Kündigungsgespräch richtig führen 28.01.2024, 11:00 Uhr

Exit-Interview: Was steckt dahinter?

Ein Abschlussgespräch, auch Exit-Interview oder Kündigungsgespräch genannt, ist ein wichtiges Gespräch, wenn der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin die Firma von sich aus verlässt. Sowohl Angestellte als auch Vorgesetzte profitieren von dem persönlichen Gespräch.

Bestimmte Sätze sollten in einem Exit-Gespräch auf keinen Fall gesagt werden. Gut Überlegen!

Bestimmte Sätze sollten in einem Exit-Gespräch auf keinen Fall gesagt werden. Gut Überlegen!

Foto: panthermedia.net/WavebreakmediaMicro

Was ist ein Exit-Interview?

Das Exit-Interview bietet Unternehmen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, in einem persönlichen Gespräch nach Ihrer eigenen Kündigung insbesondere die Gründe dafür zu klären. So erfährt die Firma auch, was Ihnen im Betrieb nicht gefallen hat und kann sie für die weitere Personalentwicklung nutzen. Natürlich erhofft sich Ihr Gegenüber ein offenes, vertrauensvolles und ehrliches Gespräch. Erhalten Sie keine Einladung zu einem Exit-Gespräch, können Sie selbst darum bitten. Eine Pflicht ist es aber nicht, sondern eine freiwillige Entscheidung. Exit-Gespräche sind auch möglich, wenn der Arbeitgeber Ihnen die Kündigung ausgesprochen hat. In der Praxis ist das jedoch weitaus seltener der Fall. Falls Ihnen nicht klar ist, warum der Arbeitsvertrag beendet wurde (beispielsweise ohne Angabe von Gründen während der Probezeit), macht es auf jeden Fall Sinn, einen Termin für ein Abschlussgespräch zu vereinbaren.

Macht ein Exit-Interview Sinn?

Ja, ein Abschlussgespräch macht für beide Seiten Sinn und sollte daher unbedingt stattfinden. Sie können hier offen und auf Augenhöhe aussprechen, was hinter Ihrer Kündigung steckt. So erhält der beziehungsweise die Vorgesetzte eine wichtige Rückmeldung über die Arbeits- und Führungskultur im Unternehmen. Sehen Sie das Abschlussgespräch einerseits als Chance, konstruktiv Kritik zu äußern, andererseits als konstruktiven Abschluss einer oft langen Zusammenarbeit. Auch wenn ein Exit-Gespräch mit Emotionen verbunden ist, sollte es respektvoll ablaufen. Es wird Ihnen helfen, die Firma mit einem guten Gefühl zu verlassen, wenn Sie über die für Sie relevanten Themen sprechen.
Wie sieht der richtige Rahmen für ein Kündigungsgespräch aus?

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Für ein offenes Exit-Interview sollten die Rahmenbedingungen passen. Dazu gehören der richtige Zeitpunkt und Ort genauso wie die Person, mit der das Gespräch geführt wird.

  • Zeitpunkt: Idealerweise findet das Abschlussgespräch an einem Ihrer letzten Arbeitstage statt. Auch die bereits ausgesprochene Kündigung sollte schon einige Zeit zurückliegen. So wird eine entspannte Atmosphäre geschaffen, die für ein offenes Gespräch besonders wichtig ist.
  • Ort: Vermutlich können Sie selbst nicht entscheiden, wo das Abschlussgespräch stattfindet. Ideal ist aber ein neutraler Ort wie ein Besprechungsraum. Das Büro des oder der Vorgesetzten ist nicht der richtige Ort für ein Abschlussgespräch.
  • Teilnehmer: Es versteht sich von selbst, dass ein Exit-Interview unter vier Augen stattfindet. Alles andere käme einem Verhör nahe und würde nicht die richtige Atmosphäre für ein offenes Gespräch schaffen. Der ideale Gesprächspartner ist ein neutraler Kollege oder eine neutrale Kollegin aus der Personalabteilung.
  • Arbeitszeugnis: Wenn Sie das Unternehmen verlassen, steht Ihnen ein Arbeitszeugnis zu. Vergewissern Sie sich vorher, ob dieses bereits geschrieben ist, damit Sie aufgrund Ihrer Äußerungen keine schlechte Beurteilung fürchten müssen.

Wie bereite ich mich auf ein Exit-Gespräch vor?

Damit ein Abschlussgespräch auch für Sie ergiebig ist, sollten Sie sich darauf vorbereiten. Ziehen Sie hierfür am besten Bilanz, um das Gespräch schon im Vorfeld zu strukturieren. Waren Sie ausgelastet und zufrieden mit den Ihnen zugeteilten Aufgaben? Konnten Sie sich beruflich weiterentwickeln oder gab es keine Möglichkeit dazu? Haben Ihnen die Stimmung und der Umgang unter den Mitarbeitern gefallen? Gab es möglicherweise Konflikte? Es hilft, das Pro und Contra aufzuschreiben und es sich laut aufzusagen beziehungsweise vor dem Gespräch einer anderen Person davon zu erzählen.

Wie verläuft ein Austrittsgespräch?

In einem Austrittsgespräch sollte respektvoll, offen und konstruktiv miteinander gesprochen werden. Wenn Sie selbst gekündigt haben, wird Ihr Gegenüber zunächst Fragen zur Kündigung stellen. Was ist der Grund dafür? Was hat Ihnen im Unternehmen gefehlt und was sollte sich ändern? Vielleicht haben Sie eine neue berufliche Herausforderung gesucht oder einen besser bezahlten Job. Vielleicht wollen Sie aber auch kürzertreten und sich mehr um ihre Familie kümmern. Welcher Grund auch immer zur Kündigung geführt hat, im Exit-Interview können Sie diesen offen äußern, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen. Und falls das Vertrauensverhältnis doch beschädigt sein sollte und Sie nicht zu viel erzählen möchten, ist auch das akzeptabel.

Wer freiwillig aus einem Unternehmen ausscheidet, hat vermutlich auch einige Punkte zu kritisieren. Wenn Sie schlechte Erfahrungen im Unternehmen gemacht haben, sollten Sie das Abschlussgespräch dazu nutzen, um dem ehemaligen Arbeitgeber eine ehrliche Rückmeldung zu geben. Das kann ein schlechter Umgang unter Kollegen und Kolleginnen genauso sein wie schlechte Bezahlung oder nicht vorhandene Aufstiegsmöglichkeiten.

Neben konstruktiver Kritik gibt es aber möglicherweise auch etwas Positives, das Sie während der Zusammenarbeit erlebt oder für sich persönlich mitgenommen haben. Auch diese Punkte sollten Sie im Exit-Interview nicht vorenthalten. Genauso wie Verbesserungsvorschläge, die aus Ihrer Sicht als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin besonders wertvoll sind. Das Unternehmen ist an einem ehrlichen Feedback interessiert und wird Ihnen für Ihre offene Meinung danken. Sie müssen also keine Sorge haben, verhört zu werden, denn dazu ist ein Abschlussgespräch nicht da.

Was ist in einem Exit-Interview tabu?

In einem Exit-Gespräch geht es darum, für beide Seiten einen guten Abschluss der Zusammenarbeit zu finden. Damit das gelingt, sind einige Punkte absolut tabu:

  • Abrechnung
    Ein Kündigungsgespräch ist oft mit Emotionen verbunden. Insbesondere, wenn Sie viele Jahre im Unternehmen tätig waren. Sollten sich negative Gefühle angestaut haben, lassen Sie diese unbedingt draußen, denn das Gespräch ist nicht der richtige Rahmen dafür. Sehen Sie es auch nicht als Gelegenheit für eine Abrechnung mit dem oder der Vorgesetzten oder anderen Kollegen und Kolleginnen. Anschuldigungen und selbst provokante Äußerungen sind absolut fehl am Platz.
  • Gerüchte
    Ziehen Sie im Abschlussgespräch nicht über Kollegen und Kolleginnen her. Das wirft nicht nur ein schlechtes Licht auf Sie, sondern bringt Ihnen auch nichts. Gibt es etwas zu klären, sollten Sie die betreffende Person persönlich ansprechen.
  • Vertraulichkeit verletzen
    Sie vertrauen dem Unternehmen, dass Ihre geschilderten Informationen absolut vertraulich behandelt und anonym ausgewertet werden. Lassen Sie sich dies vor dem Gespräch bestätigen.
  • Vorgesetzte beim Gespräch hinzuziehen
    Ein offenes Abschlussgespräch mit einer Führungskraft ist unmöglich – deshalb darf sie hier auf keinen Fall dabei sein. Vergewissern Sie sich auch darüber vor dem Gespräch, mit wem Sie dieses führen.
  • Eigenwerbung
    Sie werden dem Unternehmen fehlen, keine Frage. Dennoch müssen Sie im Exit-Interview keine Eigenwerbung machen, da diese hier nicht hinein gehört.
  • Nachbohren
    Es kann ganz schön nervig sein, wenn der Kollege oder die Kollegin aus der Personalabteilung immer wieder bei einer bestimmten Frage nachbohrt. Das sollte er oder sie aber nicht, denn auch das Nachbohren gehört zu den Tabus in einem Abschlussgespräch. Wenn Sie zu einem bestimmten Thema nichts sagen wollen, haben Sie das gute Recht dazu. Das muss das Unternehmen akzeptieren und respektieren.

Ein Beitrag von:

  • Justine Holzwarth

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