Klimawandel

Industrietürme mit Rauch am Horizont
Foto: Hackman / Panthermedia.net

Der Klimawandel wird als größte Herausforderung der derzeitigen Generation bezeichnet. Auswirkungen zeigen sich weltweit. 2020 beispielsweise bei Bränden in Australien, die große Landstriche verwüsten. An dieser Stelle wollen wir erklären, was der Klimawandel ist, wodurch die Veränderungen bedingt sind und welche Folgen zu erwarten sind.

Definition: Was ist der Klimawandel

Der Begriff Klimawandel oder globale Erwärmung bezeichnet die Erwärmung der unteren Luftschichten der Erdatmosphäre durch den steigenden Anteil von Treibhausgasen wie CO2 und Methan. Eine messbare Grenze für einen Klimawandel gibt es währenddessen aufgrund der Natur des Klimas selbst nicht, weswegen eine exakte wissenschaftliche Definition nicht gegeben ist.

Der menschgemachte Klimawandel und seine Ursachen

Der Klimawandel geht auf menschgemachte Ursachen zurück, was sich im fünften Weltklimabericht des IPCC nachlesen lässt. Dort ist vor allem die steigende Konzentration von Treibhausgasen als Grund für zunehmende Erderwärmung genannt. Durch den Anstieg der CO2- und Methan-Konzentration steigt der sogenannte Strahlungsantrieb. Dies bedeutet eine Änderung der Energiebilanz der Erde. Und im Zeitraum nach der industriellen Revolution stieg die Konzentration dieser Gase schneller als in den letzten 22.000 Jahren, was sich ebenfalls dem Bericht entnehmen lässt. Die Gründe für diese Zunahme sind vielseitig. Greenpeace zufolge spielt die Energiewirtschaft eine große Rolle beim Ausstoß von Treibhausgasen. Ein Fünftel des CO2- Ausstoßes stamme beispielsweise aus Braunkohlekraftwerken. Ein weiterer Faktor sei Verkehr. Auf diesen gingen Greenpeace zufolge rund 20 % des CO2-Ausstoßes in Europa zurück. Ein weiterer Faktor sei die Landwirtschaft, deren zunehmende Industrialisierung den Ausstoß von Kohlendioxid, Methan und Lachgas steigert. Die Quellen reichen von der massenhaften Tierhaltung bis zur Abholzung von Waldflächen für die Schaffung von Ackerland. Zu diesen Faktoren kommen viele weitere Elemente, die den menschgemachten Klimawandel vorantreiben. Dies geschieht trotz der möglichen Folgen, die dieser Wandel mit sich bringen kann und bereits bringt.

Folgen der Klimaerwärmung

Die Auswirkungen der Erderwärmung auf die Welt sind vielfältig. So ist es beispielsweise wahrscheinlich, dass der Anstieg der Temperatur das Artensterben beschleunigt. 16 % aller auf der Welt lebenden Tierarten seien einem Bericht von Science zufolge vom Aussterben bedroht. Währenddessen sinkt die Aufnahmefähigkeit der Ozeane für CO2 durch ansteigende Temperaturen. Da die Ozeane die Atmosphäre bisher im Hinblick auf die CO2-Konzentration entlasten, ist diese Entwicklung als besonders dramatisch zu betrachten. Ein weiteres Problem mit den Meeren, welches der Klimawandel mit sich bringt, ist die Erhöhung des Meeresspiegels, die sich in den letzten Jahren laut der WMO beschleunigt hat. Verantwortlich ist die Ausdehnung des Salzwassers durch den Anstieg der Temperatur und das Abschmelzen der Gletscher. Zukünftig ist deswegen das Versinken von Landmassen mit allen infrastrukturellen und wirtschaftlichen Folgen wahrscheinlich.

Klimawandel in Deutschland aktuell

Um den Klimawandel und seine Folgen zu verstehen, ist ein Blick auf die gesamte Welt nicht nötig. Stattdessen reicht es, sich die aktuelle Situation in Deutschland und die Entwicklungen der letzten Jahre anzuschauen und die Fakten zu betrachten. Laut Zahlen von Germanwatch aus dem letzten Jahr ist Deutschland im Jahr 2018 auf den dritten Platz der am stärksten von Extremwetter betroffenen Länder aufgestiegen. Der Index der Organisation erfasst langfristige klimatische Veränderungen und ihre Folgen. Ein Bericht von Bundesregierung und Umweltbundesamt aus dem November 2019 unterstreicht diese. Aus diesem geht unter anderem hervor, dass die Lufttemperatur in Deutschland im Mittel seit 1881 um 1,5 Grad Celsius gestiegen ist. Darüber hinaus sei die Zahl der heißen Tage (mit einer Temperatur von mehr als 30 Grad) von drei im Jahr 1951 auf mehr als 20 im Jahr 2018 gestiegen. Die Sommer 2018, 2019 und 2003 gelten als die heißesten seit dem Beginn der Aufzeichnungen. Die steigenden Temperaturen bedingen deutlich mehr Hitzetode. Beispielsweise im Jahr 2003 mit 7500 mehr Toden als ohne eine Hitzeperiode. Den eindeutigen Zahlen steht allerdings keine ähnliche Entwicklung beim Klimaschutz in Deutschland gegenüber. Ein Beispiel sind die Klimaziele, die eine Reduktion von Treibhausgasen um 40 % bis 2020 vorsahen. Mit 32 % verfehlt Deutschland dieses Ziel deutlich. Deutschland ist unter den UN-Staaten im Übrigen nicht allein. Eine UNEP-Studie zeigt, dass alle Länder, die sich am Pariser Klimaabkommen beteiligten, ihre Bemühungen im Hinblick auf den Klimaschutz verstärken müssen. Die Frage ist, welche Möglichkeiten bestehen, um den Klimawandel zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

Möglichkeiten zum Stoppen der globalen Erwärmung

Lässt sich der Klimawandel nach derzeitigem Stand noch aufhalten? Diese wichtige Frage stellt sich mit Blick auf die dramatischen Folgen des Klimawandels. Der Klimaschutz fasst entsprechende Maßnahmen zusammen, die einem weiteren Wandel entgegenwirken. Besserungen lassen sich allerdings nur dann erzielen, wenn Gesellschaft, Politik und Industrie an einem Strang ziehen. Möglichkeiten finden sich bei Änderungen, die jeder einzelne in seinem täglichen Leben vornehmen kann. Das Reisen per Auto kann beispielsweise (sofern möglich) durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ersetzt werden. Im Haushalt lassen sich währenddessen Einsparungen beim Energieverbrauch durch effektives Heizen und moderne Elektrogeräte erreichen. Allerdings sind auch Politik und Wirtschaft gefordert, um wirksame Maßnahmen gegen ein Fortschreiten des Klimawandels zu entwickeln. So könnte die Förderung alternativer Energiequellen und die Abkehr von Öl, Kohle und Co. eine deutliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes bedingen. Diesen zusätzlich mit einer Steuer auf jede Tonne zu belegen, schafft weitere Anreize die Emission von Treibhausgasen einzuschränken. Im Bundes-Klimaschutzgesetz aus dem Oktober 2019 findet sich allerdings keine Steuer. Stattdessen kommt eine feste Bepreisung des CO2-Austoßes in Kombination mit einem Handel für Verschmutzungsrechte. Außerdem sind Förderungen für neue Heizanlagen und die Dämmung von Gebäuden an Bord. Prämien für den Kauf von E-Autos unter 40.000 Euro sollen außerdem neue Anreize für einen Umstieg auf die E-Mobilität geben.

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