Arbeitsmarkt der Zukunft 14.04.2022, 11:50 Uhr

Metaverse: Diese Jobs bringen extrem hohes Gehalt – doch es gibt einen Haken

Ein begehbares Internet mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten und Arbeitsumgebungen: Das Metaversum soll unser Web 3.0 werden. Doch welche Tech-Spezialisten werden dafür gebraucht und was können sie verdienen? Wie hoch dotiert der “Traum für Game-Entwickler” tatsächlich ist.

Leute laufen durch virtuelle Welt

Tech-Fachkräfte mit verschiedenen Skills werden für das Metaversum gebraucht.

Foto: panthermedia.net/realinemedia

Gemeinsam arbeiten und danach einen Fitnesskurs besuchen – das und vieles mehr soll schrankenlos im Metaversum möglich sein. Diese Anwendungen müssen aber auch programmiert und designt werden. Tech-Talente laufen zu Meta über und lassen sich nicht selten danach für noch höhere Gehälter von der Konkurrenz wie Apple abwerben.

Developern und Ingenieuren winken extrem gute Angebote – vor allem in den USA. Deckt sich das mit dem deutschen Markt oder sitzen wir hier einem Hype auf? Wir haben mit einer Wirtschaftsinformatikerin über die realen Möglichkeiten des Jobmarkts Metaverse gesprochen.

Was versteht man unter Metaversum?

Laut Mark Zuckerberg ist das Metaversum das nächste große Ding – daher heißt Facebook mittlerweile auch Meta. Das Internet ist nicht genug. „Man nimmt daran Teil, bewegt sich darin“, so Zuckerberg. Das Metaversum ist also ein virtueller Ort, an dem sich Menschen begegnen und miteinander interagieren. Teilnehmende sollen physisch in die digitale 3D-Welt “Metaverse” eintauchen.

Vorstellen darf man sich das tatsächlich wie in der realen Welt. Mit einem Avatar bewegt man sich durch das Metaversum und kann alles machen, was im “normalen Leben” auch möglich ist. Freunde treffen, shoppen gehen, arbeiten, Filme schauen oder ein eigenes Business eröffnen.

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Fachkräfte gesucht: Wer erschafft das Metaverse?

Vor allem Gamer und junge Leute lassen sich von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) begeistern. Durch spezielle Brillen bewegen sich Anwender in virtuellen Welten, die sich täuschend echt anfühlen und anhören können. Um dieses Erlebnis zu erschaffen, bedarf es laut Sibylle Kunz, Professorin für Medieninformatik an der IU Internationalen Hochschule, mehr als klassische Developer.

„Zum einen haben wir den Developer, der Anwendungen auf dreidimensionalen grafischen Entwicklungsplattformen entwickelt. Diese Fachkräfte kommen von der klassischen Entwicklerschiene her. Developer und Developerinnen sind aktuell schon sehr gefragt und gut bezahlt“, sagt sie und ergänzt: „Designer gestalten das Äußere dieser Welten im Metaverse. Sie kreieren zum Beispiel die Landschaften und Räume, in denen ich bin. Avatare werden designt und es gehört auch ein Sounddesign dazu.“

Neben Design und Entwicklung bedarf es im Metaverse aber auch Content. Als Content Manager das digitale Paralleluniversum befüllen? Gar nicht abwegig.

„Wir brauchen auch Leute, die Content entwerfen. Was sollen die Objekte, Assets und Avatare in der Metaverse-Anwendung machen?”, wirft Kunz ein.

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Ingenieure als wichtige Schnittstelle des Metaverse

AR und VR sind im Gaming-Bereich schon lange angekommen. In fremde Welten eintauchen und sich gänzlich darin verlieren oder per VR-Brille virtuell an die Lieblingsziele reisen. Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt zu sein – Potenzial für ein “zweites Leben” im Metaversum.

 

„Gaming ist im AR- und VR-Bereich am populärsten. Das ist auch schon im Consumer-Bereich angekommen. Aber es gibt auch andere Bereiche wie Medizin, Ingenieurwissenschaften, Industrie 4.0 oder Bildung, die sich für Arbeiten im Metaverse eignen. Wir brauchen Leute, die die realweltlichen Zusammenhänge verstehen und übersetzen können in den Content, der virtuell geschaffen wird“, so Medienexpertin Kunz.

Realweltliche Zusammenhänge übersetzen? Was damit gemeint ist, erklärt die Wirtschaftsinformatikerin gegenüber ingenieur.de.

„Hier habe ich ein konkretes Beispiel: Ein Kunde braucht ein medizinisches Ausbildungssystem. Da kann es schwierig sein, dass der Arzt oder die Ärztin direkt mit dem Entwickler spricht. Eine Schnittstelle, die zum Beispiel ein jemand mit medizinischen Fachkenntnissen abdecken kann, wäre ratsam. Im Industrie 4.0-Bereiche könnten es Ingenieure und Ingenieurinnen sein.“

Bereits heute gibt es Chirurgen, die per AR-Brille operieren. In einer Metaverse-Entwicklung könnten Informationen zum Patienten während der OP angezeigt werden oder die Chirurgen hätten Zugriff auf die Schritte früherer Kollegen und Kolleginnen. Dieses Vorgehen lässt sich auch auf technische Bereiche wie den Maschinenbau oder die Wartung von Verkehrssystemen übertragen.

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Wo finden sich Fachkräfte für das Metaversum und was können sie verdienen?

Laut Sibylle Kunz bedarf es also Programmierskills, Designskills, Beherrschung von künstlicher Intelligenz, aber auch Verständnis für die jeweilige Fachdomäne.

“Fachkräfte zu finden, die all dies abdecken, ist relativ schwierig.“

Wie umkämpft der Markt ist, zeigen starke Abwerbungen zwischen den Konzernen Apple und Meta/Facebook – ebendiese Unternehmen, die das Metaversum maßgeblich gestalten wollen. Apple belohnt ausgewählte Mitarbeitende etwa mit Aktienprämien von bis zu 200.000 Dollar. Apple arbeitet an einem eigenen AR-Headset und hat dafür Metas AR-Marketingchefin, Andrea Schubert, abgeworben. Ins “Meta” (ehemals Facebook) wandern hingegen immer mehr Ingenieure und Ingenieurinnen. Laut Bloomberg hat Meta in den letzten Monaten 100 Ingenieure eingestellt. Zehntausende Tech-Fachkräfte werden für das sogenannte “Web 3.0” in den USA gesucht. Von bis zu 300.000 Euro Jahresgehalt ist zu lesen.

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Sibylle Kunz von der IU Internationalen Hochschule warnt vor diesem Hype. „Es sind Jobs aus der Informatik und dem Ingenieurwesen – und diese Leute sind klassischerweise teuer. Die Gehälter bewegen sich hier in der Regel im fünf- und sechsstelligen Bereich.“ Und weiter sagt sie: „Bei der Abwerbeaktion zwischen Meta und Apple standen in der Presse Summen von bis zu 180.000 Euro im Raum. In Deutschland sehen wir das so nicht.“ Die Angaben stammen aus einer Jobprofileinschätzung von Accenture. Für den deutschen und europäischen Raum scheinen sie jedoch überzogen zu sein.

„Bei der Gehaltsstruktur würde ich klar zwischen dem US-Markt und Europa unterscheiden”, so die Expertin.

„Man muss etwas aufpassen, dass man nicht in einen Hype hineingerät. Obwohl es immer mehr Stellen mit VR- oder AR-Bezug in Deutschland gibt. Diese Stellen nennen sich klassischerweise noch Developer oder Developerin. Maximal werden hier zum Teil Gehälter bis 80.000 Euro brutto angeboten“, weiß Kunz.

Skills für das Metaverse aufbauen – nur wo?

Wer das virtuell begehbare Upgrade des Internets mitgestalten möchte, sollte laut der Medienexpertin auf Eigeninitiative setzen. „Eigeninitiative ist wichtig, um sich Skills für das Metaverse anzueignen. Es gibt aber auch schon erste Studiengänge und die Universitäten schauen, wie sie die Lehrpläne anpassen.“

Sie suchen nach Jobs im Bereich künstliche Intelligenz? Dann schauen Sie in unserer Jobbörse vorbei.

Virtual Reality und Game Development können Interessierte beispielsweise an der Hochschule Heidelberg studieren. Einen Master in Digital Reality bietet die HAW Hamburg an. Einen Bachelor in Artificial Intelligence können sich Studierende an der IU Internationale Hochschule draufpacken.

Das Lehrangebot wächst, doch Professorin Kunz wirft ein: „Die Leute auszubilden wird dauern. Die Zeit braucht man – auch, wenn wir Studierende haben, die schon Entwicklerkenntnisse aus Schule und Freizeit mitbringen.“

Die nächste Variante des Online-Lebens

In fünf Jahre will Facebook-Gründer Mark Zuckerberg 10.000 Jobs für sein Großprojekt Metaverse in Europa geschaffen haben. Ob es unser Leben “ablösen” wird, sieht Sibylle Kunz kritisch: „Metaverse ist vielleicht die nächste Variante des Online-Lebens. Nach zweidimensionalen Anwendungen kommen nun die räumlichen, immersiveren Darstellungen.“

Werden Sie marktgerecht bezahlt? Erfahren Sie es in unserer Gehaltsstudie.

Podcast Tipp: Wird Virtual Reality unser Leben verändern?

Die Virtual Reality Technologie gilt unter Fachleuten seit Jahren als das nächste „große Ding“ der Digitalbranche – der Durchbruch blieb jedoch bislang aus. Das will unter anderem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nun mit dem sogenannten Metaverse ändern und auch die oder den letzten VR-Skeptiker überzeugen.

Podcast-Gast Klaus Bredl von der Universität Augsburg ist Experte für Digitale Medien. Marco Dadomo und Sarah Janczura sprechen mit ihm darüber, ob und wie die Virtual Reality unseren Alltag schon bald verändern könnte. Auf einer digitalen Insel hat Bredl mit seinen Studierenden etwas Einzigartiges geschaffen. Jetzt reinhören!

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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