Smart Building 28.02.2020, 07:04 Uhr

Siemens will die Arbeitsplatzumgebung besser vernetzen

Künstliche Intelligenz kann den Arbeitsalltag in vielerlei Hinsicht unterstützen. Das zeigt Siemens Smart Infrastructure mit einer neuen Suite, die unter anderem die Büroumgebung an das Verhalten der Nutzer anpassen und gleichzeitig bei der Raumplanung helfen soll.

Vernetztes Büro

Flexible Nutzungsmöglichkeiten und individuelle Einstellungen für den Komfort. Das soll die neue Suite von Siemens unterstützen.

Foto: Siemens AG

Flackernde Neonröhren an den Decken, harte Bürostühle und Geschäftskorrespondenz, die per Brief beantwortet wird? Moderne Arbeitsbedingungen sehen inzwischen glücklicherweise anders aus. Und sie verbessern sich immer weiter. Das liegt zum einen daran, dass sich Strukturen verändern – flexibel nutzbare Bürogebäude ohne feste Arbeitsplätze liegen beispielsweise im Trend. Zum anderen schafft die Digitalisierung zunehmend neue Möglichkeiten. Sie sollen vor allem den Komfort erhöhen und gleichzeitig für mehr Effizienz sorgen. Dieses Thema hat jetzt auch Siemens Smart Infrastructure aufgegriffen und eine Suite vorgestellt, mit der sich die Arbeitsplatzumgebung gestalten lässt.

Zufriedene Mitarbeiter sind seltener krank

Die Ansprüche der Mitarbeiter haben sich verändert. Siemens zitiert eine Studie der Consultingfirma PwC, wonach 75 % aller Angestellten mehr Wert auf gute Arbeitsbedingungen und eine gesunde Work-Life-Balance legen als auf die Höhe des Gehalts. Weitere Studien haben ergeben, dass sich hier Unterschiede zwischen den Generationen abzeichnen: Je jünger die Mitarbeiter sind, desto höhere Ansprüche stellen sie an ihren Arbeitsplatz, beziehungsweise desto stärker steht die Gesamtzufriedenheit im Fokus. Das Motiv „leben, um zu arbeiten“ gehört der Vergangenheit hat. Selbst die nachfolgende Prämisse „arbeiten, um zu leben“ gilt heute nicht mehr. Stattdessen geht es um die Work-Life-Balance und immer mehr um Work-Life-Blending. Damit ist die Vermischung von privaten und beruflichen Bedürfnissen gemeint. Praktisch heißt das unter anderem: Arbeitszeiten werden – wenn möglich – individuell gestaltet und richten sich an den Aufgabenbereichen aus. Mitarbeiter klinken sich über das Laptop vom Homeoffice oder aus dem Ausland ein, ganz nach dem Bedarf des Unternehmens und der persönlichen Lebenssituation der jeweiligen Mitarbeiter. Das setzt neben einer guten Vernetzung eine Arbeitsplatzumgebung voraus, die ebenfalls individuell angepasst werden kann.

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Siemens führt zudem eine Metastudie der Continental Automated Buildings Association (CABA) an. Sie habe ergeben, dass Krankheiten und Fehlzeiten um bis zu 20 % sinken, wenn das Arbeitsumfeld gezielt verbessert werde. Andere Studien führen noch höhere Werte an.

Künstliche Intelligenz für die Arbeitsplatzumgebung

Die Konsequenz aus all diesen Entwicklungen ist eine neue Smart Building Suite. Siemens Smart Infrastructure will damit die Arbeitsplatzumgebung „intelligenter, flexibler und noch stärker nutzerorientiert“ gestalten. Zur Suite gehören Hard- und Softwarelösungen sowie Applikationen und Services, die zusammen mit dem Gebäudemanagementsystem intelligent auf Benutzereingaben und Umgebungsdaten reagieren sollen. Grundlage ist das Internet der Dinge (Internet of Things – IoT), also eine Vernetzung von Geräten und Services. Unter anderem können die Nutzer die Raumtemperatur oder die Einstellungen für die Beleuchtung anpassen sowie spontan einen freien Raum für ein Meeting finden. Denn die Suite arbeitet mit Echtzeitdaten, was sie von herkömmlicher Planungssoftware unterscheidet. Hinzu kommt die Lernfähigkeit der künstlichen Intelligenz. Laut Siemens lernt die Software von den Eingaben der Nutzer, identifiziert Verhaltensmuster und passt daraufhin die Arbeitsplatzumgebung aktiv an. Gleichzeitig wird ein effizienterer Umgang mit Ressourcen sichergestellt. Ein einfaches Beispiel: Ungenutzte Räume sind auch nicht beleuchtet.

Siemens Smart Infrastructure hat dafür nicht alle Elemente der Suite neu entwickelt. Unter anderem baut sie auf Enlighted auf. Diese IoT-Plattform besteht im Wesentlichen aus multifunktionellen Sensoren und einem skalierbaren Netzwerk zur Echtzeit-Datenerfassung. Dabei erfassen intelligente Sensoren in Beleuchtungskörpern 65 Mal pro Sekunde Daten, um die Belegung von Räumen und Stockwerken, Bewegung, Beleuchtung und Temperatur zu messen. Dementsprechend ist es möglich, die Einstellungen von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen kurzfristig anzupassen.

Suite ist mit anderen Produkten kombinierbar

Die neue Suite ist offen und anbieterunabhängig, weswegen sie in bestehende Gebäudesysteme und Dienste von Drittanbietern integriert werden kann. Sie ergänzt das bisherige Portfolio von Siemens Smart Infrastructure: die offene Gebäudemanagementplattform Desigo CC, Desigo Room Automation, Gebäudeautomationssysteme zur Integration von HLK-, Beleuchtungs- und Beschattungsanlagen, Brandschutz- und Sicherheitsprodukte und -systeme sowie Advisory und Performance Services.

Weitere Beiträge zu IoT und künstlicher Intelligenz:

Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

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