Auch wegen Trump 30.01.2017, 12:49 Uhr

Weltuntergangsuhr auf zweieinhalb Minuten vor zwölf vorgerückt

Haben Sie schon einmal von der Weltuntergangsuhr gehört? Sie zeigt die Bedrohung der globalen Sicherheit an. Und lässt sich vor und zurückstellen. Aktuell tickt sie besonders laut. Ein schlechtes Zeichen. Forscher haben sie auf zweieinhalb Minuten vor zwölf gerückt. Daran ist unter anderem US-Präsident Donald Trump schuld. Warum? 

Demonstration gegen das Einreise-Dekret von US-Präsident Donald Trump: Äußerungen im Wahlkampf und erste Amtshandlungen Trumps haben dazu beigetragen, dass die Hüter der Doomsday Clock die globale Sicherheit stärker gefährdet sehen als im vergangenen Jahr.

Demonstration gegen das Einreise-Dekret von US-Präsident Donald Trump: Äußerungen im Wahlkampf und erste Amtshandlungen Trumps haben dazu beigetragen, dass die Hüter der Doomsday Clock die globale Sicherheit stärker gefährdet sehen als im vergangenen Jahr.

Foto: John Gastaldo/Zuma Wire/dpa

Den Takt für die Weltuntergangsuhr gibt seit 70 Jahren die Zeitschrift Bulletin of the Atomic Scientists (BAS) vor. BAS wurde von Mitarbeitern am Manhattan-Projekt, dem US-Atomwaffenprogramm während des Zweiten Weltkriegs, gegründet. Seither trifft sich im Aufsichtsrat des Blattes die Elite der Nuklearforschung regelmäßig, um über die Weltlage und die Gefahr eines Atomkriegs zu beraten. Die symbolische Weltuntergangsuhr soll der Öffentlichkeit verdeutlichen, wie groß das aktuelle Risiko einer globalen Katastrophe, insbesondere eines Atomkrieges ist.

Eingeführt wurde die Doomsday Clock zwei Jahre nach der Explosion der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki und im beginnenden Kalten Krieg der Großmächte. Die Uhr zeigte damals sieben Minuten vor zwölf. Seither wurden die Zeiger 22 Mal verstellt.

Nur 1953 war der Weltuntergang näher

Nur einmal stand der Zeiger noch dichter an der Uhr als heute. Das war 1953, als die USA und die Sowjetunion ihre ersten Wasserstoffbomben testeten. In den vergangenen beiden Jahren stand der Zeiger auf drei Minuten vor zwölf. Schon das war so nah wie seit den 1980-er Jahren nicht mehr.

Zweieinhalb Minuten vor zwölf: Die Wissenschaftler Lawrence Krauss (theoretischer Physiker) und Thomas Pickering (rechts) stellten in Washington die sogenannte Weltuntergangsuhr (Doomsday Clock) vor. Sie zeigt die von Wissenschaftlern eingeschätzte Bedrohung der globalen Sicherheit an. 

Zweieinhalb Minuten vor zwölf: Die Wissenschaftler Lawrence Krauss (theoretischer Physiker) und Thomas Pickering (rechts) stellten in Washington die sogenannte Weltuntergangsuhr (Doomsday Clock) vor. Sie zeigt die von Wissenschaftlern eingeschätzte Bedrohung der globalen Sicherheit an. 

Foto: Carolyn Kaster/dpa

War es lange Zeit vor allem die atomare Aufrüstung, nach deren Stand sich die Weltuntergangsuhr richtete, beziehen die BAS-Wissenschaftler seit einigen Jahren auch die Bedrohungen durch Klimawandel, Biotechnologien und Umweltzerstörung sowie Cyberkriminalität mit ein. BAS holt sich für die Beurteilung der Bedrohungslage auch die Meinung des Sponsoren-Vorstands ein – darunter befinden sich 15 Nobelpreisträger.

Atomwaffen, Klimawandel – und dann auch noch Trump

Was hat die Forscher veranlasst, jetzt schon wieder an der Uhr zu drehen? Die Weltgemeinschaft habe es versäumt, die dringendsten existenziellen Bedrohungen anzugehen, die Atomwaffen und den Klimawandel, heißt es. Zudem besorgt die Wissenschaftler der Aufstieg nationalistischer Bewegungen in vielen Ländern.

Und jetzt auch noch Donald Trump. Die von Russland gesteuerten Cyberattacken im Wahlkampf und die versuchte Einflussnahme haben das Gremium der Doomsday Clock so aufgeschreckt, dass erstmals mit Trump die Äußerungen einer einzelnen Person ihre Entscheidung zum Verstellen der Zeiger beeinflusst hat. Weil Trump aber erst so kurz im Amt ist und den Worten die Taten erst noch folgen, wurde die Uhr erstmals nur um 30 Sekunden statt wie üblich um eine ganze Minute verstellt.

Versagt die Politik, sollen Bürger selbst handeln

Zweieinhalb Minuten vor zwölf, das heißt für die das Gremium der Doomsday Clock: „Die Wahrscheinlichkeit einer globalen Katastrophe ist sehr hoch.“ Und: Spitzenpolitiker müssten unverzüglich handeln, „um die Welt vom Abgrund wegzuführen“. Tun sie das nicht, dann sei es an vernünftigen Bürgern selbst zu handeln.

Lesen Sie hier über erste wirtschaftliche Konsequenzen der Trump-Politik. Und auf dieser Seite über eine Studie zu gefakten Tweets von Robotern, die die Präsidentschaftswahl in Amerika manipuliert haben sollen.

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