24.04.2014, 11:08 Uhr | 1 |

Technologie von Hitachi Weltrekord: High-Speed-Aufzug rast mit 72 km/h in die Höhe

Hitachi will den Geschwindigkeitsrekord für Aufzüge knacken. 72 km/h sollen die High-Speed-Aufzüge erreichen, die der japanische Maschinenbauer in das Chow Tai Fook Centre in der südchinesischen Stadt Guangzhou einbaut. Damit den Fahrgästen bei der rasanten Fahrt nicht die Ohren zufallen, passt ein System automatisch den Luftdruck in der Kabine an. 

Der G1 Tower von Hitachi
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Der 213 Meter hohe G1-Tower ist der höchste Aufzugforschungsturm der Welt. Hier, in der japanischen Präfektur Ibaraki, experimentiert Hitachi mit High-Speed-Aufzügen für Hochhäuser. 

Foto: Hitachi

Da kann einem schon mulmig werden. Der japanische Elektrotechnik- und Maschinenbaukonzern Hitachi will den schnellsten Fahrstuhl der Welt bauen. Der Ultra-High-Speed-Fahrstuhl soll in der Lage sein, Personen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1200 Metern pro Minute in die Höhe zu bewegen – das entspricht umgerechnet 72 km/h. Eingebaut wird der rasante Aufzug in das Chow Tai Fook Centre, ein 530 Meter hoher Wolkenkratzer, der derzeit in der südchinesischen Stadt Guangzhou aus dem Boden gestampft wird und im Jahre 2016 fertig sein soll.

Hitachi hat den Auftrag erhalten, dieses Mega-Gebäude mit insgesamt 95 Aufzügen zu bestücken. Zwei davon werden Ultra-High-Speed-Fahrstühle sein, die in einem 440 Meter hohen Schacht fahren. Diese beiden Aufzüge durchqueren die 95 Stockwerke in nur 43 Sekunden. „Mit dem neuen Fahrstuhl reagiert Hitachi auf den zunehmenden Trend von immer größeren und höheren Gebäuden der vergangenen Jahre“, heißt es seitens des japanischen Konzerns. Hitachi liegt in Sachen Aufzugsbau weltweit zwar hinter seinen Konkurrenten Otis, Schindler, ThyssenKrupp und Kone zurück. In Japan und China aber sind Hitachi-Aufzüge stark vertreten.

1968 baute Hitachi den schnellsten Lift Japans

Schon 1968 sorgte Hitachi für Aufmerksamkeit. Damals baute der Konzern den schnellsten Lift Japans, der zur damaligen Zeit bereits eine Geschwindigkeit von rund 300 Metern pro Minute erreichte. Dieser damalige Rekord-Lift wurde in das Kasumigaseki-Builiding eingebaut, Japans erstem Wolkenkratzer.

Mit dem nun geplanten Super-Lift will Hitachi aber in eine völlig neue Dimension vorstoßen. „Dieser Fahrstuhl wird mit 1200 Metern pro Minute nicht nur den Speed erreichen, um den bisherigen Geschwindigkeitsrekord zu brechen, sondern Passagieren auch einen vollkommen sicheren und bequemen Transport garantieren“, betont Hitachi.

System passt während der Fahrt automatisch den Luftdruck an

Der japanische Konzern baut ein Nothaltesystem in seinen Lift ein und versichert, dass die Bremsbeläge des Aufzuges Hitze bis 288 Grad Celsius aushalten. Dieses spezielle und extrem hitzeresistente Bremssystem sorgt dafür, dass der Lift nach seiner rasanten Höhenfahrt besonders sanft abbremst. Zusätzlich wird eine äußerst sensible Sensortechnik in jeder der Ecken des Lifts verbaut, die Unebenheiten und seitliche Schwankungen der Führungsschienen im Fahrstuhlschacht erkennt und ausgleicht.

Auch für das bekannte und unangenehme Taubheitsgefühl hat sich Hitachi etwas einfallen lassen, das bei manchen Menschen auftritt, wenn bei einer schnellen Fahrt mit einem Lift innerhalb kurzer Zeit viele Höhenmeter überwunden werden: „Wir haben eine eigene Technologie zur Anpassung des Luftdrucks entwickelt, die die Veränderung des Drucks in der Fahrstuhlkabine reduziert, die bei schnellen und langen Vertikalbewegungen ein Problem sein kann.“

Bisher hält Toshiba den Geschwindigkeitsrekord für Aufzüge

Den derzeitigen Rekord hält Toshiba mit seinen Sprinterliften im höchsten Gebäude Taiwans, dem Taipeh 101 in der Hauptstadt des Landes. Dort rasen Passagiere mit einer maximalen Geschwindigkeit von 17 Metern pro Sekunde – das entspricht 1020 Meter pro Minute - in ganzen 37 Sekunden vom fünften in das 89. Stockwerk.

Seit 2010 betreibt Hitachi in der japapanischen Präfektur Ibaraki mit dem G1-Tower den höchsten Aufzugsforschungsturm der Welt. Die Anlage erhebt sich 213,5 Meter über den Erdboden und nutzt eine Grundfläche von 388 Quadratmetern.

Hitachi sieht sich mit diesem Forschungsturm gut aufgestellt, angesichts des globalen Trends zu immer höheren, größeren Gebäuden. Der japanische Konzern rechnet daher mit einer steigenden Nachfrage nach Hochgeschwindigkeitsaufzügen mit großer Kapazität, die viele Personen sicher und komfortabel transportieren können. Hitachi hat in seinen Untersuchungen China als besonderen Wachstumsmarkt ausgemacht.

Neben der Entwicklung der Technologie für die hohe Aufzugsgeschwindigkeit ist auch der Fahrkomfort ein Forschungsschwerpunkt. In diesem Aufzugsforschungsturm hat Hitachi die Technologie der Schwingungsdämpfung der Fahrstuhlkabinen entwickelt und das System zur Luftdruckregulation. Weitere Forschung im Turm dient dazu, den Platzbedarf von Aufzugsschächten zu reduzieren sowie das Eigengewicht der Kabinen zu minimieren.

Auch 28 Doppeldecker-Aufzüge werden eingebaut

All diese Forschungsergebnisse kann Hitachi jetzt für seinen Megaauftrag über 95 Aufzüge im Guangzhou CTF Finance Centre gut gebrauchen. Neben den zwei Ultra-High-Speed-Fahrstühlen wird Hitachi in diesem 530 Meter hohen Wolkenkratzer 28 Doppeldecker-Aufzüge mit einer Geschwindigkeit von 150 bis 540 Metern pro Minute einbauen – zudem 13 High-Speed-Aufzüge mit einer Geschwindigkeit von 210 bis 600 Metern pro Minute. Dazu gesellen sich noch 52 konventionelle Aufzüge.

Der Turm wird nach seiner Fertigstellung im Jahre 2016 auf 208.000 Quadratmetern Bürofläche, auf 75.000 Quadratmetern Wohnfläche und auf 46.000 Quadratmetern 273 Zimmer für Hotels beherbergen. Über der Erdoberfläche hat das Guangzhou CTF Finance Centre 111 Etagen, darunter sind es fünf Stockwerke.

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Von Detlef Stoller
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kommentare
03.05.2014, 19:58 Uhr Progetti
Es sollte für die freie Auswahl in einem Super-Hochhaus schnelle und langsamere Lifte geben, jeder fährt dann nach seiner persönlichen Druck-Abfall- Verträglichkeit schnell oder langsamer.

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