Gehaltsstudie 03.06.2020, 10:31 Uhr

Wie viel verdienen Elektroingenieure?

Das Fach Elektrotechnik hat eine Abbrecherquote von 40 %. Umso bessere Karrierechancen haben Elektroingenieure, die diese herausfordernde Fachrichtung des Ingenieurwesens meistern. Die Branche winkt mit hohen Löhnen. Sowohl berufserfahrene Ingenieure als auch Einsteiger profitieren von der aktuellen Gehaltsentwicklung. Wo Sie stehen, zeigt die Einkommensstudie 2020 von INGENIEUR.de.

Platine in grün

Ein Studium der Elektrotechnik lohnt sich.

Foto: panthermedia.net/Aguaviva

Elektroingenieure mit weniger als zwei Jahren Berufserfahrung erhalten nach einem Studium der Elektrotechnik im Durchschnitt ein Jahresgehalt von 51.600 Euro. Erfahrene Kollegen können mit einem Einkommen von um die 66.300 Euro rechnen. Fach- und Projektingenieure in der Elektronik- & Elektrotechnik erhalten im Mittel 56.300 Euro. Im Jahr 2019 lagen die Brutto Jahresgehälter der Untersuchungsteilnehmer insgesamt (Berufseinsteiger und Ingenieure mit Berufserfahrung) im Median bei 61.100 Euro (+ 0,5 % ggü . dem Vorjahr).

Mitarbeiterverantwortung und langjährige Berufserfahrung machen sich auf dem Gehaltszettel der Elektroingenieure deutlich bemerkbar. Zu diesem Ergebnis kommt die Gehaltsstudie 2020 von INGENIEUR.de, an der über 11.000 Ingenieure und ITler aus Deutschland teilnahmen. Die komplette Studie “Ingenieureinkommen 2002-2019” erhalten Sie hier.

Einstieg bis Leitung: So hoch fallen die Gehälter für Elektroingenieure aus

Heute ist es unvorstellbar, doch einst waren die Ingenieure der Elektrotechnik die Geringverdiener unter den Ingenieuren. Mit der zunehmenden Automatisierung ist elektrotechnisches Know-how jedoch in allen Branchen gefragt. Die Vergütung von Elektroingenieuren hat vor allem seit 2017 mit einer Steigerung von 6,7 % einen Schub nach vorn gemacht. Nach zwei Jahren Berufserfahrung steigt das Gehalt bereits auf 66.300 Euro. Das Einstiegsgehalt für Ingenieure bewegt sich bei 51.600 Euro.

In höheren Positionen können Elektroingenieure so richtig abräumen. Als Gruppenleiter winkt ein Bruttojahresentgelt von 80.000 Euro. Im oberen Quartil können sogar über 95.000 Euro drin sein. Vergleichsweise attraktive Verdienstmöglichkeiten bieten sich Ingenieuren mit Projektleitungsfunktion sowie Abteilungsleiter. Ein erfahrener Abteilungsleiter verdient mit einem Brutto-Jahresentgelt von insgesamt 88.400 Euro rund zwei Drittel mehr als ein Berufseinsteiger in dieser Position. Als Projektmanager ohne Führungsverantwortung erhalten die Ingenieure im Durchschnitt 71.000 Euro.

Die Mitarbeiterverantwortung ist ein wesentlicher Einflussfaktor für die Vergütung. Auch bei Fach- und Projektingenieuren, denen in der Regel nur wenige Mitarbeiter untergeordnet sind, ist bei 6-10 bzw. 11-15 geführten Mitarbeitern ein deutlicher Gehaltssprung gegenüber 1-5 untergeordneten Mitarbeitern zu erkennen. Die Größe des Unternehmens schlägt sich natürlich ebenfalls auf die durchschnittlichen Jahresgehälter der Angestellten nieder. Während Fach- und Projektingenieure in einem kleinen Unternehmen durchschnittlich knapp 50.000 Euro verdienen, sind es in einem Großkonzern im Mittel rund 17.000 Euro jährlich mehr. Für einen Bereichsleiter kann die Unternehmensgröße einen Großteil seines Gehalts ausmachen (z.B. 72.000 Euro in Betrieben mit 1 50 Mitarbeitern ggü . 129.500 Euro in Großkonzernen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern).

Brutto-Jahresentgelt eines Gruppen-/Teamleiters 2019 nach Branchen
Chemie- und Pharmaindustie 91.534 Euro
Energieversorgung 87.500 Euro
Fahrzeugbau 86.945 Euro
Maschinen- & Anlagenbau 81.413 Euro
Elektronik & Elektrotechnik 80.000 Euro
Ingenieur- & Planungsbüros 70.050 Euro
Baugewerbe 69.100 Euro
Informationstechnologie 69.005 Euro
Quelle: Gehaltstest für Ingenieure 2019, www.ingenieur.de/gehaltstest/

Variable Vergütung liegt im Mittelfeld

Der Anteil der Ingenieure, die variable Vergütungsanteile beziehen, nahm bis 2016 stetig zu und stagnierte dann in den letzten Jahren. In 2019 erhielten 29 % der Berufseinsteiger und 46 % der Ingenieure mit Berufserfahrung variable Anteile. Der variable Anteil des Gehalts ist bei Bereichsleitern am höchsten. 12,9 % betrug der variable Anteil am Gehalt 2019 dieser Berufsgruppe. Bei Projektmanagern lag der Anteil bei 10,4 %. In der Elektrotechnik macht der variable Gehaltsanteil im Durchschnitt 10,1 % aus. Damit liegt die Branche gleichauf mit dem Baugewerbe.

Die differenzierte Betrachtung zeigt, dass die variablen Anteile in verantwortungsvolleren Positionen weiterhin höher ausfallen. Beim Bereichsleiter beträgt der Anteil der variablen Vergütung 12,9 % von seinem Jahresgesamtentgelt ( ggü . 11,2 % in der Vorjahresstudie). Bei der Betrachtung der variablen Vergütungsanteile nach Wirtschaftszweigen zeigen sich ebenfalls Unterschiede. Während Ingenieure in der Chemie- und Pharmaindustrie zuletzt einen variablen Anteil in Höhe von 12,2 % ausgezahlt bekamen ( ggü . 8,3 % in der Vorjahresstudie), betrugen die variablen Anteile der Ingenieure in Ingenieur und Planungsbüros 8,6 % vom Jahresgesamtentgelt.

Fazit: Elektroingenieure sind begehrt

Mit der Digitalisierung, der Einführung von künstlicher Intelligenz oder dem Aufbau smarter Fabriken dürfte die Zahl der zu besetzenden Stellen noch weiter steigen. Die Automobilindustrie sucht ebenfalls stets nach Elektroingenieuren. Durch die Elektromobilität gibt es auch bei der Leistungselektronik und Sensorik einen hohen Bedarf an Spezialisten. Sie sind auf der Suche nach einem Job in der Elektronikbranche? Unsere Jobbörse bietet Ihnen zahlreiche Angebote namhafter Firmen aus der Branche an.

Einen Auszug aus der Gehaltsstudie können Sie hier kostenfrei downloaden. Die komplette Gehaltsstudie kann hier als PDF-Download erworben werden.

Gehaltstest für Ingenieure

Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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