Funde in Grönland 01.09.2016, 13:38 Uhr

Älter als gedacht: Leben auf der Erde schon vor 3,7 Mrd. Jahren

Australische Forscher haben in grönländischem Gestein die womöglich ältesten Hinweise auf Leben auf der Erde entdeckt. Die Mikroorganismen existierten bereits vor 3,7 Milliarden Jahren – das heißt, sie sind 220 Millionen Jahre älter als bisher gefundene Lebensspuren. Entsteht Leben leichter als vermutet?

Professor Allen Nutman (M.) und Mitarbeiter seines Teams auf Spurensuche in Grönland. Sie haben Hinweise auf 3,7 Milliarden alte Mikroorganismen entdeckt.

Professor Allen Nutman (M.) und Mitarbeiter seines Teams auf Spurensuche in Grönland. Sie haben Hinweise auf 3,7 Milliarden alte Mikroorganismen entdeckt.

Foto: Yuri Amelin/University of Wollongong Australia

Die Astronomen suchen im Universum nach Lebensspuren, während die Paläontologen und Geologen die Frage beschäftigt, seit wann es Leben auf unserer vor 4,5 Milliarden Jahren entstandenen Erde gibt. Keine Frage – die Suche nach frühen und anderen Lebensformen beschäftigt die Menschheit. Bisher ging man davon aus, dass in der westaustralischen Pilbara-Wüste das bisher früheste Zeugnis irdischen Lebens existiert. Die versteinerten Mikroorganismen sind nach wissenschaftlicher Übereinkunft vor 3,48 Milliarden Jahren entstanden.

Entstanden erste Lebensformen auf unwirtlicher Erde?

Jetzt haben australische Forscher an der Westküste Grönlands in der Isua-Formation versteinerte Bakterienkolonien gefunden, die 220 Millionen Jahre älter sind, also 3,7 Milliarden Jahre. Das ist insofern spektakulär, weil es bedeuten würde, dass es biologische Aktivitäten zu einer Zeit gegeben hat, als die Erde alles andere als ein lebensfreundlicher Planet gewesen ist. Die Erdkruste in diesem Frühstadium war brüchig und von Lavaströmen durchzogen, Asteroiden bombardierten den Planeten und die Atmosphäre enthielt wahrscheinlich vor allem Kohlendioxid und Methan, aber kaum Sauerstoff. Unter diesen turbulenten Bedingungen soll Leben entstanden sein?

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Tagueri AG-Firmenlogo
(Junior) Consultant Funktionale Sicherheit (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Tagueri AG-Firmenlogo
Consultant Systems Engineering (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Funkwerk AG-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur im Engineering Vertrieb (m/w/d) Funkwerk AG
deutschlandweit Zum Job 
ITW Fastener Products GmbH-Firmenlogo
Technische:r Vertriebsingenieur:in für VW ITW Fastener Products GmbH
Creglingen-Münster Zum Job 
Framatome GmbH-Firmenlogo
Senior Project Quality & OPEX Manager (m/w/d) Framatome GmbH
Erlangen Zum Job 
Tagueri AG-Firmenlogo
Teamleitung im Bereich Diagnose (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Elektronikentwickler (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Kältemittelverdichter (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
Ingenieur für Gebäudeausrüstung / Versorgungstechnik (w/m/d) Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich bei Köln Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieure - Schwerpunkt konstruktiver Ingenieurbau für die Bauwerksprüfung nach DIN 1076 (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamburg Zum Job 
Riedel Bau-Firmenlogo
Energieberater / Auditor (m/w/d) Riedel Bau
Schweinfurt Zum Job 
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Projektmanager technische Entwicklungsaktivitäten (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Neckarsulm Zum Job 
Diehl Aerospace GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Entwicklungsingenieur (m/w/d) Avionik (System) Diehl Aerospace GmbH
Nürnberg, Überlingen, Frankfurt am Main, Rostock Zum Job 
Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH-Firmenlogo
Teamleitung Haltestellen und Stationen (d/m/w) Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH
Frankfurt am Main Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) Elektro- / Kommunikationstechnik Die Autobahn GmbH des Bundes
Frankfurt am Main Zum Job 
RENOLIT SE-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) für Automatisierungstechnik RENOLIT SE
Frankenthal Zum Job 
Lahnpaper GmbH-Firmenlogo
Leitung Entwicklungslabor (m/w/d) Lahnpaper GmbH
Lahnstein Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur - Fernsteuerung Energienetze (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
BREMER Hamburg GmbH-Firmenlogo
Bauleiter Schlüsselfertigbau (m/w/d) BREMER Hamburg GmbH
Hamburg Zum Job 
IPH Institut "Prüffeld für elektrische Hochleistungstechnik" GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Instandhaltung (m/w/d) IPH Institut "Prüffeld für elektrische Hochleistungstechnik" GmbH
Bei den drei golfballgroßen Wellen im Gestein handelt es sich wahrscheinlich um 3,7 Mrd. Jahre alte versteinerte Bakterienkolonien. 

Bei den drei golfballgroßen Wellen im Gestein handelt es sich wahrscheinlich um 3,7 Mrd. Jahre alte versteinerte Bakterienkolonien.

Quelle: Allen Nutman et al./Nature

Falls der Fund in Grönland wissenschaftlich bestätigt wird, würde es darauf hinweisen, dass Leben unter deutlich schwierigeren Umständen entstehen kann, als bisher angenommen. Der Geologe Allen Nutman und sein Team von der „School of Earth and Environmental Sciences“ der australischen University of Wollongong stellen aktuell ihre Entdeckung im Wissenschaftsmagazin Nature zur Diskussion. Gefunden hatten die Wissenschaftler die Strukturen auf Felsen, die nach dem Abschmelzen der Schneeschicht auf Grönland freigelegt worden waren.

Hinweise auf Stromatolithen

Zu sehen sind, auf den ersten Blick unauffällig, ein bis vier Zentimeter hohe Linien und Materialwechsel im Fels. Für die Geologen sind die wellenförmigen Linien Hinweise auf sogenannte Stromatolithen, das sind abgelagerte Strukturen von Mikrobengemeinschaften. Die aus Schichten aufgebauten Kolonien von vermutlich Zyanobakterien bilden sich im flachen Wasser und Allen Nutman vermutet, dass sie sich am Ufer eines frühen Ozeans angesiedelt und Kohlenstoff aus der Atmosphäre verstoffwechselt haben.

Allen Nutman (l.) und Vickie Bennet mit einer der 3,7 Mrd. Jahre alten Gesteinsproben aus dem Isua-Gebiet im Südwesten Grönlands.

Allen Nutman (l.) und Vickie Bennet mit einer der 3,7 Mrd. Jahre alten Gesteinsproben aus dem Isua-Gebiet im Südwesten Grönlands.

Quelle: Yuri Amelin/ University of Wollongong

Dass so alte Spuren sichtbar erhalten bleiben, ist ein äußerst seltener Fund. Der überwiegende Teil der Gesteine aus den Anfängen der Erdgeschichte ist im Laufe der Zeit tief in das Erdinnere gedrückt und geschmolzen worden. Das gilt im Prinzip auch für die Felsen in Isua, aber im nordöstlichen Teil der Region findet man noch Gesteine, die sich an der Oberfläche gebildet haben und dort geblieben sind. Hier, in der 30 Mal 70 m großen Lacuna-Zone, fanden die Geologen die mutmaßlichen Lebensformen.

Spekulationen über außerirdisches Leben

Falls sich der Fund der australischen Wissenschaftler bestätigt, gibt das Raum für weitere Spekulationen. Die Ergebnisse des Teams legen nahe, dass nach der Entstehung der Erde in überraschend kurzer Zeit primitive Lebensformen  entstanden sind. Das könnte auch für die Suche nach außerirdischem Leben interessant werden. Zum Beispiel auf dem Mars, der vor 3,7 Milliarden Jahren nicht viel anders ausgesehen hat als die Erde damals.

 

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.