Bewerbung 27.10.2016, 00:00 Uhr

Probezeit: Wie Sie Fallstricke geschickt umgehen

Wie kann ich die Probezeit als Ingenieur erfolgreich meistern? Welche Fehler sollte ich auf jeden Fall vermeiden? Je näher der Einstiegstermin rückt, desto mehr kreisen die Gedanken um den neuen Job und das unbekannte Terrain. Lesen Sie, wie Sie die Probezeit erfolgreich überstehen.

Der Aufbau eines Netzwerkes während der Probezeit kann von Vorteil sein.

Der Aufbau eines Netzwerkes während der Probezeit kann von Vorteil sein.

Foto: panthermedia.net/WavebreakmediaMicro

Wichtig ist es, dass Sie mit dem zukünftigen Vorgesetzten klare Ziele für die Probezeit als Ingenieur vereinbaren. Hat der Vorgesetzte bis zum Startzeitpunkt selbst kein Einarbeitungsprogramm entwickelt, sollten Sie dieses im ersten Gespräch gemeinsam aufstellen. Unternehmensbereiche, die Sie kennenlernen müssen, mit Start- und Endzeitpunkten, sowie die Art des Arbeitsbeitrages, der von Ihnen erwartet wird, gehören zu einem solchen Programm.

Und die konkreten Arbeitsergebnisse, die der Vorgesetzte in der Probezeit von ihnen als erwartet, sollten festgelegt werden. Vereinbaren Sie im 14-tägigen Abstand Feedback-Gespräche. So ergibt sich bei die Chance, aufziehende Differenzen rechtzeitig zu erkennen und dann gegenzusteuern. Prüfen Sie in der Probezeit die im Bewerbungsprozess gemachten Aussagen des Vorgesetzten.

In der Probezeit ist Zurückhaltung angesagt

Vorstellungsgespräche gleichen nicht selten Märchenstunden, während derer Arbeitgeber und Bewerber in Fantasiewelten abtauchen. Beklagt sich etwa der einstellende Geschäftsführer beim Bewerber über mangelnde Macherqualitäten und zu wenige Ideen seiner Führungskräfte, ist lange noch nicht gesagt, dass er diese Qualitäten im konkreten Falle wirklich schätzt. Entsprechend vorsichtig sollten Sie in der Probezeit agieren.

Möglicherweise ecken der Neue oder die Neue gerade aufgrund offensichtlichen Eifers und sinnvoller Verbesserungsvorschläge bereits in der Probezeit an. Fordert ein Vorstand von einem Entwicklungsleiter den Aufbau des Projektmanagements, muss das nicht bedeuten, dass der Vorstand tatsächlich eine Institution meint, die diesen Namen verdient. Mit viel Geschick wäre hier zu ergründen, in welche Richtung die Wünsche des Einstellers wirklich gehen.

Bauen Sie sich ein persönliches Netzwerk auf

Ingenieure scheitern in der Probezeit in der Regel nicht an fehlenden fachlichen Qualitäten. Doch wenn die Chemie nicht stimmt, hilft das beste Fachwissen nichts. Nutzen Sie daher unbedingt die Zeit, um sich das wichtige persönliche Netzwerk aufzubauen. Nehmen Sie sich fest vor, jeden Tag einen neuen Kontakt im Unternehmen zu knüpfen und diesen zu pflegen. Über Kontakte erfährt man viel über das Soziogramm des Unternehmens.

Welches sind die wichtigen formellen und informellen Figuren? Wo sitzen die Drahtzieher und die graue Eminenz? Versuchen Sie, näher in Kontakt mit diesen Menschen zu kommen. Ein gemeinsames Mittagessen bringt in der Probezeit oftmals mehr als eine Unterrichtsstunde zum eingesetzten DV-System im Unternehmen. Revolutionäre Leistungen werden von Neulingen ohnehin nur in Ausnahmefällen erwartet.

Analyse der möglichen Fallstricke

Auf einige vermeintliche Haken und Ösen können Sie sich schon vor dem Eintrittstermin einstellen. Lassen Sie alle Vorstellungsgespräche beim neuen Arbeitgeber Revue passieren. Eine genaue Analyse bringt Hinweise: Ist etwa der vorherige Positionsinhaber Ihrer neuen Stelle demnächst Ihr Mitarbeiter, kann man sich vorstellen, dass es schon in der Probezeit leicht zu Spannungen kommen kann. Gleiches gilt, wenn Ihnen als Quereinsteiger ebenbürtige Mitarbeiter unterstellt sind. Zu derartigen Risiken lassen sich vorab Taktiken entwickeln. Aber nur, wenn Sie im Vorstellungsgespräch Ihrerseits sehr viele Fragen zum Unternehmen, zur Position und zum Arbeitsbereich gestellt haben.

Die wenigsten echten Gefahren gehen in der Probezeit vom Arbeitgeber aus. Der hat mit der Besetzung der offenen Stelle ein Problem gelöst und bedankt sich zunächst mit Vertrauen und Unterstützung. Probezeiten scheitern eher am ungeschickten Verhalten von Kandidaten. Wer etwa beim alten Arbeitgeber unter Wert eingesetzt war, frustriert oder verschmäht wurde, möchte beim neuen Arbeitgeber zeigen, was wirklich in ihm steckt. Möglicherweise überfordert er in seinem Übereifer die Organisation oder übersieht gewachsene Strukturen.

Ein kritischer Rundumschlag ist nicht angebracht

Wer in ein neues Unternehmen kommt, wird jede Menge tatsächlicher oder vermeintlicher Schwachstellen erkennen. Voreiliges Agieren kann schnell zum Problem werden. Was ist, wenn ein frisch eingestellter Organisationsmanager öffentlich das Projektprämierungssystem des Unternehmens verteufelt, das dummerweise das Lieblingskind der Geschäftsführung ist? In der Tochtergesellschaft eines Konzerns geht der neue Vertriebsmanager mit seinem Vorgesetzten, einem wesentlich jüngeren Geschäftsführer, in den Clinch. Er erklärt ihm nach 14 Tagen Probezeit, wie man ein Unternehmen wirklich zu führen hat. Allerdings hat der Ingenieur vergessen, sich vorher nach seiner Lobby im Konzernvorstand zu erkundigen.

Wer vor dem Antritt der Probezeit steht, sollte sich die Stolperfallen bewusst machen, die auf ihn beim neuen Arbeitgeber warten. Besonders gefährdete Personen sind solche, die lange Verweilzeiten beim letzten Arbeitgeber hatten, nach langer Selbstständigkeit wieder in ein Arbeitsverhältnis zurückkehren oder sehr hohe Ansprüche an Personal und Qualität haben. Sie sollten sich zumindest während der Probezeit einen Knoten in die Zunge machen.

Seilschaften beobachten

Im Umgang mit dem unbekannten Umfeld ist es anfangs besser, überwiegend Fragen zu stellen und Lob auszusprechen. Mit den großen Kreuzzügen sollte so lange gewartet werden, bis das machtpolitische Geschehen im Unternehmen einigermaßen transparent ist und man sich die eigene Lobby geschaffen hat. Wichtig ist es zudem, mit dem Arbeitgeber klare Ziele zu vereinbaren, die während der Probezeit erreicht werden sollen. Ist nicht klar, was der Neue leisten soll, stehen dem Arbeitgeber Tür und Tor offen, am Ende der Probezeit lapidar festzustellen: „… und haben doch etwas ganz anderes von Ihnen erwartet!“

Tipp:
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