Luft zum Atmen? 30.06.2016, 07:29 Uhr

Rover Curiosity entdeckt wieder eine Überraschung auf dem Mars

Hatte der Mars einst eine erdähnliche Atmosphäre mit viel Sauerstoff? Hinweise darauf hat der Marsroboter Curiosity gefunden, der seit vier Jahren auf dem Roten Planeten unterwegs ist. Im Marskrater Gale entdeckte der Roboter Material, das dort eigentlich gar nicht existieren dürfte. 

360°-Aufnahme der Namibdüne auf dem Mars durch den Rover Curiosity: Der Roboter hat nun Hinweise auf dem Mars gefunden, dass die Atmosphäre des Planeten früher deutlich mehr Sauerstoff enthielt. 

360°-Aufnahme der Namibdüne auf dem Mars durch den Rover Curiosity: Der Roboter hat nun Hinweise auf dem Mars gefunden, dass die Atmosphäre des Planeten früher deutlich mehr Sauerstoff enthielt. 

Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Rover Curiosity entdeckt wieder eine Überraschung auf dem Mars
360°-Aufnahme der Namibdüne auf dem Mars durch den Rover Curiosity: Der Roboter hat nun Hinweise auf dem Mars gefunden, dass die Atmosphäre des Planeten früher deutlich mehr Sauerstoff enthielt. 
Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS
Rover Curiosity entdeckt wieder eine Überraschung auf dem Mars
Die Kimberley-Formation auf dem Mars im Tal vor dem Mount Sharp: Auch dieses Bild hat der Rover Curiosity aufgenommen.
Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS
Rover Curiosity entdeckt wieder eine Überraschung auf dem Mars
Derzeit untersucht Curiosity den Krater Gale auf dem Mars. Hier hat der Roboter Manganoxid gefunden.
Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS
Rover Curiosity entdeckt wieder eine Überraschung auf dem Mars
Blick aus dem Gale-Krater auf den Mount Sharp auf dem Mars.
Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS
Rover Curiosity entdeckt wieder eine Überraschung auf dem Mars
Felsen auf dem Mars: Deutlich zu sehen sind die Spuren, die fließendes Wasser in der Formation hinterlassen hat.
Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS
Rover Curiosity entdeckt wieder eine Überraschung auf dem Mars
Der Marsrover Curiosity untersucht bereits seit vier Jahren die Oberfläche des Mars'.
Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS
Rover Curiosity entdeckt wieder eine Überraschung auf dem Mars
Die Räder des Marsrovers Curiosity, mit denen er durch das unwegsame Gelände rollt. Derzeit untersucht der Roboter den Krater Gale.
Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS

 

Im Fachmagazin „Geophysical Research Letters“ berichten Wissenschaftler des Los Alamos National Laboratory, dass Curiosity Manganoxid im Gestein auf der Marsoberfläche nachweisen konnte. Da diese mineralische Verbindung nur in Kombination mit ausreichend Wasserstoff und Sauerstoff entsteht, schlussfolgern die Forscher, dass der Mars einst eine andere Atmosphäre hatte als heute.

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In der Region namens Windjana im Gale-Krater auf dem Mars entdeckte der Rover Curiosity Manganoxid im Gestein. 

In der Region namens Windjana im Gale-Krater auf dem Mars entdeckte der Rover Curiosity Manganoxid im Gestein.

Quelle: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Der Rover hatte das Manganoxid entdeckt, als er eine Mineralader unter Einsatz eines Lasers untersuchte. Auch starke Methanschwankungen hatte Curiosity bereits 2014 im Gale-Krater festgestellt.

Starker Hinweis auf Atmosphäre mit viel Sauerstoff

„Die einzigen Wege, die wir kennen, wie diese manganhaltigen Materialien entstehen, sind atmosphärischer Sauerstoff oder Mikroben“, sagt Nina Lanza, Planetologin am Los Alamos National Laboratory in New Mexico. Im Falle des Mars‘ sei das Wirken von Mikroben eher unwahrscheinlich, die einstige Existenz einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre gepaart mit flüssigem Wasser sei jedoch denkbar, erklärt die Wissenschaftlerin.

Atemberaubende Aufnahme: Curiosity hat am 4. April 2016 dieses Bild des Naukluft Plateaus auf dem Mars aufgenommen.

Atemberaubende Aufnahme: Curiosity hat am 4. April 2016 dieses Bild des Naukluft Plateaus auf dem Mars aufgenommen.

Quelle: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Curiosity erforscht seit dem Jahr 2012 den Marskrater Gale. Auch darin könnte sich einst Wasser befunden haben.

Wie damals der Sauerstoff in die Marsatmosphäre gelangt sein könnte, erklärt Nina Lanza mit einer Theorie: Zu einer Zeit, als der Mars noch über mehr Wasser verfügte, verlor er sein Magnetfeld. Ohne diese schützende Hülle konnte kosmische Strahlung auf die Oberfläche des Planeten durchdringen und mit ihrer Wucht und Energie dazu führen, dass Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wurden.

Der eher leichte Wasserstoff entwich aufgrund der geringen Schwerkraft ins All, der schwerere Sauerstoff blieb in der Atmosphäre, drang sogar ins Gestein ein und verursachte die charakteristische rote Färbung.

Doch vor langer Zeit muss es auch große Mengen Wasser auf dem Mars gegeben haben. Hinweise auf große Seen fand Curiosity 2014.

 

Ein Beitrag von:

  • Jan-Martin Altgeld

    Ehemals freier Journalist. Tätigkeiten im Online & Hörfunk. Für ingenieur.de Artikel zu Umwelt- und Verkehrsthemen.

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