genanntes Pfannkucheneis ist das erste Stadium sich bildenden Meereises. Noch deutlich zu sehen sind die Wellenbewegungen des Meeres unter der dünnen Eisschicht. Im Hintergrund der beeindruckenden Landschaft ist ein Eisberg zu sehen.

Quelle: Alfred-Wegener-Institut/Stefan Hendricks

Nur Vermutungen zu Ursache und Wirkung

Warum es rund um den Südpol mehr Meereis gibt als in den vergangenen Jahren, können die Wissenschaftler fürs erste nicht erklären. „Wir wissen es nicht“, sagt Stefan Hendricks. Sie vermuten, dass es an der Änderung der Windrichtung liegt. „Der Wind treibt das Eis von der Küste weg aufs Meer“, erklärt der Forscher. Dadurch würden die Eisschollen auseinanderdriften und an den Rändern, wo das Eis dünn sei, könne sich schneller neues Eis bilden als an dicken, kompakten Flächen. „Das ist unsere Vermutung“, betont er.

Minkwale sind im antarktischen Winter schwer optisch zu beobachten: Sie verbringen die meiste Zeit unter der Wasseroberfläche und tauchen nur zum Atmen in den seltenen Löchern im Meereis auf.

Minkwale sind im antarktischen Winter schwer optisch zu beobachten: Sie verbringen die meiste Zeit unter der Wasseroberfläche und tauchen nur zum Atmen in den seltenen Löchern im Meereis auf.

Quelle: Alfred-Wegener-Institut/Stefan Hendrick

Einen Zusammenhang mit dem Klimawandel können die Forscher bislang auch nicht herstellen. „Die Temperaturen in der Antarktis sind insgesamt stabil“, so Hendricks, „und die Zunahme des Meereises ist im Verhältnis zur Gesamtfläche eher klein“. Geringe Auswirkungen auf das Weltklima erwarte er schon deshalb, weil das Meereis im dunklen antarktischen Winter wachse und so nur sehr wenig Sonnenlicht reflektiert werde.

Sonnenaufgang über der Antarktis.

Sonnenaufgang über der Antarktis.

Quelle: Alfred-Wegener-Institut/Stefan Hendricks

Die eisbedeckte Fläche des antarktischen Ozeans wächst jährlich von ihrem Minimum am Ende des antarktischen Sommers im Februar von drei bis vier Millionen Quadratkilometern auf eine etwa fünf bis sechs Mal so große Fläche am Ende des Winters im September. Hierbei zeigen sich jedoch große regionale Unterschiede, so dass das antarktische Meereis eigentlich ein Puzzle aus unterschiedlichen Eisbedeckungen ist.

 

Ein Beitrag von:

  • Andrea Ziech

    Redakteurin Andrea Ziech schreibt über Rekorde und Techniknews. Darüber hinaus ist sie als Kommunikationsexpertin tätig.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.