Die richtige Zielvereinbarung 12.10.2017, 00:00 Uhr

Mitarbeitergespräch für Ingenieure: Mit Strategie zum Erfolg

Egal ob Einstiegs-, Entwicklungs- oder Jahresgespräch – das Mitarbeitergespräch ist für viele Ingenieure fester Bestandteil der beruflichen Jahresplanung. Mit der richtigen Vorbereitung können angestellte Ingenieure die Gelegenheit nutzen, um die eigene Karriere voranzutreiben.

Auf Kritik sollte man vorbereitet sein.

Auf Kritik sollte man vorbereitet sein.

Foto: iStock / Thinkstock

Im Mitarbeitergespräch geht es für Ingenieure nicht um netten Smalltalk in Wohlfühlatmosphäre. In aller Regel ist das die Zeit für umfangreiches Feedback und die Vereinbarung neuer Ziele für die kommenden Monate. Wenn Sie das Gespräch nutzen wollen, um sich und Ihre Ziele konstruktiv zu positionieren, ist eine gute Vorbereitung das A und O.

Mitarbeitergespräche zur internen (Be-)Werbung nutzen

Ein Mitarbeitergespräch dauert üblicherweise zwischen 60 und 90 Minuten und wird mit dem fachlichen sowie disziplinarischen Vorgesetzten geführt. Er ist für das Feedback und das Festlegen neuer Ziele verantwortlich. Nicht selten ist zusätzlich ein Mitarbeiter der Personalabteilung dabei, der das Gespräch moderiert und Impulse einbringt, etwa zu weiteren Entwicklungschancen. Bereiten Sie sich deswegen im Vorfeld auf mögliche Themen vor, die im Verlauf des Termins zur Sprache kommen könnten. Vergegenwärtigen Sie sich Erfolge und Entwicklungen in den einzelnen Aufgaben- und Verantwortungsbereichen – am besten schriftlich. Sofern Protokolle, Bewertungsformulare und Vereinbarungen von vorangegangenen Gesprächen existieren, empfiehlt es sich, diese noch einmal genau zu lesen. So lassen sich unschöne Überraschungen vermeiden.

Eigene Ziele für das Mitarbeitergespräch festlegen

Das Mitarbeitergespräch ist eigentlich ein Führungsinstrument des Vorgesetzten zur Mitarbeitermotivation und -entwicklung. Das heißt aber nicht, dass sich Ingenieure einfach nur das Feedback ihres Chefs abholen müssen. Hier gilt es, selbst aktiv zu werden.

Definieren Sie in der Vorbereitung Ziele, die Sie erreichen möchten und nutzen Sie den Termin für Ihre Karriereplanung: Welche neuen Projekte möchten Sie anstoßen? Wollen Sie sich weiterbilden und falls ja, in welchen Bereichen? Gibt es neue Aufgaben, die Sie übernehmen möchten? Wie wollen Sie sich finanziell entwickeln? Legen Sie sich für jedes Ihrer Ziele eine klare Argumentation zurecht, die nicht rechtfertigt, aber begründet. Machen Sie sich bewusst, dass es in diesem Gespräch nur um Sie geht und Sie die ungeteilte Aufmerksamkeit Ihres Vorgesetzten haben.

Mitarbeitergespräch: Die Zielvereinbarung

Auch der Chef wird das Mitarbeitergespräch als Chance nutzen, um neben dem Feedback Ziele für die kommenden Monate zu vereinbaren. Diese Ziele sollten realistisch sein, um nicht zu Stolpersteinen zu werden. Der subjektive Glaube an die Erreichbarkeit ist entscheidend. Zudem sollten Sie die gesetzten Ziele in der vertraglich geregelten Arbeitszeit erreichen können – ohne Überstunden, Mehrarbeit oder Wochenendschichten. Das ist auch im Sinne des Vorgesetzten. Denn Ziele motivieren nur dann, wenn sie heraus- und nicht überfordern.

Für die richtige Zielvereinbarung im Mitarbeitergespräch ist eine gesunde Mischung aus quantitativen und qualitativen Zielen wichtig. Beispiele für quantitative Ziele sind Steigerungen bei Marktanteilen, Mengen oder Umsätzen. Qualitative Ziele definieren dagegen Effizienzsteigerungen, etwa Aufgaben oder Produkte schneller, einfacher und kostengünstiger zu erledigen bzw. zu produzieren. Zusätzlich können Elemente des Teamworks oder bestimmte Soft Skills als qualitative Ziele definiert werden, zum Beispiel ein verbessertes Stressmanagement oder eine stärkere Kundenorientierung.

Die gesetzten Ziele sollten detailliert und konkret dokumentiert werden. Auch muss eindeutig festgelegt sein, in welchem Zeitraum die Ziele erreicht werden sollen. 

Auch im Mitarbeitergespräch macht der Ton die Musik

Das Mitarbeitergespräch ist für Ingenieure der passende Rahmen, um auch dem eigenen Vorgesetzten ein ausführliches Feedback zu geben. Falls Sie also etwas an der Zusammenarbeit stört oder bessere Leistungen verhindert sehen, sollten Sie das thematisieren. Argumentieren Sie dabei ruhig und sachlich, ohne in einen Beschwerdeton zu verfallen oder gar entrüstet, enttäuscht oder wütend aufzutreten. 

Ein absolutes Tabu auch in dieser Situation ist, sich über nicht anwesende Kollegen zu beschweren, auch wenn die lieben Kollegen ein spezielles Klientel sind. Ein solches Vorgehen wirft ein schlechtes Licht auf Sie. Falls Sie hier Konflikte sehen oder Klärungsbedarf haben, dann sollten Sie nicht zum Chef gehen, sondern zu den Beteiligten selbst. So festigen Sie Ihr Standing als loyaler Teamplayer.

Apropos Emotionen und Gefühle: Die sollten im Mitarbeitergespräch ohnehin außen vor bleiben. Deswegen ist es empfehlenswert, sich auf mögliche Kritik vorzubereiten. Was also könnte Ihrem Vorgesetzten Anlass zur Unzufriedenheit geben? Wo könnte er Verbesserungspotenzial sehen? Auch hier hilft der Blick in das Protokoll des letzten Gesprächs. Legen Sie sich entsprechende Argumente zurecht und bleiben Sie sachlich. Alles andere wäre unprofessionell. Ist die Kritik berechtigt, so zeigen Sie Größe, indem Sie Fehler eingestehen und zugleich Lösungs- und Verbesserungsvorschläge skizzieren.

Mitarbeitergespräch: Das Thema „Geld“

Wenn der Vorgesetzte der Überzeugung ist, dass Sie Ihren Job gut gemacht haben, gehen Sie vielleicht mit einem Gehaltsplus aus dem Mitarbeitergespräch. Aber Vorsicht: Ein Mitarbeitergespräch ist nicht automatisch eine Gehaltsverhandlung und das Feilschen um ein höheres Gehalt kann schnell in die Sackgasse führen. Dennoch dürfen Sie deutlich machen, dass Sie sich auch finanziell weiterentwickeln möchten, solange die Vorstellungen realistisch und verhältnismäßig sind. Wenn sich der Chef auf ein Gespräch über das Gehalt einlässt, umso besser. Falls nicht, empfiehlt es sich, einen separaten Gesprächstermin zu einem späteren Zeitpunkt zu vereinbaren.

Ist das Mitarbeitergespräch positiv verlaufen, so dürfen Sie das Ihrem Vorgesetzten ruhig sagen. Auch der freut sich über Lob. Wer dabei authentisch bleibt und übertriebene Lobhudelei vermeidet, festigt den freundlichen und respektvollen Umgang miteinander.

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