Karriereplanung 07.05.2024, 09:30 Uhr

Headhunter: Was tun, wenn der Personalberater anruft?

Wegen des Fachkräftemangels suchen Headhunter verstärkt nach Ingenieuren und Informatikern. Doch was ist zu tun, wenn sich ein Headhunter bei Ihnen meldet? Wir sagen, wie Sie sich richtig verhalten.

Geschäftsmann am Telefon

Der Headhunter zuzuhören, ist immer eine gute Idee. Vorausgesetzt, Sie haben gerade die Zeit und Gelegenheit dazu.

Foto: panthermedia.net/jcbprod

Wahrscheinlich ist Ihnen das auch schon passiert: Sie sitzen im Büro, das Telefon klingelt und ein Headhunter meldet sich. Wenn Kollegen gegenübersitzen, redet es sich schlecht über ein neues Jobangebot. Wie verhalten sich Ingenieure und Ingenieurinnen richtig? Jochen Markgraf von Talentor Germany verrät die Dos and Don’ts.

Was ist ein Headhunter?

Der Begriff „Headhunter“ kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Kopfjäger”. Im übertragenen Sinne stehen hinter dieser Bezeichnung Personalberater oder Personalagenturen, die im Auftrag von Unternehmen nach Führungskräften oder Spezialisten suchen. Personalvermittler, die nur nach (Top-)Führungskräften suchen, werden übrigens auch als „Executive Search“-Berater bezeichnet. Manchmal werden Headhunter auch „Recruiter“ genannt. Genau genommen ist das nicht richtig. Denn während Headhunter von extern arbeiten, sprich von einem Unternehmen beauftragt werden, sitzen Recruiter oftmals in den Unternehmen selbst. Sie sind also keine externen Dienstleister. Ihr Ziel ist aber dasselbe: Sie sorgen dafür, dass offene Stellen mit den besten Kandidaten besetzt werden. Headhunter sind also ebenso wie unternehmenseigene Recruiter Spezialisten in Sachen Personalsuche.

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Headhunter ruft an: Wenn Sie diesem Tipp folgen, lenken Sie das Gespräch

Was ist ein Headhunter – und was macht er beruflich? Ein Headhunter wird immer dann beauftragt, wenn interne Recruiting-Maßnahmen des Unternehmens erfolglos verlaufen sind und man sich von der reinen Ausschreibung einer Stelle nicht die erhofften Bewerber erwartet. Für die professionelle Suche nach Fach- und Führungskräften erarbeitet der Headhunter gemeinsam mit dem Kunden ein Bewerber-Profil. Headhunter verfügen zumeist über spezielle Branchenkenntnisse und entsprechendes Fachwissen, um diese spezifische Aufgabe zu übernehmen.

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Wer beauftragt Headhunter – und wer bezahlt sie?

Wenn ein Unternehmen einen Headhunter für die Suche nach einer neuen Führungskraft beauftragt hat, so sucht dieser nicht im freien Markt, sondern bei anderen Unternehmen nach geeigneten Kandidaten. Hierzu gleicht er das gemeinsam mit dem Kunden erstellte Bewerberprofil mit in Frage kommenden Bewerbern ab. Er erstellt Beurteilungen und führt Potenzialanalysen durch. Dann spricht er mögliche Kandidaten an, führt Interviews mit ihnen und prüft die Lebensläufe. Schließlich präsentiert er dem Auftraggeber mehrere Kandidaten. Erst dann kommt das Unternehmen ins Spiel: Es wählt zwei bis drei Kandidaten aus, führt die Gespräche und kommt idealerweise mit einem der Kandidaten zum Vertragsabschluss. Bei erfolgreicher Vermittlung erhält der Headhunter oftmals ein Drittel des Jahresgehalts als Vergütung bzw. Provision. Häufig beraten Headhunter Unternehmen auch in Sachen Personalentwicklung und Personalmarketing.

Sollte man Headhuntern auf LinkedIn antworten?

Wenn ein Headhunter sich über Plattformen wie LinkedIn oder Xing meldet, handelt es sich oft um eine direkte Ansprache aufgrund eines offenen Stellenangebots oder einer Suche nach qualifizierten Fachkräften für bestimmte Positionen. Diese Kontaktaufnahmen sind in der Regel gezielt und professionell, da Headhunter auf der Suche nach Kandidaten mit spezifischen Fähigkeiten und Erfahrungen sind, die den Anforderungen der Position entsprechen. Es ist wichtig, solche Nachrichten sorgfältig zu prüfen und zu überlegen, ob das Angebot oder die Möglichkeit, die sie bieten, zu den eigenen beruflichen Zielen und Interessen passt. Schließlich geht es immer in beide Richtungen: Man kann auch Profile der Headhunter checken und genau abwägen, ob es ein seriöses Angebot ist oder nicht.
Unternehmen, die aktiv versuchen, Mitarbeiter von anderen Unternehmen anzuwerben, betreiben Mitarbeiterabwerbung. Diese Abwerbungen richten sich per Definition an Personen, die derzeit in einem bestehenden Arbeitsverhältnis stehen und nicht an Absolventen oder Arbeitslose. Und da sind die Headhunter sehr gefragt.
Headhunter werden in der Regel auf Profile aufmerksam, indem sie gezielt nach Kandidaten suchen, die bestimmte Fähigkeiten, Erfahrungen oder Qualifikationen aufweisen, die für die von ihnen zu besetzenden Positionen relevant sind. Sie können Suchfilter und -kriterien auf Plattformen wie LinkedIn oder Xing verwenden, um Profile nach Schlüsselwörtern, Branchen, Standorten und anderen relevanten Parametern zu durchsuchen. Darüber hinaus können Headhunter auch auf Empfehlungen von Kollegen, Branchenkontakten oder bereits identifizierten Kandidaten zurückgreifen. Wenn ein Profil aufgrund seiner Relevanz für eine bestimmte Position identifiziert wird, kann der Headhunter dann eine direkte Kontaktaufnahme initiieren, um das Interesse des Kandidaten an der Position zu prüfen und weitere Schritte zu besprechen.

Es kann sinnvoll sein, auf Headhunter auf LinkedIn zu antworten, insbesondere wenn das Stellenangebot oder die Möglichkeit, die sie präsentieren, interessant erscheint oder zu Ihren beruflichen Zielen passt. Hier sind ein paar Gründe, warum es oft eine gute Idee ist, auf Recruiter zu antworten:

  1. Neue Möglichkeiten: Headhunter können Zugang zu Stellenangeboten und Karrieremöglichkeiten haben, die Sie möglicherweise nicht anderweitig entdecken würden. Indem Sie auf ihre Nachrichten antworten, können Sie potenziell neue berufliche Chancen erkunden.
  2. Netzwerkaufbau: Selbst wenn das spezifische Stellenangebot nicht Ihren Interessen entspricht, kann es dennoch von Vorteil sein, eine Verbindung zu dem Recruiter herzustellen. Das Erweitern Ihres beruflichen Netzwerks kann in Zukunft von Nutzen sein, wenn Sie nach neuen Möglichkeiten suchen oder Empfehlungen benötigen.
  3. Professioneller Umgang: Indem Sie auf Nachrichten von Recruitern reagieren, zeigen Sie sich als professionell und aufgeschlossen gegenüber neuen Möglichkeiten. Dies kann Ihnen in Zukunft zugutekommen, da Recruiter sich an positive Interaktionen erinnern und Sie möglicherweise für andere Positionen in Betracht ziehen.

Was tun, wenn der Headhunter anruft? Tipps für das Erstgespräch

Wie sollen sich Ingenieure und Ingenieurinnen sowie andere Fachkräfte am besten verhalten, wenn sie ein Headhunter kontaktiert. „Offenheit zeigen“ lautet die Empfehlung von Jochen Markgraf. „Ansonsten weiß man ja nicht, was einem möglicherweise entgeht“, sagt der Geschäftsführer bei Talentor Germany im Podcast „Technik aufs Ohr“.

Für das Erstgespräch mit dem Headhunter ist es wichtig, dass Sie als Ingenieur offen reden können. Ruft der Headhunter gerade an, wenn Sie an ihrem aktuellen Arbeitsplatz umringt von Kollegen sind, sollten Sie einen Termin für einen späteren Zeitpunkt vereinbaren. Verweisen Sie darauf, dass es gerade nicht passt, da aktuell viel zu tun ist. Das ist unverfänglich und erregt bei den Kollegen keinen Verdacht. Der Headhunter wird das verstehen. Er weiß ja schließlich, dass Sie aktuell (noch) für ein anderes Unternehmen arbeiten. Bleiben Sie während des Gesprächs unbedingt freundlich und neutral und lassen Sie sich nichts anmerken. Sprechen Sie so, als würden Sie mit einem Kunden oder Dienstleister telefonieren. Und vergessen Sie nicht, sich die Telefonnummer zu notieren. Gleiches gilt für Headhunter-Anfragen, die über soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn kommen. Antworten Sie auf diese Anfragen zeitnah und vereinbaren Sie einen Termin für ein erstes Telefonat – außerhalb der Arbeitszeit. Verbindliche Headhunter-Kontakte können sich auch Jahre später noch auszahlen.

Wer von einem Headhunter bei Xing und Co. gefunden werden möchte, dem empfiehlt Markgraf seine Profile in den sozialen Medien gut zu pflegen. Doch Achtung:

„‚Ich suche einen neuen Job‛ sollte man vielleicht nicht angeben, außer man befindet sich schon in Freistellung. ‚Ich suche eine neue Herausforderung‛ lässt hier mehr Spielraum.“

Mann mit Smartphone am Ohr

Was tun, wenn der Headhunter anruft: Diskretion ist wichtig.

Foto: panthermedia.net/belchonock

Wenn Sie ins Gespräch kommen, lautet das oberste Gebot: Hören Sie sich in Ruhe an, welchen Job Ihnen der Headhunter zu bieten hat. Schließlich sind Sie in der komfortablen Situation, bereits einen Job zu haben und zusätzlich gewollt zu werden. Das ist ein gutes Gefühl, das das Ego streichelt und zeigt: Sie haben einen hohen Marktwert. Selbst wenn Sie gar kein Interesse an einem Jobwechsel haben, liefert Ihnen das offerierte Angebot wichtige Informationen für die weitere Karriere. Zeigt es Ihnen doch, wie Sie als Ingenieur oder Ingenieurin auf dem Arbeitsmarkt wahrgenommen werden. Passt es zur Richtung, in die Ihre Karrierevorstellung geht, dann ist alles in Ordnung. Ist das nicht der Fall, sollten Sie Maßnahmen ergreifen, mit denen Ihr Profil auch nach außen eindeutiger wird.

Für das Erstgespräch mit dem Headhunter gilt für Sie vor allem, ruhig und kompetent zu bleiben. Der Headhunter ist interessiert und sieht in Ihnen einen potenziell geeigneten Kandidaten für den neuen Job. Das ist noch lange kein Grund, nervös oder gar überheblich zu werden. Es ist ein Kompliment, das Sie zu schätzen wissen. Seien Sie zudem positiv gestimmt. Sie dürfen also ruhig lächeln, auch am Telefon. Das spiegelt sich in Ihrer Stimme wider und Sie werden sympathischer und aufgeschlossener wahrgenommen. Außerdem ist es hilfreich, wenn Sie während des Telefonats aufstehen und rumspazieren. Ihre Stimme klingt so dynamischer und entschlossener. Wer hingegen faul im Stuhl hängt, dessen Stimme wird sich am Telefon auch behäbig anhören.

Fragen im Erstgespräch

  1. Ab einem bestimmten Zeitpunkt des Gesprächs wird der Headhunter Sie auffordern, Nach- oder
  2. Rückfragen zu stellen. Hier können Sie beispielsweise fragen, wo die Jobposition in der Hierarchie
  3. angesiedelt ist, um welche Branche es geht, wie groß das Unternehmen ist und natürlich in welcher
  4. Region es ansässig Wenig aussichtsreich ist hingegen die Frage nach dem Unternehmen. Ein
  5. seriöser Headhunter beantwortet diese Frage erst später. Mit den erlangten Informationen können
  6. Sie aber bereits herausfinden, um welches Unternehmen es sich handeln könnte. Wichtig ist auch,
  7. dass Sie Vor- und Nachname sowie die Kontaktdaten des Headhunters selbst notieren. Erkundigen
  8. Sie sich, ob er als selbstständiger Personalberater arbeitet oder angestellt für eine Personalberatung.
  9. Fragen Sie nach seiner Branchenexpertise und prüfen Sie seine Referenzen. Sie möchten schließlich
  10. sichergehen, dass es sich um einen seriösen Personalberater handelt, der Ihre Karriere voranbringen

Entscheiden Sie bereits im Verlauf des Erstgesprächs mit dem Headhunter, ob Sie potenziell interessiert sind – oder nicht. Falls nicht, so empfiehlt es sich, dass zum Ende des Gesprächs zu sagen, verknüpft mit einer sachlichen Begründung. Sie können dem Headhunter zum Beispiel erklären, dass Sie nach einer anderen Form der Herausforderung suchen.

Podcast-Tipp: Die Dos and Don’ts, wenn der Headhunter anruft

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ein Headhunter anruft? In dieser Episode von „Technik aufs Ohr“ verrät Gast Jochen Markgraf von Talentor Germany die Do’s and Dont’s. Sarah Janczura und Marco Dadomo fragen außerdem, wie Interessenten auf sich aufmerksam machen und wie sich Massenanschreiben von persönlicher Ansprache unterscheidet. Jetzt reinhören:

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Headhunter: Ist er seriös?

Keinesfalls sollten Sie Ihren Lebenslauf leichtfertig an jeden Headhunter rausgeben, der Sie kontaktiert. Das kann dazu führen, dass Ihre Vita in verschiedenen Personalabteilungen landet, im schlechten Fall sogar bei Ihrem aktuellen Arbeitsgeber. Denn unseriöse Personalberater betreiben mitunter einen schwunghaften Handel mit Lebensläufen von Bewerbern. Es dürfte sich auch nicht lohnen, zu viel Zeit in Headhunter-Kontakte zu investieren, die nicht zu Ihren Zielen passen – etwa weil der Berater in einer anderen Branche, auf der falschen Hierarchieebene oder schlicht mit uninteressanten Stellen arbeitet. Sie haben sich nach dem Erstgespräch vergewissert, dass es sich um einen seriösen Personalberater handelt? Und Sie haben tatsächlich Interesse? Dann können Sie dem Headhunter einen aktualisierten Lebenslauf schicken oder übergeben – das geschieht selbstverständlich vertraulich und diskret.

Das Zweitgespräch: Darauf kommt es an

Was Sie nicht bereits beim Erstgespräch klären konnten, sollten Sie spätestens in den weiteren Gesprächen herausfinden. Löchern Sie den Headhunter mit diversen Rückfragen, die ein seriöser Personalberater bereitwillig beantworten wird. Sie zeigen dadurch auch Ihre Kompetenz und machen klar, dass Sie nicht für jeden Job zu haben sind. Beispielsweise können Sie folgende Informationen erfragen:

  1. Unternehmen: Branchen, Sitz, Mitarbeiterzahl, Umsatz
  2. Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation
  3. geplante Restrukturierungen, die die vakante Jobposition oder das Unternehmen betreffen
  4. neu geschaffene oder bestehende Stelle
  5. ungefährer Gehaltsrahmen
  6. Ansiedlung des Jobs in der Unternehmenshierarchie (Wer berichtet an wen?)
  7. Einarbeitungsprozess
  8. besondere Herausforderungen des neuen Jobs
  9. Ergebnisse, die das Unternehmen erwartet inkl. des Zeithorizonts
  10. weiterer Ablauf des Recruiting-Prozesses
  11. Zeitraum, in dem die Entscheidung bezüglich der Jobbesetzung getroffen wird

Gegebenenfalls wird Ihnen der Headhunter ebenfalls weitere Fragen stellen – entweder schon im Erstgespräch oder im Rahmen weiterer Treffen oder Gespräche. Hier gilt es, sich gut vorzubereiten. Typischerweise wird der Headhunter folgendes wissen wollen:

  1. Erfolge: Was sind Ihre bisherigen Erfolge? Und wie haben Sie sie erreicht?
  2. Herausforderungen: Welche waren das bisher und wie haben Sie diese bewältigt?
  3. Motivation: Was treibt Sie an? Was begeistert Sie?
  4. Reflektion: Was sind Ihre Schwächen? Wie gehen Sie mit Fehlern um? Wo sehen Sie Ihre Stärken?
  5. Perspektiven: Wo sehen Sie sich in fünf bis zehn Jahren?
  6. Führungsstil: Welche Führungserfahrungen haben Sie? Welchen Führungsstil pflegen Sie?
  7. Karriere: Was sind Ihre nächsten Ziele?
  8. Aktueller Job: Was mögen Sie an Ihrem aktuellen Job und was nicht? Warum sind Sie bereit zu wechseln?
  9. Ortswechsel: Können Sie sich vorstellen, für den neuen Job umzuziehen?

Übrigens darf Sie der Headhunter weder nach Ihrem Alter noch nach Ihrer Herkunft oder Religionszugehörigkeit fragen. Ein seriöser Personalberater wird Ihnen diese Fragen auch nicht stellen.

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No-Gos im Headhunter-Gespräch

Schlecht über den aktuellen Arbeitgeber sprechen

Führen Sie die Gespräche achtsam und vorsichtig. Will heißen: Ein starker Jobwechselwunsch wirkt ebenso unattraktiv wie die direkte Nachfrage nach der Gehaltshöhe im Erstgespräch. Ersteres kann verzweifelt wirken, letzteres gierig. Ein absolutes No-Go ist es, sich negativ über den aktuellen Arbeitgeber zu äußern. Besser ist es, Sie zeigen Interesse an der neuen Herausforderung und vereinbaren einen Termin für ein persönliches Treffen mit dem Headhunter.

Fragen, wie der Headhunter auf Sie gekommen ist

Egal wie gern Sie als Ingenieur oder Informatiker erfahren würden, wie oder warum der Headhunter ausgerechnet auf Sie gekommen ist: Fragen Sie im Erstgespräch und auch in Folgegesprächen niemals danach, sonst sind Sie schnell aus dem Rennen. Wenn Sie der Top-Kandidat für diese Stelle sind, musste der Headhunter zwangsläufig auf Sie stoßen. Ihre wichtigsten CV-Daten kann der Headhunter ohnehin im Netz sowie in Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn recherchieren.

Und seien Sie nicht enttäuscht, wenn er nur anruft, weil er von Ihnen einen Kontakt oder eine Referenz braucht – und nicht nach Ihnen als Kandidat sucht. Es zeigt, dass er Sie für einen Branchenkenner hält. Tun Sie ihm, falls möglich, den Gefallen. Er wird sich beizeiten revanchieren. Immerhin haben Headhunter in aller Regel einen Bewerberpool, in dem Sie aussichtsreiche Kandidaten bewahren, um sie bei einer passenden Vakanz direkt ansprechen zu können.

Wie finden mich Headhunter

Sie kommen in Ihrem aktuellen Unternehmen nicht weiter, sind potenziell wechselwillig und wollen den nächsten Schritt auf der Karriereleiter machen, aber kein Headhunter ruft an? Sie zweifeln, ob Sie tatsächlich die Top-Führungskraft oder DER Spezialist sind, für die oder den Sie sich halten? Keine Sorge, diese Zweifel lassen sich schnell zerstreuen. Oft liegt es einfach daran, dass Headhunter Sie nicht finden können. Sie haben zu wenig auf sich, Ihr Profil und Ihre Stärken aufmerksam gemacht. Das erreichen Sie jedoch nicht, indem Sie verschiedene Personalberater anrufen und ihnen wahllos Lebensläufe zuschicken. Erkundigen Sie sich stattdessen, welche Personalberater auf Ihre Branche spezialisiert sind und kontaktieren Sie diese gezielt bezüglich des angestrebten Wechselwunsches.

Werden Sie zudem in sozialen Business-Netzwerken wie Xing und LinkedIn aktiv und engagieren Sie sich dort kontinuierlich. Wichtigste Voraussetzung hierfür: ein professionelles, aussagekräftiges Profil mit entsprechendem Foto. Zudem empfiehlt es sich, auf hochkarätigen Bewerber- und Karrieremessen wie den VDI nachrichten Recruiting Tagen präsent zu sein. Dort können Sie sowohl mit Personalberatern als auch mit suchenden Unternehmen in Kontakt treten. Im Nachgang des Treffens können Sie sich in persönlichen E-Mails für die netten und informativen Gespräche bedanken und den Wunsch äußern, auch künftig in Kontakt zu bleiben.

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

  • Thomas Kresser

    Thomas Kresser ist Biologe und ausgebildeter Journalist. Er arbeitet unter anderem für das VDI Technologiezentrum, das Medizinportal NetDoktor, die Ärzteplattform Esanum und die Bauer Media Group. Thomas Kresser war Chefredakteur/stellv. Chefredakteur von DocCheck, Lifeline, Medscape und Onmeda. Er ist Gründer und Gesellschafter von ContentQualitäten. Seine Schwerpunkte: Biowissenschaften, Medizin, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Digital Health

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